Pressemitteilungen

Ein Jahr nach Baustart: So läuft die Umgestaltung des Theaterplatzes

  • Ein Großteil der Leitungsarbeiten in der Theaterstraße ist bereits abgeschlossen. Bald beginnt der Einbau des Löschwassertanks vor dem Theater.
  • Nach umfangreichen archäologischen Funden auf der Nordseite des Theaterplatzes und den daraus resultierenden bautechnischen Herausforderungen haben Stadt und Regionetz den Zeitplan aktualisiert.
  • Erste Teile der Umgestaltung, vorneweg der Theaterboulevard entlang der Theaterstraße, sollen im Laufe des Jahres 2027 fertiggestellt sein. Mit dem Abschluss der Baumaßnahme rechnet die Stadt bis zum Ende des Jahres 2028.


Seit einem Jahr dominieren rund um das Theater Bagger, Bauarbeiter und die bekannten rot-weißen Absperrbaken das Bild. Die Umgestaltung des Theaterplatzes und seines Umfeldes zu einer Bühne für alle laufen auf Hochtouren. Neben der Baustellenbelastung herrscht allerorten Vorfreude auf den neuen Premiumplatz, den Aachen erhält. In einem gemeinsam Pressetermin haben Stadt und Regionetz am Donnerstag (29. Januar) über den aktuellen Baufortschritt, anstehende Herausforderungen und den angepassten Zeitplan der Baumaßnahme informiert. Stadtbaurätin Frauke Burgdorff zollt allen Beteiligten hohen Respekt: „Diese Baumaßnahme hat alles zu bieten, was das Bauen herausfordernd macht. Ein starkes Team, das unter der Erde und – unter anderem mit den 29 neuen Bäumen – auch über der Erde wirkt, hat insbesondere mit den archäologischen Funden und den notwendigen Umplanungen bewiesen, dass es schnell und pragmatisch auf die Herausforderungen der Praxis reagiert.“

Archäologische Funde werden ausgestellt
Seit Januar 2025 erneuert die Regionetz auf der Theaterstraße und am Theaterplatz die Ver- und Entsorgungsleitungen und baut die umweltfreundliche Fernwärme in diesem Bereich aus. Die Maßnahme erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Der Abschnitt in der Theaterstraße hinauf bis zur Kreuzung Borngasse ist nahezu abgeschlossen, wie Ralf Jansen, maßnahmenverantwotlicher Bauleiter von der Regionetz, berichtet. Bei den Tiefbauarbeiten auf der nördlichen Seite des Theaterplatzes haben Archäologen seit dem vergangenen Frühjahr aufsehenerregende Funde gemacht. Fachleute hatten im Vorfeld bereits damit gerechnet, dass in diesem Bereich der historischen Innenstadt Entdeckungen gemacht werden. Im 13. Jahrhundert entstanden dort zunächst ein Begardenkloster, welches im 17. Jahrhundert von den Kapuzinern übernommen wurde, wie Stadtarchäologe Andreas Schaub erläutert. Reste davon, inklusive menschlicher Skelette des Klosterfriedhofs , sind dort aufgetaucht. Die Archäologen sind weiterhin vor Ort im Einsatz. Parallel wird derzeit eine Ausstellung vorbereitet, die in wenigen Wochen Menschen dazu einlädt, mehr über die Archäologie-Funde am Theaterplatz zu erfahren.

Neuer Zeitplan
Wegen der archäologischen Entdeckungen und der sich daraus ergebenden technischen Herausforderungen haben die Stadt und ihre Partner im vergangenen Jahr stets flexibel den Bauplan angepasst. Daraus ergibt sich ein neuer Zeitplan für die Umgestaltung des Theaterplatzes, den Stadtbaurätin Burgdorff und ihr Team nun vorstellten:

  • Die Bauarbeiten auf der Theaterstraße werden Ende 2027 abgeschlossen sein. Dann wird dieser Bereich mit neuen Oberflächen und vielen neuen Bäumen der Öffentlichkeit bereits komplett zur Verfügung stehen.
  • Die Umgestaltung der nördlichen Seite des Theaterplatzes wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen.
  • Die südliche Platzseite und Mitte des Theaterplatzes werden voraussichtlich bis Ende 2028 fertig gestellt.


Für die Außengastronomie versucht die Stadt während der Bauzeit weiterhin gemeinsam mit der Baufirma Lösungen für die Betreiber zu finden.

Angepasste Verkehrsführung ab 2. Februar
Nun wandert die Baustelle auf die Südseite des Theaterplatzes. Dann finden dort die Leitungsarbeiten im Erdreich statt. Deswegen wird ab Montag, 2. Februar, die Verkehrsführung angepasst. Motorisierte Verkehrsteilnehmende können künftig über die nördliche Seite (Theaterstraße aus Richtung Kreuzung Borngasse) den Theaterplatz und zum Beispiel dort liegende Arztpraxen ansteuern. Behindertenparkplätze werden entsprechend ausgewiesen. Die bisherige Zufahrt über den Kapuzinergraben entfällt. Wichtige Botschaft der Stadt: Alle Menschen können das Theater und alle umliegenden Geschäfte und Praxen weiterhin gut erreichen! 

