Schulreparaturprogramm oder G8/G9-Ausbau: Die Stadt Aachen baut und saniert in vielen Schulgebäuden
- Mehr als 20 Maßnahmen stehen auf der Liste für das Schulreparaturprogramm 2025.
- Das Programm gibt es seit mehr als 20 Jahren und jährlich stehen vier Millionen Euro zur Verfügung.
- Die derzeit größten Schulbaumaßnahmen laufen im Rahmen des G8/G9-Ausbaus.
Ob Schulreparaturprogramm, der sogenannte G8/G9-Ausbau für die Rückkehr der Gymnasien zum Abitur nach der 13. Klasse oder weitere große Sanierungsmaßnahmen: Die Stadt Aachen investiert kontinuierlich in ihre Schulgebäude. Alleine bei „G8/G9“ sind derzeit bereits drei von vier vorgesehen Schulen mitten in der Bauphase und bald sollen neue Räume schon genutzt werden. Am Rhein-Maas-Gymnasium in Burtscheid hat man die Naturwissenschaftsräume saniert und wird auf den „Naturwissenschaftstrakt“ in Holzbauweise ein neues Geschoss aufstocken. Unter anderem werden so neun Klassenräume gewonnen. „Wir haben diese Bauweise einmal wegen der Nachhaltigkeit, aber auch wegen der Statik des alten Bestandsgebäudes gewählt. Es ist einfach leichter“, erklärt Georg Platen, stellvertretender Teamleiter „Projektmanagement“ im städtischen Gebäudemanagement. Rund elf Millionen werden dort insgesamt verbaut. Das Inda-Gymnasium in Kornelimünster wird durch einen zweigeschossigen Erweiterungsbau ebenfalls um sechs Klassen und einen Multifunktionsraum erweitert, dort werden gut acht Millionen investiert. Die Planungen für das innerstädtische Gymnasium St. Leonhard laufen derzeit. Wenn alle vier Schulen erweitert wurden, können über 500 Kinder und Jugendliche zusätzlich in den vier Gymnasien beschult werden.
Couven-Gymnasium wird für 150 Schüler*innen zusätzlich erweitert
Denn auch das stadtnahe Couven-Gymnasium an der Lütticher Straße wird im Zuge des G8/G9-Ausbaus erweitert. Der Gebäudetrakt „D“ aus dem Jahr 1999, wird seit Frühjahr 2024 bis Frühjahr 2026 umgebaut, um ab Sommer 2026 mehr Schüler*innen aufnehmen zu können. Im ersten Obergeschoss wurde ein 1,50 Meter breiter Flachdachstreifen abgebrochen, neu aufgebaut und die Klassenräume so erweitert. Im zweiten Obergeschoss wurde nach Abbruch eines begrünten Flachdachs neues Raumvolumen geschaffen. Zeitlich sei man sehr gut im Plan, so Elke Bechlenberg-Bleckmann, Gebäudemanagement der Stadt Aachen und Projektleiterin für das Couven. Auch hier setzt man auf Holz: Innen soll das Baumaterial teilweise sichtbar bleiben und nach außen bekommt der neue Teil des Trakts eine Holzfassade – neben den großen Fensterflächen, die die geschlossene Fassade nicht zu wuchtig erscheinen lassen. „Ich bin auch froh, dass wir fast nur hier ansässige Firmen beauftragen konnten“, so die Projektleiterin. Die Nähe mache die Zusammenarbeit oft leichter. Sie ist zuversichtlich, dass die derzeit ausgelagerten Klassen aus den Containern auf dem Schulhof bereits im Februar oder März zurückziehen können. „Das sind tolle Container, die sind top gedämmt. Da war vor den Ferien auch bei der großen Hitze Unterricht kein Problem“, so Schulleiter Michael Göbbels. Er ist zufrieden mit der Zusammenarbeit und dem Fortschritt – auch wenn nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen konnte. 150 Jugendliche zusätzlich werden Platz finden – insgesamt können dann rund 1.300 Schüler*innen das Couven besuchen. Nach dem Umbau hat man so fast 628 Quadratmeter zusätzlich gewonnen. Und auf das Dach kommt noch eine Photovoltaikanlage und ein Teil des Dachs wird wieder begrünt.
Aber die schönste neue Klasse nutzt nichts ohne entsprechende Möbel und Ausstattung. Hier kommt die Abteilung Schule aus dem Fachbereich Jugend und Schule ins Spiel. Sabrina Schütze, stellvertretende Abteilungsleitung und Verena Keusgen, Gesamtkoordinatorin der „Maßnahmen zur Wiedereinführung G9 an Gymnasien“ sind zufrieden: „Wir sind im engen und sehr guten Austausch mit den Schulen. Welche Stühle, aber auch welche digitale Ausstattung wird gewünscht? Wir sind da nicht festgelegt“, so Koordinatorin Keusgen, die verspricht, dass die Möbel da sind, wenn die Jugendlichen die neuen Räume beziehen. Insgesamt werden am Couven-Gynasium mehr als 6,3 Millionen Euro investiert.
