„Von ‚Whatever it takes‘ zur europäischen Vision: Internationaler Karlspreis ehrt Mario Draghi für seine Verdienste um Europa
Am heutigen Samstag, 17. Januar, haben Armin Laschet MdB, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, und Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister der Stadt Aachen, den Karlspreisträger 2026 bekanntgegeben. In einer für Europa entscheidenden Phase ehrt der Internationale Karlspreis zu Aachen 2026 den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und italienischen Ministerpräsidenten a. D., Professor Mario Draghi. Das Karlspreisdirektorium würdigt damit nicht nur sein historisches Lebenswerk zur Stabilisierung der Währungsunion, sondern sendet vor allem ein dringendes politisches Signal: Europas Zukunft und Souveränität hängen von seiner wirtschaftlichen Kraft ab. Draghi wird für seine wegweisenden Impulse zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit geehrt, die er zuletzt in seinem vielbeachteten „Draghi-Report“ formuliert hat.
„Mario Draghi gehört zu denen, die für ein handlungsfähiges Europa kämpfen. Er ist Visionär und Pragmatiker. Draghi steht für ein handlungsfähiges Europa. Die Welt wartet nicht darauf, ob sich Europa sortiert hat. Jetzt müssen die EU-Kommission und die Regierungschefs den Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit umsetzen. Unverzüglich“, so begründet Laschet die Wahl des Karlspreisdirektoriums.
Gewürdigt wird Draghis herausragendes Lebenswerk, sein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie seine Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Warum Draghi gerade jetzt ausgezeichnet wird, beantwortet Ziemons: „Draghi ruft zu einer visionären Agenda auf, die in einer entscheidenden Situation für Europa zentrale aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen adressiert, wie zum Beispiel Digitalisierung, Energie, Innovation. Diese langfristige Perspektive ist jetzt wertvoll, da sie darauf abzielt, drängende globale Herausforderungen gemeinsam besser zu bewältigen und dadurch nachhaltig gute Lebensbedingungen auch für kommende Generationen zu sichern."
Die Verleihung des Karlspreises findet am Himmelfahrtstag, 14. Mai 2026, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.
Einordnung und Begründung
Mit der Wahl von Mario Draghi reagiert das Karlspreisdirektorium auf die dramatische geopolitische Lage. In einer Zeit, in der Europa Gefahr läuft, seine strategische Autonomie zu verlieren und zum Spielball globaler Mächte zu werden, ist wirtschaftliche Stärke die unerlässliche Grundlage für Sicherheit, Souveränität und eine selbstbestimmte Zukunft.
Professor Mario Draghi verkörpert wie kein anderer den Willen, diese wirtschaftliche Stärke zu sichern und Europa handlungsfähig zu machen. Das Direktorium ehrt ihn als Visionär und Macher, der in historischen Krisen Verantwortung übernommen hat. Seine Führungsstärke zeigte sich bei der Rettung des Euro mit seinem berühmten Versprechen „Whatever it takes“, bei der Stabilisierung Italiens während der Pandemie und nun mit der Formulierung einer Zukunftsagenda für den gesamten Kontinent. Er hat bewiesen, dass er bereit ist, auch gegen Widerstände mutige Entscheidungen für das Gemeinwohl zu treffen.
Die Auszeichnung ist daher weit mehr als eine Würdigung vergangener Verdienste. Sie ist ein unmissverständlicher Weckruf an die politischen Entscheidungsträger des Kontinents. Die Verleihung an Mario Draghi unterstreicht die existenzielle Notwendigkeit, Europas wirtschaftliche Basis dringend zu erneuern. Das Direktorium verbindet die Ehrung mit der klaren Forderung an die Europäische Kommission und die Staats- und Regierungschefs, die im Draghi-Report skizzierte Zukunftsagenda jetzt entschlossen umzusetzen, um Europas Platz in der Welt für kommende Generationen zu sichern.
Zitate
Armin Laschet MdB, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums:
- "Mario Draghi gehört zu denen, die für ein handlungsfähiges Europa kämpfen. Er ist Visionär und Pragmatiker. Draghi steht für ein handlungsfähiges Europa. Die Welt wartet nicht darauf, ob sich Europa sortiert hat. Jetzt müssen die EU-Kommission und die Regierungschefs den Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit umsetzen. Unverzüglich."
