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Asiatische Hornisse auch in Aachen etabliert: Aufklärung und sachlicher Umgang stehen im Mittelpunkt

  • Die Asiatische Hornisse ist laut Bundesregierung mittlerweile eine „etablierte invasive gebietsfremde Art“ in Deutschland.
  • Die Art ist für den Menschen nicht gefährlicher als heimische Hornissen oder Wespen.
  • Die zukünftige Strategie: Breite Aufklärung, gezielte Entfernung in sensiblen Bereichen und Schutzmaßnahmen in der Imkerei.

 

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend in Deutschland ausgebreitet und gilt laut Bundesregierung seit dem 25. März 2025 als „etablierte invasive gebietsfremde Art“ in Deutschland – somit auch in Aachen. Die kommunale Bekämpfungs- und Ausrottungspflicht entfällt deshalb und geht in eine sogenannte Managementphase über. Wie diese ausgestaltet wird, wird derzeit zwischen der Stadt Aachen und einem breiten Experteninnen- und Expertenkreis auf Basis des aktuellen Wissenstandes vereinbart. Das grundsätzliche Ziel: die Minimierung der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Biodiversität, sowie die Wirtschaft – besonders auf die Bienenhaltung und Imkerei. Im Fall der Asiatischen Hornisse stoßen dabei derzeit unterschiedliche Interessen, Befürchtungen und Beobachtungen aufeinander. „Ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen ist aber bei der Bekämpfung dieser invasiven Art besonders wichtig“, so der Umweltdezernent der Stadt Aachen, Heiko Thomas. „Nur so werden wir mit dieser Situation angemessen umgehen können. Ziel der Bemühungen ist es, die Öffentlichkeit besser zu informieren und geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im privaten wie öffentlichen Raum zu vereinbaren.“

Um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, hatte die Stadtverwaltung Vertreterinnen und Vertreter aus der professionellen Schädlingsbekämpfung, Naturschutz, Landwirtschaft und der Imkerschaft zum Austausch eingeladen. In konstruktiven Gesprächen dieses Expertenkreises wurde über Erfahrungen mit der Art, mögliche Maßnahmen sowie über eine gemeinsame Kommunikationsstrategie beraten.

Schnell wurde klar: Die Asiatische Hornisse ist bedauerlicherweise gekommen und wird hierbleiben. Es geht nun darum, ein langfristiges Vorgehen und Informationsangebot zu vereinbaren. Da sie keine natürlichen Gegner hat, wird sie nicht wieder verschwinden, wie zahlreiche andere Länder der EU – Frankreich, Niederlande und Belgien – zeigen. Fachleute betonen, dass von der Asiatischen Hornisse grundsätzlich keine größere Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht, als von heimischen Wespen- oder Hornissenarten. Die Tiere verhalten sich überwiegend defensiv und verteidigen ihre Nester nur im direkten Umfeld. Für die Allgemeinbevölkerung besteht daher kein erhöhtes Risiko. Wie bei anderen Insektenstichen gilt jedoch: Für Allergiker kann ein Stich entsprechende gesundheitliche Folgen haben. Die Auswirkung auf die regionale Biodiversität wird von den Fachleuten jedoch als eher gering eingestuft.

Auswirkungen vor allem für die Imkerei
Der wirtschaftliche Schaden betrifft vor allem die Imkerei, die gezwungen ist, passende Gegenmaßnahmen zu etablieren. Die Asiatische Hornisse jagt häufig vor Bienenstöcken und kann dort Honigbienen abfangen. Da die in Europa verbreitete Honigbiene keine angepassten Abwehrstrategien besitzt, sind Imkerinnen und Imker aufgerufen, geeignete Schutzmaßnahmen für ihre Bienenvölker zu ergreifen und sich über aktuelle Empfehlungen aus Forschung und Praxis zu informieren. Empfohlen werden unter anderem bauliche Anpassungen an den Bienenstöcken, wie verkleinerte Fluglöcher, Schutzgitter oder Schutzvorrichtungen rund um die Stöcke.

Eine Maßnahme von der hingegen dringend abgeraten wird, ist der Einsatz der Fallenjagd auf Jungköniginnen im Frühjahr. Diese Fallen sind – trotz gegensätzlicher Produktangaben – nicht spezifisch, also lediglich auf die asiatische Hornisse ausgerichtet. Sie bedeuten so einen Schaden für weitere Insekten, da ein immenser Beifang nachgewiesen ist. Die unspezifische Jagd mit Fallen stellt einen Verstoß gegen das Tötungsverbot aus den Paragraphen 39 und 44 des Bundesnaturschutzgesetz dar und ist somit verboten.

Gezieltes Vorgehen statt flächendeckender Bekämpfung
Auch in Aachen nimmt die Zahl der Sichtungen zu: Während im Jahr 2024 rund 30 Meldungen registriert wurden, lag die Zahl im Jahr 2025 bereits im niedrigen dreistelligen Bereich. Etwa 40 Nester wurden im vergangenen Jahr durch städtische Stellen entfernt. Viele Nester werden jedoch erst spät im Jahr entdeckt – häufig erst im Herbst, wenn sie in den Baumkronen sichtbar werden. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Tiere oft bereits weiterverbreitet, sodass eine Entfernung dann nur noch begrenzte Wirkung hat. Großflächige Bekämpfungsmaßnahmen zeigen laut Fachleuten keinen nachhaltigen Erfolg. Zudem zeigt die Praxis, dass nur ein kleiner Teil der Nester tatsächlich an sensiblen Standorten liegt. Gleichzeitig ist die Entfernung häufig aufwendig und kostenintensiv. Deshalb wird die gezielte Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in sensiblen Bereichen, vor allem durch Profis und zum richtigen Zeitpunkt, sowohl von der Stadt als auch von Expertinnen und Experten, empfohlen.

Daher setzt die Stadt künftig auf ein zielgerichtetes Vorgehen: Nester sollen vor allem dort entfernt werden, wo konkrete Gefahren bestehen – etwa in der Nähe von Schulen, Spielplätzen, Kindertagesstätten oder in direkter Nähe zu Wohngebäuden. Die Stadt Aachen wird im öffentlichen Bereich die Nester der Asiatischen Hornisse entnehmen, um insbesondere solche Bereiche zu schützen oder um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Wer also im öffentlichen Raum an einer vermeintlich sensiblen Stelle ein solches Nest entdeckt, kann dies melden unter stadt.aachen@mail.aachen.de oder telefonisch unter 0241 432-18180. Auch über den Mängelmelder der Stadt können solche Nester gemeldet werden: https://maengelmelder.aachen.de/.

Nester auf privaten Grundstücken müssen durch professionelle Anbieter, etwa Schädlingsbekämpfungsunternehmen, entfernt werden, beauftragt durch die Eigentümerinnen und Eigentümer.

Aufklärung als wichtigstes Instrument
Alle an den Beratungen beteiligten Fachleute waren sich in einem Punkt einig: Sachliche Information ist das wichtigste Instrument im Umgang mit der Asiatische Hornisse. In Europa muss der Umgang mit ihr erlernt und ein pragmatischer Umgang mit dieser Art entwickelt werden.

Langfristig wird es nach Einschätzung vieler Expertinnen und Experten darum gehen, mit der Art zu leben und gleichzeitig mögliche Auswirkungen auf einzelne Bereiche – insbesondere die Imkerei – so gut wie möglich zu begrenzen.

Sie haben eine Asiatische Hornisse gesichtet? Im Neobiotaportal des LANUK (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen) können Sie Sichtungen eintragen: https://neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de/neobiota/de/fundpunkte/erfassung


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