Ratsbürgerentscheid zu den Olympischen und Paralympischen Spielen

Die Aachener*innen können abstimmen, ob Aachen sich mitbewerben soll. „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Aachen an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ So lautet die Frage, die Aachen per Ratsbürgerentscheid am 19. April beantwortet.

Wie läuft der Ratsbürgerentscheid ab?

Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Brief. Alle Abstimmungsberechtigten erhalten ihre Abstimmungsunterlagen bis zum 29. März. Wer die Abstimmungsunterlagen bis zum 29. März nicht erhalten hat, wendet sich bitte bis spätestens zum 17. April, 15 Uhr an den Fachbereich 01/Wahlen der Stadt Aachen, Blücherplatz 43, Tel. 0241 432-1600. Abstimmungsbriefe kann man dort bis zum 19. April , 16:00 Uhr, einreichen. An diesem Tag wird das Ergebnis, wie in ganz Nordrhein-Westfalen, ausgezählt.

Wer darf abstimmen?

Mitentscheiden dürfen alle, die bei Kommunalwahlen wahlberechtigt sind. Das heißt: Alle EU-Bürger*innen, die spätestens am 3. April 2026 in Aachen mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet sind. Wohnungslose, die sich gewöhnlich in Aachen aufhalten und keine Wohnung außerhalb des Abstimmungsgebiets haben, können sich bis zum 27. März 2026 auf Antrag ins Abstimmungsverzeichnis eintragen lassen. In Aachen dürfen rund 185.000 Menschen abstimmen.

Wie kommt die Stimme wieder bei der Stadt an?

Alle Abstimmungsberechtigten können ihre Stimmzettel – ähnlich wie bei der Briefwahl – in den mitgesandten Umschlag packen und in die Post geben. Der Abstimmungsbrief muss so rechtzeitig mit der Post abgesandt oder direkt bei der auf dem Abstimmungsbriefumschlag angegebenen Stelle abgegeben werden, so dass er am 19. April bis 16 Uhr eingeht. Für die rechtzeitige Zustellung im Wahlamt ist jeder selbst verantwortlich. Der Brief kann auch in den Briefkasten am Wahlamt, Blücherplatz 43, eingeworfen oder vor Ort abgegeben werden.

Wie kommt Aachen zu einem Ergebnis?

Damit das Ergebnis gültig ist, muss eine Mindestbeteiligung erreicht werden. Da in Aachen über 100.000 Menschen leben, gilt ein sogenanntes Abstimmungsquorum von 10 Prozent. Das bedeutet: Wird eine Mehrheit für oder gegen die Bewerbung erreicht, ist die Abstimmung nur dann wirksam, wenn die Mehrheit zugleich auch mindestens zehn Prozent der Aachener Bürger*innen entspricht. Wenn eine Mehrheit erreicht und das Abstimmungsquorum erfüllt ist, ist das Ergebnis bindend.

Warum ein Bürgerentscheid?

Ein solches Großereignis, wie diese modernen, nachhaltigen Olympischen und Paralympischen Spiel kann es nur mit und nicht gegen den Willen der Menschen im Land und in den teilnehmenden Kommunen geben. Deshalb hat der Rat der Stadt Aachen hat am 28. Januar beschlossen, die Bürger*innen an der Entscheidung zu beteiligen, ob die Stadt Aachen bei der Bewerbung KölnRheinRuhr zu den Olympischen und Paralympischen Spielen dabei sein soll.

Nähere Informationen rund um die Olympiabewerbung findet man unter aachen.de/olympia

Stimmempfehlungen der Parteien

  • CDU (Fraktion im Rat der Stadt Aachen)

    Aachen hat beste Voraussetzungen, Teil Olympischer und Paralympischer Spiele zu werden. Unsere Stadt verfügt über eine weltweit anerkannte Reitsport-
    Infrastruktur – und über eine Haltung, die zum olympischen Gedanken passt. In Aachen müsste nichts auf Verdacht gebaut werden. Unsere Sportstätten
    sind erprobt, nachhaltig und dauerhaft nutzbar. Die Soers steht exemplarisch für Spiele, die nicht für wenige Wochen entstehen – sondern langfristig
    wirken. Mit den Anlagen in der Soers besitzt Aachen eine Sportstätte, die international ihresgleichen sucht. Beim CHIO findet hier jedes Jahr das bedeutendste Reitturnier der Welt statt. Zudem ist die Soers wiederholt Austragungsort internationaler Großveranstaltungen wie der Weltreiterspiele.

    Gleichzeitig passt der olympische Gedanke zu unserer Stadt im Herzen Europas. Begegnung, Verständigung und Offenheit sind in Aachen gelebter
    Alltag. Gerade die Paralympischen Spiele würden ein starkes Zeichen für Inklusion und Zusammenhalt setzen. Ein solches Vorhaben kann jedoch nur gelingen, wenn die Menschen in unserer Stadt es tragen. Deshalb ist der Ratsbürgerentscheid richtig und wichtig. Olympia darf kein Projekt von Politik allein
    sein – sondern muss von einer breiten Mehrheit der Aachenerinnen und Aachener unterstützt werden. Wenn diese Unterstützung da ist, können die Spiele zu mehr werden als einem Sportereignis: zu einem verbindenden Moment für unsere Stadt – und zu einem starken Signal aus Aachen in die Welt.

