Euregio mit Grenzkontrollen: was bleibt von Europa? Zum Stand der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Jahr 2026

Kategorie: Europa
Euregio mit Grenzkontrollen: was bleibt von Europa? Zum Stand der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Jahr 2026
Wer Pech hat, steht im Stau an der Grenze zwischen Maastricht und Aachen, weil dort die Bundespolizei den Verkehr umleitet und ab und zu die Pässe kontrolliert. Grenzkontrollen sind die neue Normalität in der Euregio, wo wir doch eigentlich seit Schengen grenzenlos miteinander leben wollten.
Diese Jahr wird die Euregio Maas-Rhein 50 Jahre alt. Das ist die Organisation mit Sitz in Eupen, die in den letzten Jahrzehnten viele grenzüberschreitende Projekte koordiniert hat. Mit Erfolg? Wo stehen wir nach all den Jahren der Zusammenarbeit an der belgisch, niederländisch, deutschen Grenze? Wie steht es um den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, die Zusammenarbeit der Hochschulen oder der Feuerwehren? Wie steht es um das Euregio-Gefühl der Menschen zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen?
Martin Unfried ITEM 200Martin Unfried ist Direktor des ITEM, Institute for Transnational and Euregional Cooperation and Mobility, an der Universität Maastricht. Seit mehr als 10 Jahren forscht er zu Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Der Ausgangspunkt dabei ist: die Grenzregionen in Europa sind der Testfall der europäischen Union. Besonders hier sollte sich für die Bürger*innen zeigen, welchen Mehrwert die EU für das tägliche Leben hat.
Jüngste Projekte beschäftigen sich unter anderen mit den Folgen der Grenzkontrollen, der Zusammenarbeit im medizinischen Bereich, grenzüberschreitender Mobilität und dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Aufgewachsen ist er in Baden-Württemberg und lebt bereits seit 30 Jahren in Maastricht.
Fragen aus dem Publikum sind willkommen. Die Moderation übernimmt Catharina Gottschalk. Sie ist bei der Stadtverwaltung Aachen Koordinatorin für euregionale und internationale Entwicklung.