Praymobil live in St. Adalbert
Die „Wolfenbüttler Marienklage“ als musikalisch-szenisches Erlebnis
Einen besonderen Höhepunkt im Rahmenprogramm der Ausstellung „Praymobil. Mittelalterliche Kunst in Bewegung“ kündigt das Suermondt-Ludwig-Museum für Sonntag, 22. Februar 2026, um 17.00 Uhr an: In der Kirche St. Adalbert in Aachen wird die um 1420 entstandene „Wolfenbüttler Marienklage“ in einer musikalisch-szenischen Aufführung vom renommierten Ensemble Ordo Virtutum präsentiert. Mittelalterliche Kunst tritt hier aus dem musealen Raum heraus und wird lebendig – Praymobil live! Dabei kommt eine transportable Christusfigur zum Einsatz, die den Zusammenhang mit Ausstellung im SLM veranschaulicht.
Die „Wolfenbüttler Marienklage“ gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen geistlichen Spielen des Spätmittelalters. Im Zentrum steht die Klage Mariens angesichts des Kreuzestodes Jesu. Für die Aufführung wurde die heute in Wolfenbüttel aufbewahrte Handschrift eigens neu transkribiert; als ursprünglicher Aufführungsort wird Braunschweig vermutet.
Das Ensemble Ordo Virtutum, gegründet von Prof. Dr. Stefan Johannes Morent (Lehrstuhl für Digitale Musikwissenschaft und Musik vor 1600, Universität Tübingen), zählt zu den führenden Spezialensembles für mittelalterliche Musik. Es verbindet künstlerische Interpretation mit intensiver musikwissenschaftlicher Forschung und eröffnet so einen authentischen Zugang zur Klang- und Vorstellungswelt des mittelalterlichen Europas. Internationale Auftritte bei Festivals in Europa, den USA und Australien sowie vielfach ausgezeichnete CD-Einspielungen – unter anderem in virtuell rekonstruierten Kirchenräumen von Cluny und der Reichenau in Zusammenarbeit mit dem SWR – unterstreichen die besondere Stellung des Ensembles. Die Presse würdigt insbesondere die „artistische Meisterschaft in Gesang und Instrumentalspiel“. Die Aufführung in St. Adalbert ist Ergebnis einer langjährigen Auseinandersetzung des Ensembles mit den mittelalterlichen Spieltraditionen Europas. Im Fokus stehen dabei historische Aufführungspraktiken, szenische Realisierungsmodelle, die Entwicklung einer differenzierten Gestensprache sowie zeittypische Sing- und Instrumentalstile.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Praymobil. Mittelalterliche Kunst in Bewegung“, die im Suermondt-Ludwig-Museum noch bis 15. März 2026 zu sehen ist. Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie mittelalterliche Skulpturen, Andachtsbilder und liturgische Objekte nicht als statische Kunstwerke, sondern als bewegte, performative und sinnlich erfahrbare Medien religiöser Praxis zu verstehen sind. Prozessionen, Spiele, Gebete und Rituale werden als zentrale Kontexte sichtbar, in denen diese Kunstwerke einst wirkten. Mit der Aufführung in St. Adalbert rückt das Museum die Verbindung von Kunst, Körper, Klang und Raum in den Mittelpunkt – und schlägt bewusst die Brücke zwischen Ausstellung und lebendiger Aufführungspraxis.
Tickets sind ausschließlich online über den Ticketshop erhältlich: https://22196.reservix.de/p/reservix/event/2492205
Kontakt bei Fragen zur Veranstaltung: eventslm@mail.aachen.de
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