- "Europa will und Europa muss in dieser Welt handlungsfähig sein, stark und souverän. Dazu braucht es Verteidigungsfähigkeit. Aber es braucht auch wirtschaftliche Stärke und deshalb ist die Frage der Wettbewerbsfähigkeit Europas, die entscheidende Frage in diesem Jahr 2026. Ohne wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit fehlt Europa auf Dauer, die finanzielle Basis, die technologische Basis, die industrielle Basis um seine Sicherheit zu garantieren, seinen Wohlstand zu erhalten und politisch eigenständig zu handeln.“
- "Er hat Italien in einer Krisensituation stabilisiert und reformiert und sein Wort 'whatever it takes' gilt heute mehr denn je und deshalb ist das unser Appell an die Regierungschefs Europas, an die Präsidentin der europäischen Kommission und an alle Kommissare: überwindet das klein klein 'whatever it takes' gilt jetzt für Wettbewerbsfähigkeit und Handlungsfähigkeit Europas, setzt das um, was Mario Draghi in seinem Bericht fordert."
Professor Mario Draghi, Karlspreisträger 2026:
- "Ich fühle mich sehr geehrt, den Karlspreis zu erhalten. Er prägt die Geschichte Europas in den letzten 75 Jahren."
- "Wir werden Europa bewahren, und wir müssen näher zusammenrücken als je zuvor. Wir müssen unsere inneren Konflikte und Schwächen überwinden und wirtschaftlich, militärisch und politisch stärker werden. Nur so werden wir unsere Werte bewahren und sie als unser Erbe an unsere zukünftigen Generationen weitergeben können. Danke, nochmals danke."
Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister der Stadt Aachen:
- "Draghi ruft zu einer visionären Agenda auf, die in einer entscheidenden Situation für Europa zentrale aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen adressiert (z. B. Digitalisierung, Energie, Innovation). Diese langfristige Perspektive ist jetzt wertvoll, da sie darauf abzielt, drängende globale Herausforderungen gemeinsam besser zu bewältigen und dadurch nachhaltig gute Lebensbedingungen auch für kommende Generationen zu sichern."
- "Draghi ermutigt zur intensiveren Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten in Politik und Wirtschaft. Nicht allein die militärische Zusammenarbeit ist wichtig, um autonomer und souveräner zu handeln in der sich verändernden Welt. Europa braucht insgesamt mehr Zusammenhalt und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit."
- "Draghi hat gezeigt, dass es einerseits Ideen und Strategien braucht und andererseits Mut und Tatkraft, um sie umzusetzen. Dazu appellieren wir mit dem diesjährigen Preis an alle Entscheiderinnen und Entscheider in Europa."
Kurzprofil
Professor Mario Draghi
(geb. 03.09.1947 in Rom), Ökonom und Staatsmann.
- Wichtigste Ämter: Präsident der Europäischen Zentralbank (2011–2019), Ministerpräsident Italiens (2021–2022).
- Karriereweg: Promotion am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Professuren in Italien. Spätere Stationen umfassen: Executive Director der Weltbank, Generaldirektor im ital. Schatzministerium, Vice Chairman Goldman Sachs International und Gouverneur der Banca d’Italia.
- Herausragende Verdienste: Maßgebliche Stabilisierung der Eurozone während der Finanzkrise; wegweisender Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU (2024).
- Anerkennung: Träger zahlreicher hochrangiger internationaler Auszeichnungen.
Über den Internationalen Karlspreis zu Aachen
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), François Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Papst Franziskus (2016), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (2018) und UN-Generalsekretär António Guterres (2019). Im Jahr 2022 wurden die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo mit dem Preis ausgezeichnet, 2023 der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk sowie 2024 Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschafften in Europa. Im letzten Jahr erhielt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den Karlspreis.
Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger oder die jeweilige Preisträgerin zeigt.
Seit 2025 vergibt der Internationale Karlspreis zu Aachen jährlich ein Projektpreisgeld von einer Million Euro an gemeinnützige pro-europäische Initiativen. Die Förderung – ermöglicht durch die gemeinnützige Stiftung der Aachener Bürger und Unternehmer Dr. Ing. Eckhard Schulz und Dr. rer. nat. Stefanie Schäfer-Schulz – erfolgt auf Vorschlag der jeweiligen Karlspreisträgerinnen und -träger. Ziel ist es, proeuropäisches Engagement zu stärken, gemeinsame Werte zu betonen und die europäische Idee über Aachen hinaus sichtbar zu machen, indem neue wie bereits laufende Projekte europaweit wirksam unterstützt werden.
Hier stellt die Karlspreisstiftung das Videomaterial der Pressekonferenz zur honorarfreien und lizenzfreien redaktionellen Nutzung in Beiträgen, Sendungen, Mediatheken und auf Websites zur Verfügung.
Mehr Informationen findet man unter: www.karlspreis.de und www.aachen.de/karlspreis
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