Umbau Montessori-Zentrum Eilendorf
Umbau der vorhandenen Grundschule zu einem energieeffizienten Montessori-Zentrum



Nach Teilabriss alter, nicht mehr zeitgemäßer Gebäudeteile und Sanierung der erhaltenswerten Altbauten entstand mit einem Neubau für Aula, Mensa und Verwaltung als Verbindungsglied ein neues Gesamtensemble.






















Nach Teilabriss und Sanierung der Altbauten entstand mit einem Neubau für Aula, Mensa und Verwaltung als Verbindungsglied ein neues Gesamtensemble.

Das Gestaltungskonzept des Neubaus sowie die Sanierung der Altbauten basieren auf verschiedenen Grundlagen:
Das Gestaltungskonzept des Innenraumes führt zum einen die drei Bauteile unterschiedlicher Bauzeiten zu einer Schule zusammen, zum anderen bettet es auch die bestehenden Charakteristika der Altbauten, insbesondere die der bestehenden Treppenräume, ins Gesamtkonzept ein.
Impulse durch Partizipation
Wichtige Impulse für die Innenraumgestaltung kamen aus der Partizipation. Im Erwachsenenworkshop wurde zunächst definiert, welche Lernorte, Arbeits- und Aufenthaltsbereiche es in der zukünftigen Schule geben sollte.
Die Kinder beschrieben in ihren Workshops ergänzend die atmosphärischen Qualitäten, die sie sich in ihrer idealen Schule wünschen würden. Dabei war und ist die Natur in ihrer großen Vielfalt und ihrem Abwechslungsreichtum das dominierende Leitbild.
Adern, Feierherz und Lernplaneten
Sinnbildlich erfolgt die Übertragung, indem die Flure der Gebäudeteile zu den lebenswichtigen „Adern“ der Schule werden. Sie haben ihren Ursprung im „Feier-Herz“ (Aula und Mensa) und „wachsen“ von dort aus durch das Gebäude. So verbinden sie die für die Kinder wichtigen Bereiche miteinander, wie zum Beispiel die sogenannten Lern-Planeten (Klassenräume).
Die verschiedenen Lern- und Aufenthaltssituationen innerhalb und außerhalb des Gebäudes, insbesondere die „Lern-Nester“, „grünen Klassenzimmer“ und „Spiellandschaften“, sind gestalterisch und funktional Teile dieses Systems.
Um in der Vielfalt des Vorhandenen mehr Klarheit zu schaffen, beschränken sich die neu hinzukommenden Materialien auf Kautschuk für die Böden, gestrichene und Sichtbeton-Wände sowie akustisch wirksame Deckenpaneele aus Holzwolle. Diese Materialien sind in allen Gebäudeteilen gleich. Verflochten werden sie mit den Komponenten aus den Bestandsgebäuden: Natursteinböden, Wand- und Bodenfliesen sowie bleiverglasten Elementen.
Für den Bodenbelag von Aula, Mensa und Haupteingang wurde ein robusterer Bodenbelag gewählt, welcher konzeptionell den städtischen Außenraum mit der Versammlungsstätte und dem Schulhof verbindet.
Die Fassade ist als Lochfassade konzipiert und fügt sich damit in den städtebaulichen Kontext von Eilendorf ein. Eine Ausnahme bilden die Fenster von Aula und Mensa, die als großzügige Öffnungen in Pfosten-Riegel-Konstruktion umgesetzt wurden, um die beabsichtigte Öffnung der Schule zum Stadtteil zu betonen.
Der Haupteingang an der Kaiserstraße ist zurückgesetzt, um eine geschützte Eingangssituation zu schaffen. Hier greift der verputzte Sockel formal den Sockel des Altbaus auf.
Die Fassade wurde als Holzlattenfassade ausgeführt – zum einen wegen der interessanten Haptik, zum anderen, um den Neubau auch in der Materialität deutlich von den beiden Altbauten abzusetzen. So wird die neue Identität der Schule auch im Stadtbild sichtbar.
Die Holzfassade wird über die Attika hinaus übergehend in ein Edelstahl-Gewebe ab Ballfangzaun bis zu einem geraden Abschluss weiter nach oben gezogen. Dieser neue Abschluss bildet die Absturzsicherung des als Schulhoferweiterung genutzten Daches. Er führt die Dachlandschaft des Bestandes fort und lässt den Neubau damit einen selbstverständlichen Teil des Gebäudeensembles werden.




