Abwechslungsreiches Rahmenprogramm zum Walter-Hasenclever-Literaturpreis
- Der Kulturbetrieb der Stadt Aachen und die Walter-Hasenclever-Gesellschaft haben ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zur Walter-Hasenclever-Preisverleihung erstellt.
- Ob Ausstellung, Lesung oder Vortrag: Die Veranstaltungen beleuchten das Werk von Walter Hasenclever (1890-1940).
- Die diesjährige Preisträgerin, Autorin Daniela Krien, liest aus ihrem Werk und diskutiert mit Schüler*innen des Einhard-Gymnasiums.
Zum ersten Mal begleitet in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm die Verleihung des Walter-Hasenclever-Literaturpreises der Stadt Aachen. „Mit dem Begleitprogramm wollen wir in diesem Jahr zum 135. Geburtstag und 85. Todestag von Walter Hasenclever seinem literarischen Schaffen gedenken“, sagt Olaf Müller, Betriebsleiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen und Jury-Mitglied.
Das Begleitprogramm umrahmt die Preisverleihung, die am Sonntag, 21. September, um 11 Uhr im Spiegelsaal des Theater Aachen stattfindet. Die Autorin Daniela Krien erhält den Literaturpreis und liest am Tag zuvor, am Samstag, 20. September, um 18 Uhr im Ludwig Forum Aachen aus ihrem Werk. Der Eintritt zur Lesung beträgt acht Euro (ermäßigt fünf Euro). Karten im Vorverkauf sind erhältlich bei: Ludwig Forum Aachen, Buchhandlung am Markt in Aachen-Brand, Buchhandlung Backhaus und Buchhandlung Schmetz am Dom.
Das Rahmenprogramm
Die Eröffnung der Ausstellung „Eine Erinnerung an einen großen Aachener Dramatiker“ im Internationalen Zeitungsmuseum am Dienstag, 9. September, um 15 Uhr läutet die Vorfreude auf die kommende Verleihung ein. Die Ausstellung in Kooperation mit der Walter-Hasenclever-Gesellschaft zeigt anhand von Texten, Bildern und Zeitungsausschnitten Stationen aus Leben und Werk des Aachener Dramatikers bis zu seinem Tod im Jahr 1940.
Prof. Gilles Darras lädt am Mittwoch, 10. September, um 18 Uhr zu seinem Vortrag mit anschließendem Gespräch „Gott ist auch mit den Feinden. Walter Hasenclevers Bekehrung zum Pazifismus in seinem expressionistischen Drama Antigone“ ins Centre Charlemagne ein. Der französische Literaturprofessor beleuchtet in seinem Vortrag auf Deutsch Hasenclevers Adaption des antiken Dramas „Antigone“, seine Kriegserfahrungen und seine Hinwendung zum Pazifismus. „Der Vortrag behandelt ein hochaktuelles Thema, über das viel diskutiert werden kann“, erklärt Axel Schneider, Vorsitzender der Walter-Hasenclever-Gesellschaft und Jury-Vorsitzender. Um Anmeldung per Mail kultur@mail.aachen.de wird gebeten.
„Aachen liest Hasenclever“: Am Donnerstag, 11. September, um 18 Uhr kommen unter anderem Kulturliebhabende, Schüler*innen und Buchhändler*innen im Centre Charlemagne zusammen, um jeweils eigens ausgewählte kurze Passagen aus Hasenclevers Werk zu lesen. Unter Moderation von Axel Schneider tragen beispielsweise Kulturdezernent Heinrich Brötz und Lehrerin Bettina Baumann mit Schüler*innen des Einhard-Gymnasiums vor. Außerdem wird Schriftsteller Suleman Taufiq lesen, der wie Hasenclever auf eine jahrzehntelange Exilerfahrung zurückblickt und 1996 den Hasenclever-Förderpreis erhalten hat.
Ein Tag nach der Preisverleihung am Montag, 22. September, um 11 Uhr diskutiert die Preisträgerin Daniela Krien gemeinsam mit Schüler*innen in der Aula des Einhard-Gymnasiums an der Robert-Schuman-Straße unter dem Motto „Sie saß nur da und hörte einfach zu“. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten unter baumann@einhard-gymnasium.de.
Walter Hasenclever
Walter Hasenclever wurde am 8. Juli 1890 in Aachen geboren. Er starb am 21. Juni 1940 in einem südfranzösischen Internierungslager. Sein lyrisches Werk sowie sein 1916 uraufgeführtes Drama „Der Sohn“ machten ihn zu einem Exponenten des literarischen Expressionismus. 1917 erhielt er den Kleist-Preis, von 1924 bis 1930 lebte er als Journalist in Paris. Während dieser Zeit verfasste er eine Reihe von Schauspielen. Zeitweise avancierte er zum meist gespielten Dramatiker des deutschen Sprachraumes. 1930 arbeitete Hasenclever als Drehbuchautor Greta Garbos in Hollywood. 1933 wurden seine Werke in Deutschland verboten und verbrannt. Als Regimekritiker auch physisch gefährdet, flüchtete er ins Exil, wo er angesichts der deutschen Kriegserfolge Suizid beging.
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