Pressemitteilungen

Schulbuch- und Schulsportfonds helfen Familien in finanzieller Not

  • Die unbürokratische und schnelle finanzielle Unterstützung läuft über die Schulen.
  • Die beiden Fonds sorgen für mehr Bildungsgerechtigkeit in Aachen und der Region.
  • Die finanziellen Mittel fließen Jahr für Jahr und stehen bedürftigen Familien zur Verfügung.

„Es ist wirklich traurig und erschreckend, welchen familiären Notlagen wir begegnen und da ist unsere Hilfe sehr wichtig“, äußert Stephan Mohne, 2. Vorsitzender des Vereins „Nele und Hanns Bittmann e. V., Hilfsfonds für Kinder in Not“. Deshalb hat der Verein vor vielen Jahren zunächst einen Schulbuch- und später einen Schulsportfonds ins Leben gerufen und stattet beide seitdem jährlich mit großzügigen finanziellen Mitteln aus. Die beiden Fonds springen ein, um bedürftigen Familien bei der Beschaffung von Schulbüchern, der Sportausstattung für den Sportunterricht oder den Sportverein zu helfen. Die Schulbuch- und Schulsportfonds Aachen sorgen seit vielen Jahren für mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilnahmemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

Die Notwendigkeit des Schulbuchfonds
Jedes Schuljahr müssen neue Lernmittel angeschafft werden, wobei Familien in Nordrhein-Westfalen einen Eigenanteil von bis zu einem Drittel der Kosten übernehmen müssen. Die Höchstbeträge für diesen Eigenanteil liegen derzeit bei rund 48 Euro für die Primarstufe, 102 Euro für die Sekundarstufe I und 93 Euro für die Sekundarstufe II. Doch nicht alle Familien können sich diese Beträge leisten oder haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen Zuschuss. An dieser Stelle setzt die finanzielle Unterstützung durch den Schulbuchfonds ein, der von der Stadt Aachen verwaltet wird. „Das große Thema ist Bildungsgerechtigkeit in unserer Stadt“, so Heinrich Brötz, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Kultur. „Mit dem Verein ‚Nele und Hanns Bittmann e. V.‘ haben wir seit langer Zeit einen guten Partner an unserer Seite. Ich möchte auch einfach mal Danke sagen“, sagt er über die Zusammenarbeit mit dem Verein, der immer dann einspringt, wenn gesetzliche Ansprüche nicht greifen. Die Hilfe kommt den Empfänger*innen dabei völlig unbürokratisch und ohne komplizierte Antragswege zu. Die Schulen teilen dem städtischen Fachbereich Jugend und Schule mit, für wie viele Familien entsprechende Mittel benötigt werden. Dann erhalten die Schulen die Gelder, die sie an die Familien weiterleiten. Brötz: „Die Schulleitungen stellen den Antrag. Und das ist auch gut, denn sie kennen ihre Familien am besten.“

„Kinderarmut ist bei uns im Fachbereich stets ein Thema. Daher ist es ist sehr wertvoll, auf so schnellen Wegen an Hilfe kommen zu können“, erklärt Tobias Grundmann, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule. Albrecht Peltzer: „Es passt ganz ideal zu unserer Intention, sehr direkt helfen zu wollen.“ Doch nicht alle wissen über diesen schnellen Weg Bescheid. „Es gibt Fälle, wo verschiedene Bedürfnisse nicht geäußert werden, auch aufgrund der Angst vor Bürokratie. Doch die Hilfen durch den Schulbuch- und Schulsportfonds werden völlig unbürokratisch und anonym beantragt“, berichtet Stephan Mohne. Gleichzeitig hebt er hervor, dass der Schulbuchfonds mittlerweile eigentlich ein Schulfonds ist, der auch beispielsweise bei Klassenfahrten hilft.

Geld für Sportkleidung und -schuhe
Doch nicht nur bei den Schulbüchern, sondern auch bei der nötigen Ausrüstung für den Sport tun sich einige Familien schwer, dafür das nötige Geld aufzubringen. Deswegen gibt es außer dem Schulbuchfonds seit mehreren Jahren auch einen Schulsportfonds. Er funktioniert auf dieselbe Weise. Eltern wenden sich an die Schulleitung, die dann den Betrag bei der Abteilung Sportentwicklung, Sportförderung und Betrieb der Sportstätten des städtischen Fachbereichs Sport abrufen kann. „Das ist wirklich ein Herzensprojekt von mir. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir Familien schnell und unbürokratisch helfen können und wie dankbar die Menschen für diese Hilfe sind“, betont Petra Prömpler, Leiterin des Fachbereichs Sport. Bezuschusst wird unter anderem die Ausstattung mit Sportkleidung und Sportschuhen zunächst für den Sportunterricht in der Schule, bei erkennbarem Interesse an einem Verein aber auch dafür. Außerdem werden Kursgebühren für zeitlich begrenzte Angebote oder Ferienkurse übernommen, gegebenenfalls auch darüber hinaus.

Die finanzielle Unterstützung
Beide Fonds werden seit vielen Jahren regelmäßig vom Verein mit höheren Geldbeträgen bestückt. In diesem Jahr mit 10.000 Euro für den Schulbuchfonds und 5.000 Euro für den Schulsportfonds. Der Verein hat dem Schulbuchfonds bereits eine Summe von 65.000 Euro und dem Schulsportfonds 20.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Wir verstehen uns als Mittler und danken den Spendern, die es uns erst möglich machen zu helfen“, betont der Vorsitzende Peltzer.

Im Jahr 2024 kamen 246 Kindern ein Gesamtbetrag von 7.012,62 Euro aus dem Schulbuchfonds zugute. Der Schulsportfonds hat im gleichen Jahr mit rund 4.400 Euro 52 Kindern geholfen.

Der Verein gibt dabei die Spenden zu 100 Prozent weiter. „Es wird kein Euro für Verwaltungsstrukturen ausgegeben“, bestätigt Stephan Mohne.

„Nele und Hanns Bittmann e.V., Hilfsfonds für Kinder in Not“
Der Tod der Eltern Nele und Hanns Bittmann durch einen tragischen Verkehrsunfall am 24. April 2006 hatte in der gesamten Region Aachen tiefe Trauer und Ratlosigkeit hervorgerufen. Das Schicksal der Familie, besonders der Kinder, war der Auslöser, diesen Verein zu gründen, um Kindern in Notsituationen zu helfen. Ziel des Vereins ist es, Kindern eine einmalige oder wiederholte finanzielle und/oder ideelle Hilfe zukommen zu lassen.

Für den Verein ist eine geregelte Bildung von Kindern in der Region Aachen sehr wichtig. Das Fehlen finanzieller Mittel in Familien zur Beschaffung von Schulbüchern oder Sportausrüstung stellt im Sinne der Satzung eine Notlage dar. Solchen Notlagen treten daher die Stadt Aachen und der Verein mit der Bildung der Fonds entgegen. „Wir verstehen unter Not auch die Nichtteilhabe an Bildung, Sport oder kulturellem Leben“, sagt Albrecht Peltzer.

Weitere Infos unter: https://kinderinnotaachen.de/

Sorgen für mehr Bildungsgerechtigkeit: (v.l.) Albrecht Peltzer, Stephan Mohne, beide „Nele und Hanns Bittmann e. V.“, und Heinrich Brötz und Tobias Grundmann, beide von der Stadt Aachen.


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