Das Gelände befindet sich in Eilendorf, Kaiserstraße 59 Ecke Karlsstraße. Das Gesamtareal umfasst verschiedene Gebäudeteile aus unterschiedlichen Zeitepochen:
Gebäudeensemble um 1909:
Alle Gebäudeteile aus dieser Epoche wurden ursprünglich als Solitärgebäude errichtet.
1950er Jahre:
1980er Jahre:
Weiterhin befinden sich auf dem Areal zwei Pavillons mit temporären Klassenräumen aus den 1970er Jahren.
Abriss
Die Maßnahme umfasste den Abriss des Gebäudes aus den 1980er Jahren (ehem. Flüchtlingsunterkunft), sowie den (Teil-) Abbruch des L-förmigen Gebäudes und Neubau an gleicher Stelle.
Sanierung
Die verbleibenden Bauteile mit schulischer Nutzung (Schulhaus Altbau 1909 sowie der erbleibende Teil des L- förmiger Anbaus) wurden saniert.
Neubau als Verbindungsglied
Der Neubau bildet baulich wie organisatorisch das neue Verbindungsglied der beiden Bestandsbauten. Im Erdgeschoss des Neubaus befinden sich mit Aula und Mensa die gemeinschaftlich genutzten Räume (das „Feier-Herz“). Im esrten Obergeschoss des Neubaus sind mit dem Verwaltungstrakt der Schule die Büros sowie Lehrerzimmer und Besprechungsräume untergebracht.
Das Volumen der Aula erstreckt sich durch das erste Obergeschoss und macht sie dadurch zu einer großzügigen Halle als Versammlungsstätte. Die Geschosshöhen des Neubaus richten sich nach den Geschosshöhen des Altbaus um 1909. Der Neubau ist zweigeschossig und nicht unterkellert.
In den Altbauten befinden sich jeweils die Klassen bzw. Fachräume und Nebenräume. Die Klassenraumstruktur mit den jeweiligen Nebenräumen der beiden Altbauten wurde erhalten.
Altbau 1950
Das Gebäudeteil aus den 1950er Jahren wurde aufgrund vorhandener Schadstoffe vollständig entkernt. Die Entkernung beinhaltete den Abbruch von Innenputz, Innentüren, Deckenputz, Bodenbelägen und Estrich. Sämtliche Innenraumflächen, Wände inkl. Türen, Decken, Böden wurden vollständig erneuert.
Die Decken wurden den Anforderungen entsprechend raumakustisch ertüchtigt. Die bestehenden Fenster wurden größtenteils bereits im Rahmen von vorangegangenen Maßnahmen durch Holz- Aluminium Fenster ersetzt, verbleibende Bestandsfenster wurden im Rahmen der Sanierung vollständig ausgetauscht.
Altbau 1909
Dieser Gebäudeteil wurde von Grund auf saniert. Hier wurde im geringeren Umfang eine Schadstoffsanierung erforderlich. Diverse Decken, Heizungsnischen, sämtliche Innenraumflächen, wie Wände inkl. Türen, Decken und Böden wurden vollständig erneuert.
Die Decken wurden den Anforderungen entsprechend raumakustisch ertüchtigt. Das kleine Treppenhaus, welches nicht den Anforderungen an den Brandschutz entsprach, wurde rückgebaut und durch eine neue, außenliegende Treppe ersetzt.
Sämtliche Fenster in der Außenfassade wurden durch neue Fenster nach historischem Vorbild ausgetauscht. Der historische Dachstuhl wurde neu eingedeckt und das bestehende Tragwerk von Grund auf ertüchtigt.
Entsprechend den Anforderungen erhiellten beide Altbauten neue Sanitärbereiche.
Im Rahmen der Gesamtsanierung der Grundschule Kaiserstraße erfolgte auch ein geförderter Austausch der Beleuchtung. Leuchtstofflampen werden durch LED Beleuchtung mit tageslicht- und Präsenzsteuerung ersetzt. Dies führte zu erheblichen Energieeinsparungen und einem besseren visuellen Komfort.
Die Beleuchtungssannierung erfolgte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.
Fördersumme: 23.500 €
FKZ: 67K16625
Laufzeit: 1.7.2021 - 31.10.2026
Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
