100 Tage auf dem Weg zum Straßenbauer: Schritt für Schritt in eine berufliche Zukunft
Der Gehweg ist aufgebrochen, die Platten liegen aufgestapelt neben dem Baufeld. Dazwischen eine freigelegte Fläche, aus der der Splitt bereits ausgeschaufelt wurde. Ein Wurzelschaden hatte die Platten aus ihrer ursprünglichen Lage gedrückt. Nun soll alles wieder eben und sicher werden.
Giovanni Rinössl beugt sich über die Fläche, zieht das lose Material glatt und prüft, ob alles gleichmäßig verteilt ist. Ein Handgriff, ein prüfender Blick, noch eine kleine Korrektur. Vor dem Mehrfamilienhaus in der Königsberger Straße wirkt die Arbeit unspektakulär – und doch entscheidet sich genau hier, ob der Gehweg später wieder sicher begehbar ist.
Seit rund hundert Tagen ist Giovanni Rinössl Auszubildender zum Straßenbauer beim Aachener Stadtbetrieb. Hundert Tage, in denen aus ersten Eindrücken zunehmend praktische Erfahrung wird. Mit jedem Arbeitsschritt wächst das Gespür des 17-Jährigen dafür, worauf es ankommt: Nicht nur auf kräftige Hände, sondern auch auf Ruhe, Genauigkeit und einen geschulten Blick für die gesamte Baustelle.
Verantwortung, die begleitet
Auch René Dupont gibt ihm diese Werte mit auf den Weg. Wertschätzend und auf Augenhöhe macht der Ausbilder deutlich, dass im Straßenbau nicht nur handwerkliches Geschick zählt, sondern auch Sorgfalt und ein Blick für das Ganze. Gleichzeitig lässt er dem 17-Jährigen Raum, eigene Erfahrungen zu sammeln. „Als Ausbilder muss ich mich den Azubis annehmen und auf sie eingehen“, sagt René Dupont. „Sie kommen gerade aus der Schule, sie müssen erst an die Arbeitswelt herangeführt werden.“ Denn neue Abläufe, andere Anforderungen und die Zusammenarbeit im Team sind für die Nachwuchskräfte zunächst ungewohnt. Dafür braucht es Zeit, Geduld und Vertrauen. Umso mehr freut sich René Dupont über Giovannis Motivation und seine Bereitschaft, dazuzulernen. Auch Christoph Spohr, Ausbildungsleiter beim Aachener Stadtbetrieb, weiß um die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit. „Eine gute Verbindung zum Auszubildenden ist wichtig. Sie ist die Grundlage dafür, Wissen weiterzugeben, Sicherheit zu vermitteln und junge Menschen Schritt für Schritt an ihre Aufgaben heranzuführen“, sagt er.
Menschen im Blick
Dass er sich auf seinen Ausbildungsbetrieb und die Kollegen verlassen kann, hat Giovanni Rinössl bereits im Jahr zuvor erfahren. Während eines einjährigen schulischen Praktikums lernte er den Stadtbetrieb, die internen Abläufe und das Aufgabenspektrum kennen. Im anschließenden Bewerbungsverfahren setzte er sich gegen seine Mitbewerber durch. Mittlerweile sei er sehr gut ins Team integriert, erzählt er. „Wir unterstützen uns gegenseitig und kommen so zu besseren Ergebnissen.“
Die Unterstützung durch den Aachener Stadtbetrieb geht dabei über die praktische Arbeit hinaus. Auch die schulischen Leistungen der Auszubildenden haben die Verantwortlichen im Blick. Wer in der Berufsschule Schwierigkeiten hat, erhält Unterstützung. Gleichzeitig wird darauf geachtet, die Auszubildenden entsprechend ihrer Motivation und ihres Engagements zu fördern: Wer lernen möchte und sich einbringt, bekommt die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.
Gemeinsam für Aachen
Die Ausbildung beim Aachener Stadtbetrieb bietet Menschen verschiedene Möglichkeiten, ins Berufsleben zu starten: Straßenbauer, Straßenwärter, Gärtnerinnen und Gärtner in den Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgärtnerei und Zierpflanzenbau, außerdem KFZ-Mechatroniker Nutzfahrzeugtechnik und Kaufleute im Bereich Digitalisierungsmanagement werden hier ausgebildet. Die Tätigkeiten sind unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Die Auszubildenden lernen, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Stadt Aachen und ihre Bürgerinnen und Bürger zu leisten.
Wer herausfinden möchte, welcher Beruf zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passt, kann den Aachener Stadtbetrieb beispielsweise während eines schulischen Praktikums kennenlernen. Dabei erhalten Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeitsabläufe und können erste praktische Erfahrungen sammeln. So lässt sich herausfinden, ob aus einem ersten Interesse ein Berufswunsch werden kann. Auch freiwillige Praktika sind bis zu zwei Wochen möglich. Wer sich für eine Ausbildung interessiert, hat damit die Möglichkeit, den Betrieb und seine Aufgaben frühzeitig kennenzulernen – und vielleicht den eigenen beruflichen Weg beim Aachener Stadtbetrieb zu beginnen.
Schritt für Schritt in die Zukunft
Für Giovanni Rinössl war dieser Weg genau der Richtige. Seine Arbeit trägt dazu bei, dass Menschen in Aachen sicher unterwegs sind und schafft zugleich sichtbare Ergebnisse im Stadtbild. Giovanni gefällt genau das an seinem Beruf: Er erkennt am Ende des Tages, was durch seine Arbeit entstanden ist. Nach den ersten hundert Tagen hat er damit nicht nur den Arbeitsalltag im Straßenbau kennengelernt, sondern auch, welche Verantwortung mit dem Beruf verbunden ist und dafür den Grundstein für seine Karriere gelegt. „Ich freue mich auf alles, was kommt.“
Ausbildung, Praktikum und Hospitation
Die neuen Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn am 1. August 2027 sind ausgeschrieben. Gesucht werden Auszubildende in den Bereichen Straßenbauer*in, Straßenwärter*in, Gärtner*in der Fachrichtungen Garten- und Landschafsbau sowie Friedhofsgärtnerei und KFZ-Mechatroniker*innen für Nutzfahrzeugtechnik. Alle Stellen und weitere Informationen finden sich im Karriereportal der Stadt Aachen unter www.karriere.aachen.de. Fragen hierzu beantwortet Christoph Spohr, christoph.spohr@mail.aachen.de und 0241/432-18024.
Der Aachener Stadtbetrieb bietet schulische und freiwillige Praktika sowie Hospitationen an. Hierzu können sich Interessierte an Michaela Landskron wenden: michaela.landskron@mail.aachen.de und 0241/432-18019.
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