Hermann Kipnowski erhält Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
- Hermann Kipnowski aus Aachen nimmt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Weißen Saal des Rathauses entgegen.
- Der Ausgezeichnete kämpfte mit einem außergewöhnlichen Maß an Zivilcourage für Sicherheit und Ordnung.
- Durch seinen persönlichen Einsatz hat sich die Zahl der Kaffeefahrten deutlich reduziert.
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons überreichte dem Aachener Hermann Kipnowski das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Dienstag, 14. Juli, im Weißen Saal des Rathauses. Ziemons hob das Engagement des Ausgezeichneten hervor: „Wir würdigen einen Menschen, der durch seinen herausragenden persönlichen Einsatz auch mit Einsatz privater Mittel entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Betrugsmasche der Kaffeefahrten nicht mehr funktioniert“.
Der Bundespräsident verlieh auf Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes, Hendrik Wüst, dem zweifachen Vater Hermann Kipnowski den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein langjähriges Engagement im Bereich des Verbraucherschutzes.
Der Kampf gegen „Kaffeefahrten“
Ursprünglich beim Bundesgrenzschutz und dann als Kriminaloberkommissar, sorgte Hermann Kipnowski auch nach seiner Pensionierung für Sicherheit und Ordnung. Bei sogenannten „Kaffeefahrten“ werden zumeist ältere Personen unter dem Vorwand geselligen Beisammenseins in entlegene Veranstaltungsorte gelockt, wo sie meinst unter psychischem Druck und mit manipulativen Verkaufsmethoden dazu gebracht werden, überteuerte Produkte oder wertlose Dienstleistungen zu kaufen. Seit 1995 befasst sich Herr Kipnowski intensiv insbesondere mit der Identifizierung dieser „Kaffeefahrten“ und deren Veranstaltungsorte sowie den handelnden Personen.
Hartnäckigkeit trotz Drohungen
Durch seinen zeitintensiven Kampf gegen die Betrugsmasche wurde er zum gefragten Insider was die Identifizierung von Tätern anging, nahezu alle Beteiligten waren ihm bekannt. Dies zog jedoch auch Nachteile mit sich, denn auch auf Verkäuferseite kannte man ihn nun. Persönliche und körperliche
Bedrohungen, Angriffe und sogar Todesdrohungen, mit all dem wurde Herr Kipnowski konfrontiert, doch davon ließ er sich nicht einschüchtern. Er kämpfte weiter und passte sein Verhalten so an, dass er den Bussen mit seinem privaten Pkw folgte – auch bis ins benachbarte Ausland. Durch teilnehmende Personen konnte er genug Informationen sammeln, um genügend Beweismittel für Polizei und Ordnungsamt zu erhalten.
Wichtige Präventionsarbeit
Nach so einem langen Tag der Verfolgung und Ermittlungen folgten oft noch einige Stunden am Computer, denn die Daten müssen erst verarbeitet und die Strafanzeigen gestellt werden. Seine regelrechten Undercover-Einsätze trugen jedoch nicht allein zur Bekämpfung bei. Neben diesen Ermittlungen leistete er auch wertvolle Präventionsarbeit. Durch Vorträge, Medienauftritte und Publikationen konnte er die Öffentlichkeit über die Gefahren informieren und für den Schutz gegen Betrug sensibilisieren.
Sein sehr zeitaufwändiges Engagement ist geprägt von unermüdlicher Energie und beeindruckender Entschlossenheit. Er hat sich die Bekämpfung dieser Strukturen mit einem außergewöhnlichen Maß an Zivilcourage und persönlichem Einsatz zur Lebensaufgabe gemacht. Sein Einsatz ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein Einzelner durch Mut, Entschlossenheit und Hingabe einen Unterschied machen kann. Insgesamt wird ihm ein wesentlicher Beitrag dazu zugeschrieben, dass sich die Zahl der Kaffeefahrten deutlich reduziert hat. Auch das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit werde durch sein Handeln und die daraus hervorgehenden Erfolge gestärkt.
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