Freibad Hangeweiher: Ein „Stück Zuhause im Grünen“ ist wieder komplett
- Bei der offiziellen Einweihung freut sich Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons über ein Stück „Erholung und Lebensqualität“, das für die Aachenerinnen und Aachener zurückkehrt.
- Die technische Leiterin des Gebäudemanagements, Dipl.-Ing. Architektin Ricarda Bruns, beschreibt das neue Hauptgebäude als „eine zeitgemäße Neuinterpretation des Freibads Hangeweiher“.
- Punktlandung: Durch das enge Zusammenwirken aller beteiligten städtischen Stellen und Partner wurde das neue Gebäude pünktlich zum 1. Mai 2026 fertig – trotz Verzögerungen in der Bauzeit.
Es ist soweit: Das Aachener Freibad Hangeweiher hat wieder ein Hauptgebäude. Vorbei sind die zwei Freibadsaisons, in denen Duschen, Toiletten, Umkleiden aber auch die Lagerräume und die Gemeinschaftsräume für das Personal in provisorischen Containern untergebracht waren. Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons bringt die Gefühlslage der Öcher für „Ihr“ Freibad auf den Punkt: „Der Hangeweiher ist für viele Aachenerinnen und Aachener ein Stück Zuhause im Grünen – umso schöner, ihn heute in neuem Glanz wieder für alle öffnen zu können. Mit ihm kehrt nicht nur ein Stück Erholung und Lebensqualität zurück, sondern auch Raum für Sport, Spiel und gemeinsame Zeit für Familien.“
Mit dem neuen Gebäude und dem Kassenbereich, die heute (Donnerstag, 30. April) offiziell mit geladenen Gästen und exklusiv für Jahreskartenbesitzerinnen und -besitzer eröffnet wurden, ist der dritte und letzte Zeitraum der Umgestaltung des Freibads abgeschlossen, nach der Schwimmbadtechnik und den Becken in den ersten beiden Bauabschnitten. Ab morgen (Freitag, 1. Mai) können dann wieder alle Sonnenhungrigen, Badebegeisterten und Schwimmsportfans in das Freibad und vor allem in das brandneue Gebäude – auch dank des Freibad-Teams des Fachbereichs Sport, das in den letzten Wochen alles auf Hochglanz gebracht und dafür gesorgt hat, dass Gebäude, Becken und Außenanlagen für die Saison bereit sind.
Fließender Übergang zwischen Natur und Architektur
Und das Gebäude glänzt – fast wie bestellt – in der Frühjahrssonne, umgeben von den stattlichen Bäumen, die das Außengelände des Freibads prägen. Auch das leistungsstarke Solardach freut sich über die Sonnenstunden. „Das Gebäude inszeniert einen fließenden Übergang zwischen Natur und Architektur und wird so zu einem selbstverständlichen Teil der Landschaft. Vom begrünten Dach bis zum schimmernden Energiedach als Landmarke entsteht ein prägnantes Zusammenspiel von Raum, Material und Zukunft – und damit eine zeitgemäße Neuinterpretation des Freibads Hangeweiher“, schwärmt Dipl.-Ing. Architektin Ricarda Bruns, Technische Betriebsleiterin des städtischen Gebäudemanagements, in ihrer Begrüßung. Und damit dieser „Prachtbau“ entstehen konnte, waren gute Vorarbeit, präzise Prozesse und eine reibungslose Zusammenarbeit der städtischen Fachbereiche mit den externen Partnern die wichtigste Voraussetzung für die Punktlandung, die eine Eröffnung traditionell zum 1. Mai 2026 möglich macht.
Das war durchaus eine Mammutaufgabe, denn das eingeplante Zeitpolster wurde in den Bauphasen wurde komplett aufgebraucht. Um auch während der Bauzeit den Freibadbetrieb aufrecht erhalten zu können, wurde 2021 ein Planungs- und Baubeschluss für ein Interimsgebäude für die Saison 2024 – wenn das alte Gebäude komplett verschwunden ist – als separates Projekt gefasst und von DWS Architekten aus Aachen geplant. Die Errichtung des Interimsgebäudes aus gekauften, speziell angefertigten Containern erfolgte im März und April 2024. Die Containeranlage wurde von Badegästen und dem Team des Freibades positiv angenommen, garantierte sie doch, dass der Freibadbesuch gesichert war. Die Container, die der Stadt gehören und deshalb ohne zusätzliche Kosten genutzt werden konnten, waren dann auch die Rettung für die Freibadsaison 2025, weil sich die Bauarbeiten hier und da verzögerten. Die letzte Phase der Bauarbeiten am Neubau nach Saisonende 2025 war eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten: Seit Mitte September wurden im Eingangsbereich des Freibades und in der Zufahrt der Baustelle das alte Kassenhaus und die Container zurückgebaut. Danach wurde das Kassenhaus ausgebaut, die Frischluftumkleiden und das Energiedach errichtet. Erst nachdem das Gerüst für das Energiedach Ende März verschwunden war, konnten die darunter liegenden Arbeiten fortgeführt werden. Dank des großen Engagements der beteiligten Ingenieurbüros, Firmen und nicht zuletzt dank des guten Wetters im Endspurt, wurde das Freibad „just in time“ fertig.
