Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: Der „Tag der Wohnungslosen“ 2025 in Aachen
In der Stadt Aachen ist – offen sichtbar und auch unsichtbar – eine erhebliche Anzahl an Menschen wohnungslos. Doch welche Wege und Strategien sind nötig und möglich, um Wohnungslosigkeit zu beseitigen? Mit dieser Fragestellung lädt die Stadt Aachen am bundesweiten „Tag der Wohnungslosen“ am Donnerstag, 11. September, ab 18 Uhr in die Citykirche St. Nikolaus ein. „Wir wollen an diesem Tag einen wertschätzenden Blick auf die Belange von Wohnungslosen werfen, auf deren Schicksale und Probleme. Vieles davon geschieht im Schatten, außerhalb unserer Wahrnehmung“, sagt Thomas Hissel, Beigeordneter für Wohnen, Soziales und Wirtschaft. Dazu trägt, wie Hissel weiter ausführt, auch ein immer angespannterer Wohnungsmarkt bei: „Die Nachfrage nach Wohnraum wächst, das Angebot wächst aber nicht mit.“ Die Unterbringung und Versorgung wohnungsloser Menschen werden zunehmend herausfordernder.
Die Arbeit der Stadt Aachen und der Sozialverbände beginnt aber nicht erst mit dem Punkt der Wohnungslosigkeit. „Wir setzen mit unserem Hilfsangebot früher an, denn ein Auslöser, der zur Entstehung von Wohnungslosigkeit beiträgt, besteht oftmals in dem Bruch sozialer Bindungen im Leben eines Menschen“, erklärt Sandra Knabe, Abteilungsleiterin Übergangswohnen für wohnungslose und geflüchtete Menschen. „Hier ist die gute Kooperation mit den freien Trägern enorm wichtig.“ Die Angebote reichen von sozialer Beratung und der Vermittlung weitergehender Hilfen bis zur Unterstützung beim Beziehen einer regulären Wohnung. Die Bewohner*innen der Übergangswohneinrichtungen und der zur Verfügung gestellten Einzelwohnungen werden durch Sozialarbeiter*innen betreut, um sie bei der Bewältigung der bestehenden, besonderen sozialen Schwierigkeiten zu unterstützen.
Der „Tag der Wohnungslosen“, bundesweit initiiert durch die Wohlfahrtsverbände, soll nicht nur auf das Schicksal vieler Menschen, die ohne ein Zuhause leben müssen, aufmerksam machen, sondern dazu motivieren, diese soziale Herausforderung gemeinsam zu lösen. Denn Wohnungslosigkeit geht alle an. Die Veranstaltung in Aachen dient dazu, Vorurteile abzubauen und Unterstützung für Betroffene zu fördern.
Zum Beginn wird als Impuls der 40-minütige Spielfilm „Ciao Bella“ gezeigt, der in Aachen spielt und das Thema Obdachlosigkeit mit besonderem Fokus auf Frauen beleuchtet. Die Regisseurin Lina Schmeink wird die Entstehungsgeschichte des Films im Vorfeld darstellen. Im Anschluss folgt eine moderierte Podiumsdiskussion zum Thema Wohnungslosigkeit mit Vertreter*innen der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes und des Vereins WABe, dem ehemals von Wohnungslosigkeit Betroffenen und heutigen Autor und Sozialaktivisten Dominik Bloh, Prof. Dr. phil. Markus Baum, Professor für Soziologie an der katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, und Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales & Integration der Stadt Aachen. „Wir wollen mit dem Publikum das diskutieren, was wir zuvor gesehen haben“, sagt Frankenberger. Im Anschluss findet ein offener Austausch statt, in dem auch die Besucher*innen Gelegenheit erhalten, Fragen zu stellen und sich aktiv an der Debatte zu beteiligen. „Es soll aber auch eine Diskussion mit Betroffenen sein. Wir laden bewusst wohnungslose Menschen ein, sich einzubringen“, betont Frankenberger.
Ziel ist es, bestehende Hilfeleistungen in Aachen vorzustellen und zusätzliche bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Dabei soll auch beleuchtet werden, welche Barrieren und Hemmnisse dazu führen, dass nicht alle von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen die vorhandenen Hilfen in Anspruch nehmen können oder wollen. „Unser Ziel ist es, dass Übergangswohnen für den Übergang ist“, sagt Sandra Knabe. Die Veranstaltung soll deshalb auch „alle Menschen und vor allem Eigentümer*innen darin bestärken, mutig zu sein, sich zu öffnen und den Menschen eine Chance zu geben.“
Datum: Donnerstag, 11. September 2025
Ort: Citykirche St. Nikolaus, Aachen
Uhrzeit: 18 – 21 Uhr
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