Neue Parkanlagen rund um die Wurm-Haarbachauen und das Haarener Eck begeistern die Menschen
- Der nun sichtbare Zusammenfluss von Wurm und Haarbach schnell zum Erholungsort und Treffpunkt für die Menschen im Bezirk geworden.
- Neue Zugänge über zwei Brücken verbinden den Ortseingang und den Tuchmacherweg mit dem Park am Alten Friedhof und den dahinterliegenden Ortsteilen.
- Offene Wasserflächen und Grünanlagen sorgen auch für ein besseres Klima und neue tierische Besucher.
„Haaren liegt an der Mündung des Haarbachs in das Flüsschen Wurm“, weiß Wikipedia. Aber wo genau das passiert, war bis vor Kurzem nicht wirklich sichtbar. Doch seit dem Frühjahr kann man tatsächlich erleben, wo die beiden Gewässer sich treffen: Am Haarener Eck – zunächst ein Arbeitstitel und mittlerweile etabliert für den Zusammenfluss. Doch die Sichtbarmachung der Mündung ist und war nicht die einzige Veränderung rund um die Parkanlage am Alten Friedhof und die so genannten Wurm-Haarbachauen: Neue Zugänge direkt vom Ortseingang an Wurmbenden und über den Tuchmacherweg laden die Menschen ein, sich am Zusammenschluss von Wurm und Haarbach und im umgestalteten Mehrgenerationenpark zu erholen, mit ihren Kindern zu spielen und die neue grüne Mitte Haarens zu erleben, die schnell von den Bürgerinnen und Bürgern ins Herz geschlossen wurde. Vor allem das Wasser hat es den Menschen angetan: Hier kann man auch schonmal einen Reiher beobachten. Selbst ein Schwarzstorch wurde hier schon gesichtet und Forellen tummeln sich im Wasser. Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons nahm bei einem Besuch in Haaren an einem Spaziergang durch die neu geschaffenen Grünanlagen teil – und war begeistert: „Hier in Haaren, wo Wurm und Harbach zusammenfließen, ist ein wunderschönes Naturerholungsgebiet entstanden. Hunderte Menschen nutzen jetzt an den Wochenenden diese schöne Fläche, die vorher völlig zugewuchert und nicht mehr zugänglich war. Ich würde mich sehr freuen, wenn das Haarener Eck, also der Zusammenschluss der beiden Flüsse, in Aachen mindestens genauso bekannt würde, wie das Deutsche Eck in Koblenz.“
Zunächst Umgestaltung des Parks am Alten Friedhof
Der Startschuss für die Um- und Neugestaltung fiel bereits 2022: Damals und 2024 wurde in zwei Abschnitten zunächst der 1,8 Hektar große Park am Alten Friedhof/Feuerwehrpark aufgewertet. Planerin für diesen Abschnitt und Verantwortliche für das Gesamtprojekt der „Auen“ war Landschaftsarchitektin Karen Roß-Kark, tätig im städtischen Fachbereich Klima und Umwelt, Abteilung Umweltvorsorge und Grünplanung: „Ich freue mich sehr über die positive Resonanz der Menschen und weiß, dass wir hier etwas geschaffen haben, an dem sich alle Generationen erfreuen können. Jeder findet sicherlich seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz – sei es zum Beispiel auf dem Spielplatz, an der kleinen Skateanlage mit Pumptrack, auf einem der zahlreichen Sitzplätze und ganz bestimmt am Wasser. Genau diese Vielfalt macht die neuen und umgestalteten Grünanlagen zu einem attraktiven Treffpunkt für Jung und Alt.“ Heiko Thomas, städtischer Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, sieht auch die positiven klimatischen Auswirkungen der neuen Grünflächen: „Das Ergebnis zeigt, das Klimafolgenanpassung; Gewässerschutz und Biodiversität die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Das Bespiel macht Mut und spornt uns alle an noch schneller im Umbau zu einer klimaangepassten Stadt zu werden.“
Zwei neue Brücken als Verbindung zum Park
Das 6.300 Quadratmeter große Areal rund um das Haarener Eck und die neuen Zuwege – inklusive zweier neuer Brücken –, das als letzter Baustein im März fertig gestellt wurde, wurde vom Aachener Büro DREIPLUS entworfen und gestaltet. Landschaftsarchitekt Stefan Kastner zu Konzept und Umsetzung: „Es war eine ganz besonders spannende Aufgabe einen vergessenen Ort sichtbar und erlebbar zu machen. Mit der neuen Verknüpfung zwischen Wurmbenden, Tuchmacherweg und Laachgasse können sich die Haarener nun endlich diese Welt entlang von Wurm und Haarbach zurückerobern. Die neuen Eingänge, die Hügellandschaft samt Aussichtspunkt am Haarener Eck und der Uferweg mit seinen beiden Brücken lassen unterwegs ganz neue Orte und Ausblicke entstehen.“ Dies alles verknüpft nun den Park mit den Eingängen an Wurmbenden und Alt-Haarener Straße und dem Benno-Levy-Weg. Entlang des neuen Uferweges und den Eingangsbereichen laden so zahlreiche Sitzmöglichkeiten und Aufenthaltsbereiche zum Verweilen ein. Kastner erinnert sich: „Ein wunderbarer Kommentar kam schon kurz nach Öffnung der Flächen von einem freundlichen älteren Herrn mit Rollator, der im Vorbeigehen meinte ‚Toll hier, wie im Urlaub und das mitten in Haaren!‘“
Für Aachen-Haarens Bezirksbürgermeister Daniel Hecker bieten die neuen Parkanlagen vor allem auch einen neuen Treffpunkt und dienen als Fläche für gemeinsame Veranstaltungen: „Speziell der Spielplatz ist mittlerweile überregional bekannt. Ich habe hier schon mit Leuten gesprochen, die aus weit entfernten Stadtteilen und sogar aus Düren angereist sind, um hier in Haaren mit ihren Kindern die Freizeit zu verbringen. Jeder, der den ‚Feuerwehrpark‘ mit dem angrenzenden Spielplatz zum ersten Mal sieht, ist total erstaunt, dass es so etwas in Haaren gibt. Dass er jetzt durch den neuen Zugang von der Jülicher Straße aus noch besser angeschlossen ist, macht die Sache richtig rund. Dieser Zugewinn an Aufenthaltsqualität hat sich für Haaren richtig rentiert, das kann man hier jetzt jeden Tag feststellen.“
Umgestaltung als Teil des ISEK Haaren
Die Umgestaltung war eines der Herzstücke des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts Haaren – kurz ISEK – und die Kosten von rund 2,1 Millionen Euro wurden deshalb auch zu 80 Prozent von Land und Bund gefördert. „Mit der Umgestaltung der Wurm- und Haarbachauen ist für den Bezirk ein völlig neuer Naherholungsraum mit besonderer Aufenthaltsqualität entstanden. Gleichzeitig schließt das Projekt wichtige Lücken im innerörtlichen Wegenetz und stärkt zudem die Verbindung zwischen Haaren und den angrenzenden Stadträumen“, ordnet Boris Mehlkopf, Projektleiter für das ISEK Haaren, diesen Teilbereich ein.
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