Seit über 20 Jahren: Schulreparaturprogramm
Gegen die Summen, die beim G8/G9-Ausbau investiert werden, scheinen die vier Millionen Euro, die für das Schulreparaturprogramm in diesem Jahr erneut im Haushalt vorgesehen sind, eher wie „Kleinkram“. Aber die Liste der Maßnahmen ist lang und die vier Millionen werden seit über 20 Jahren jedes Jahr kontinuierlich investiert. „Böden und Decken“, nennt Anne Dercks, Gebäudemanagement der Stadt Aachen, Teamleitung „Objektmanagement schulische Gebäude“ als Schwerpunkt. Und wenn man sich die Liste der für dieses Jahr geplanten mehr als 20 Maßnahmen anschaut, so werden tatsächlich in vielen Schulen und Schulturnhallen die Decken und Böden saniert oder ausgetauscht, so etwa in der Turnhalle der Grundschule Malmedyer Straße, die einen neuen Schwingboden erhält. Eine größere Maßnahme: Die großen Fenster in der Schwimmhalle der Grundschule Karl-Kuck-Straße werden ausgetauscht. Dercks: „Da kostet ein entsprechend gedämmtes Fenster mal schnell über 30.000 Euro.“ Eine etwas aufwendigere Maßnahme: In der Alkuinschule werden die WC-Anlagen der Turnhalle erneuert. Dazu musste aber der Grundriss angepasst werden. Hier ist man bei den letzten Arbeiten und hofft, kurz nach den Ferien fertig zu werden. Fertig wird sicher man nicht mit der kompletten Liste: „Am Anfang des Jahres nehmen wir uns immer viel vor. Alles schaffen wir in der Regel nicht. Viele Maßnahmen müssen wir ja in den Ferien umsetzen, um den Unterricht nicht zu stören und oft sind es auch die gleichen Firmen, die wir beauftragen. Die können aber meist nur auf einer Baustelle sein“, so Dercks. Aber im kommenden Jahr geht das Schulreparaturprogramm ja in die nächste Runde.
„Projektsteckbrief“ Aufstockung Couven-Gymnsium
Die gesamte Baumaßnahme – Errichtung der Interimscontainer und Umbau Schule – ist baugenehmigungspflichtig hinsichtlich Prüfung bauordnungsrechtlicher Aspekte, Brandschutz und Barrierefreiheit.
- Bauantrag Interimscontainer, Juni 2023 bis August 2023 für die Auslagerung von drei bis vier Schulklassen während der Bauzeit
- Bauantrag Aufstockung und Erweiterung „D-Trakt“, Juli 2023 bis Januar 2024
Bruttogeschoßfläche Raumgewinn neu im zweiten Obergeschoss durch die Aufstockung: 392 Quadratmeter. Nutzfläche gesamt nach Umbau des ersten und zweiten Obergeschosses im Bauteil Nord: 627,41 Quadratmeter.
Beschlüsse
Planungsbeschluss am 27. April 2021 (Ausschuss für Schule und Weiterbildung)
Baubeschluss am 27. April 2023 (Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Planungsausschuss)
Geplante Umbaumaßnahmen im laufenden Schulbetrieb
- Erweiterung des ersten und Aufstockung des zweiten Obergeschosses für zusätzliche 150 Schüler, dafür Ausbau von acht Klassenräumen, davon fünf Klassenräume zusätzlich und ein Multifunktionsraum
- Errichtung eines barrierefreien WCs im zweiten Obergeschoss
- Fassaden neu in Holztafelbauweise mit Holzbekleidung außen und nicht-brennbaren Faserzementplatten an Brandwänden
- Dachsanierung des Bestandsdach und ein neues Dach über der Raumerweiterung
- Ausstattung der gesamten Dachfläche mit Photovoltaik (ca. 400 Quadratmeter) und Gründach (ca. 190 Quadratmeter) auf der Dacherweiterung
- Anbau einer Stahlfluchttreppe viergeschossig als zweiter Rettungsweg, Fassade Ost, da nach dem Umbau mehr Schüler als vorher das Gebäude im Brandfall verlassen müssen. Die Klassen sind durch „Bypasstüren“ miteinander verbunden
- Austausch von fünf Rauchschutztüren gegen T30RS-Türen (höherer Standard)
- Austausch Elektroverteilungen neu
- Errichtung Batterieraum Sicherheitsbeleuchtung
Baufortschritt seit Baubeginn April 2024
- Errichtung der Interimscontainer für vier Schulklassen von April bis Juli 2024
- und Auslagerung
- Abbrucharbeiten und Rückbau des begrünten/bekiesten Flachdach ab August 2024
- Entkernung des betroffenen Gebäudeteils und Demontagen der Fassaden
- Rohbauarbeiten
- Errichtung der neuen Holztafelfassade mit Holz-Alufenstern
- Herstellen neuer Klassenräume in Trockenbauweise
- Anpassung, Umbau Sanitär,- Elektroinstallationen und Nachrichtentechnik
- Austausch fünf Rauchschutztüren gegen T30 RS-Türen
Folgende Gewerke ab August 2025
- Dacharbeiten mit Begrünung und Photovoltaik-Anlage
- Estrich- und Putzarbeiten
- Bodenbelags- und Fliesenarbeiten
- Tischlerarbeiten und Akustikmaßnahmen in allen Klassenräumen
- Malerarbeiten
- Errichtung Stahlfluchttreppe mit Gründung und Anbindung des ersten und zweiten Obergeschosses
- Anpassung Außenanlagen
Termine
- Rückzug der drei ausgelagerten Klassen im Frühjahr 2026 ins Gebäude
- Schulbeginn neuer Jahrgang nach den Sommerferien 2026
Kosten
- Gesamtkosten: 5.544.000 Euro
- Gesamtprojektsumme inklusive Varianz, Risikokosten und Betriebsausstattung: 6.325.000 Euro
Weitere G8/G9-Maßnahmen
- Rhein-Maas-Gymnasium G8/G9: Aufstockung Verwaltung, 1.OG, Asbestsanierung, Naturwissenschaftsräume
- Inda-Gymnasium G8/G9: zweigeschossiger Erweiterungsbau
- Gymnasium St. Leonhard G8/G9: a) Umbauten im Bestand b) Erweiterung des Mensagebäudes (in Planung)
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