Die darüber hinaus seit einem Jahr ausgeschilderten Umleitungsstrecken haben sich etabliert und werden von den Verkehrsteilnehmenden gut angenommen.

Löschwassertank für das Theater
Ein besonderes Projekt im Großprojekt Umgestaltung Theaterplatz ist ebenfalls in diesen Tagen gestartet: der Einbau eines Löschwassertanks für das Theater. Dieser ist notwendig, um einen zukunftsfesten Brandschutz für Aachens Kulturhaus zu gewährleisten. Verantwortlich für diese Baumaßnahme ist das städtische Gebäudemanagement. Abteilungsleiter Robert Schmidt erläutert: „Wir haben die Gelegenheit genutzt, um die Versorgung des Theaters mit Löschwasser wesentlich zu verbessern. Dazu werden im Theatervorplatz ein Löschwasservorratsbehälter mit einem Volumen von 100.000 Liter Wasser und eine redundant ausgeführte Technikzentrale unterirdisch eingebaut, um im Ereignisfall die Sprühflutlöschanlage, Sprinkleranlage und die Wandhydranten sicher und stabil mit Löschwasser zu versorgen.“ Die Kampfmitteluntersuchungen beginnen in den kommenden Tagen, danach erfolgt der Tiefbau mit der archäologischen Begleitung. 

Oberflächenarbeiten starten in diesem Jahr
Die Politik hat den Ausführungsbeschluss für die Gestaltung der neuen Theaterplatz-Oberfläche zu einer Bühne für alle im Juli 2025 beschlossen. Aktuell werden die Ausschreibung und Vergabe für die Umsetzung der Oberflächen vorbereitet, wie Projektleiter Philip Spahr berichtet. Ziel ist es, den Auftrag bis zum Sommer 2026 zu vergeben und direkt im Anschluss mit den Straßenbauarbeiten in der Theaterstraße zu beginnen, wie Silke Roder, Leiterin der Tiefbauabteilung im Fachbereich Mobilität und Verkehr ergänzt.

Ein neuer Brunnen und grüne Theatergärten
Am Theaterplatz und in seinem Umfeld beweist die Stadtgesellschaft, dass sie die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft annimmt. Unter der Erde entsteht mit den Anlagen für Fernwärme und Schwammstadt technisch Nachhaltiges und über der Erde sorgen ein großer Brunnen, die Theatergärten, die Gastrobereiche, die 29 zusätzlichen Bäume und natürlich das Theater selbst mit den umliegenden Geschäften, Bars und Restaurants für besonderes Großstadtflair und eine hohe Aufenthaltsqualität.

Der Theaterplatz ist eines der zentralen Projekte des Innenstadtkonzepts 2022 (ISK 22), das vor gut zehn Jahren erarbeitet worden ist. Für die Platzgestaltung ist es gelungen, die letzten großen Summen an Städtebaufördermitteln auf Grundlage des ISK 22 einzuwerben. Die Baukosten für die Gestaltung der Theaterstraße und des -platzes betragen zusammen circa zehn Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent werden davon mit Bundes- und Landesmittel gefördert. Der Umbau der barrierefreien Bushaltstellen in der Theaterstraße kann sogar zu 100 Prozent über ein Programm des GoRheinland gefördert werden.

Der Kapuzinergraben soll als dritter Bauabschnitt zeitlich nachgelagert realisiert werden. Nach einer ersten Beratung und Vorauswahl eines Querschnitts im Mobilitätsausschuss Anfang 2024 werden die Planungen nun in enger Abstimmung mit den Planungen zur Innenstadtmobilität und dem Regiotram-Prozess weiterentwickelt.

Infos zum Theaterplatz im Internet: www.theaterplatz-aachen.de

Komplexem Arbeiten im Untergrund: Unzählige Meter Ver- und Entsorgungsleitungen sind in den vergangenen Monaten bereits im Erdreich rund um das Theater verlegt worden. Dazu gab es umfangreiche archäologische Funde. 
Teamarbeit am Theaterplatz: (v.l.) Stadtbaurätin Frauke Burgdorff, Projektleiter Philip Spahr, Silke Roder (Abteilungsleiterin Tiefbau), Robert Schmidt (Abteilungsleiter Gebäudemanagement), Stadtarchäologe Andreas Schaub und Regionetz-Bauleiter Ralf Jansen. 
Stadtbaurätin Frauke Burgdorff: „Diese Baumaßnahme hat alles zu bieten, was das Bauen herausfordernd macht.“ 
Projekt im Gesamtprojekt: Im Platz wird im Auftrag des Gebäudemanagements ein Löschwassertank mit einem Volumen von 100.000 Leitern für das Theater eingebaut. 
Komplexem Arbeiten im Untergrund: Unzählige Meter Ver- und Entsorgungsleitungen sind in den vergangenen Monaten bereits im Erdreich rund um das Theater verlegt worden. Dazu gab es umfangreiche archäologische Funde.


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