Zweieinhalb Jahre vom Abriss bis zum neuen Gebäude
2023 startete – nach einer Planungsphase mit den Ingenieurbüros INCO aus Aachen und Reuber aus Düren für die technische Gebäudeausrüstung und Genehmigung – die Umsetzung des ausgewählten Konzepts von Kaiser Schweitzer Architekten aus Aachen mit der Schadstoffsanierung und dem Abriss des alten Gebäudes. In insgesamt drei Winterschließungsphasen und zwei Freibadsaisons, in denen stets hinter einem Bauzaun weiter gebaut wurde, ist nun innerhalb des Gesamtbudgets von fast 6,9 Millionen Euro, davon rund 1,5 Millionen Euro Fördermittel, ein Freibadgebäude mit 550 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Es beherbergt einen Personal- und Lagerbereich sowie den öffentlichen Sanitärbereich. Ein großes Energiedach überspannt weitere 470 Quadratmeter, unter denen sich einerseits der Frischluftumkleidebereich und andererseits der Eingangsbereich mit dem neuen Kassenhaus befinden. Rund um das Gebäude haben Calles De Brabant Landschaftsarchitekten aus Frechen, für die passende Einbettung in das Gelände gesorgt. Dipl.-Ing. Architekt Florian Schweitzer bei der symbolischen Schlüsselübergabe: „Ein Freibad soll Spaß und Erfrischung bieten. Dazu muss auch die Architektur passen: Einladend, leicht und modern.“
Das Gebäude in Daten und Zahlen
Der öffentlichen Sanitärbereich
- Damen- und Herrenbereich mit jeweils zehn Duschen ohne Münzeinwurf
- zehn Damentoiletten
- vier Herrentoiletten und sechs Urinale
- für Damen und Herren jeweils eine Warmumkleide sowie jeweils eine „Beautymeile“ mit Spiegelwand, Handföhnen und Anschlüssen für mitgebrachte Föhne
- für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gibt es einen barrierefreien, mit Euroschlüssel zugänglichen, Umkleidebereich mit Dusche und WC sowie ein separates, barrierefreies WC, mit Euroschlüssel zugänglich
- 50 Spinde im Flur, von denen vier rollstuhlgerecht sind
Unterhalb des Energiedaches mit den Frischluftumkleiden
- weitere 240 Spinde
- 16 Helmfächer
- 24 Umkleidekabinen
- drei Familienumkleiden mit Wickeltisch.
Das ovale Kassenhaus mit seinen gebogenen Fensterscheiben ist der Hingucker im Eingangsbereich. Das Bedienfenster hat eine rollstuhlgerechte, niedrige Brüstung. Im Inneren gibt es 64 Wertschließfächer, die nur über das Kassenpersonal verfügbar sind. Der Zugang erfolgt nicht nur über den Zugang am Kassenhaus, sondern auch über drei Drehkreuztore mit Ticketscannern. Tickets sind außer an der Kasse und im Internet (https://ticket-baeder.aachen.de/) an den beiden Kassenautomaten erhältlich, die schon im letzten Jahr zur Verfügung standen.
Das Energiedach selbst besteht aus einer Stahlkonstruktion, auf der ein Wintergartendach ruht, aus 282 Glas-Glas-Photovoltaik-Modulen, die circa 17 Prozent durchsichtig sind und für interessante Schattenspiele sorgen.
Daten zum neuen Energiedach
- Fläche: 526,6 Quadratmeter
- Leistung: 84,43 Kilowatt-Peak
- bilanzieller Eigenverbrauchsanteil: 25 Prozent
- 75 Prozent Einspeisung in das städtische Stromnetz
- Prognostizierter Autarkiegrad: 52 Prozent
Alle Infos zum Freibad – wie die Öffnungszeiten der Saison – unter www.aachen.de/schwimmen.
Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“
Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) unterstützt Städte und Gemeinden deutschlandweit beim Erhalt ihrer sozialen Infrastruktur. Es wurde erstmals im Jahr 2015 aufgelegt. Bis 2021 hat der Bund insgesamt 1,54 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Rund 900 Projekte wurden für eine Förderung ausgewählt, gut 750 Projekte davon betreffen Sportstätten. Im Fokus stehen das soziale Miteinander und der Klimaschutz. Gefördert werden investive Maßnahmen – Sanierungen und in Ausnahmefällen auch Ersatzneubauten – mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung sowie sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre energetischen Wirkungen und Anpassungsleistungen an den Klimawandel. Die Projekte sind außerdem von beachtlicher Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration in der Kommune.
Seit 2022 wird das Programm aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert und mit einem deutlicheren Fokus auf die energetische Sanierung der zu fördernden Einrichtungen fortgeführt.
Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) liegt in der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
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