  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Ratsfraktion Aachen)

    Wir Grüne halten Aachen für einen besonders geeigneten Austragungsort für Olympische und Paralympische Spiele. Der Sportpark Soers bietet mit dem Tivoli und dem ALRV-Gelände ideale Bedingungen für Fußball und Reitsport. Mit dem Neubau der Albert-Vahle-Halle sowie dem Para- und Jugendstadion
    sind wir auch für paralympische Wetkämpfe bestens gerüstet. Die notwendige Verkehrsinfrastruktur wird bereits ausgebaut, und die RegioTram wird den Sportpark schon vor den Spielen erschließen. Daher sind wir überzeugt, dass die Spiele in Aachen – im Vergleich zu anderen Austragungsorten – deutlich nachhaltiger stattfinden können. Besonderen Wert legen wir auf den Tierschutz im Reitsport. Der ALRV bringt mit seiner konsequenten Ausrichtung auf das Tierwohl umfassende Erfahrung mit und gewährleistet optimale Bedingungen. Wir erwarten, dass das IOC entsprechende Rahmenbedingungen für tierfreundlichen Reitsport schafft und alle Reiter*innen ihre Tiere würdig behandeln. Trotz vieler Bemühungen sind auch bei den olympischen Spielen 2024 in Paris Pferde zu Schaden gekommen oder wurden misshandelt. Wir hoffen, dass solche Reiter*innen langfristig von der Teilnahme an Olympischen Spielen ausgeschlossen werden. Die positive Erfahrung mit dem ALRV und dem CHIO zeigt, dass es auch für das Tierwohl keinen besseren Austragungsort für olympische und paralympische Reitsportdisziplinen gibt als Aachen.

    Auch unabhängig vom Tierwohl sind Olympische Spiele nicht unumstriten – etwa wegen ökologischer Schäden, sozialer Verdrängung oder mangelnder Transparenz. Wir wollen verhindern, dass die Spiele in einem Land stattfinden, das aus Fehlern der Vergangenheit nicht lernt oder Menschenrechte
    missachtet. Ein weiterer Kritikpunkt sind die hohen Kosten: Gelder aus der öffentlichen Hand sollten nicht auf Kosten von Infrastruktur, Klimaschutz oder Bildung für die Spiele verwendet werden. In NRW – und besonders in Aachen – werden keine zusätzlichen Mitel für neue Sportstäten benötigt.
    Die aktuellen Pläne gehen davon aus, dass die Durchführungskosten durch Einnahmen gedeckt werden können, basierend auf bis zu 14 Millionen verkaufbaren Karten. Aus unserer Sicht entstehen daher keine unnötigen Kosten für die Kommunen.

    Die Ausrichtung der Wettkämpfe wird Aachen für einige Wochen große internationale Aufmerksamkeit bringen, wovon Handel und Tourismus profitieren werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Spiele auch für die Bürger*innen ein Gewinn sind, etwa durch faire Ticketpreise, Veranstaltungen
    und die Stärkung lokaler Sportvereine. Es ist von besonderer Bedeutung, dass wir nicht nur Olympische, sondern auch Paralympische
    Spiele austragen. Inklusion im und durch Sport wird in Aachen, auch aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Stadtsportbundes, mit großem Erfolg zielgerichtet umgesetzt, Aachen ist hier Deutschlandweit in der Vorreiterrolle. Diese wichtige Arbeit wird durch die Austragung der der Paralympischen
    Spiele in Aachen noch einmal in den Mitelpunkt gestellt und wird helfen, den Parasport weiter in der Gesellschaft zu etablieren. Wir Grüne freuen uns daher sehr, wenn die Spiele nach Aachen kommen! Denn gerade in Zeiten zunehmender internationaler Konflikte bringt uns der Sport zusammen und ermöglicht Begegnung, Freude und Zusammenhalt.

  • SPD (Fraktion Aachen)

    Die SPD-Fraktion ist für eine Bewerbung um Olympia. Wir haben im Rat einen Bürgerentscheid hierfür auf den Weg gebracht und werden bei den Menschen unserer Stadt mit ganzer Kraft dafür werben, am 19. April mit “Ja!” zu stimmen. Denn aus Aachener Sicht spricht unglaublich viel für eine solche Bewerbung. Der CHIO steht im Reitsport für absolute Weltklasse und auch der Tivoli ist eine moderne und stimmungsvolle Adresse im Fußball.
    Mit dem weiteren Ausbau entsteht im Sportpark Soers in den kommenden Jahren ohnehin einer der leistungsfähigsten und modernsten Sportparks Europas. Neue Großarenen für Reitsport oder Fußball müssten für Olympia nicht gebaut werden. Das macht unsere Bewerbung um die Olympischen Spiele besonders nachhaltig. Statt teurer, kurzlebiger Neubauten setzen wir konsequent auf vorhandene und bereits geplante Sportstätten. Das ist verantwortungsvoll gegenüber dem städtischen Haushalt und konsequent im Sinne des Klimaund Ressourcenschutzes.

    Im Zusammenspiel mit den übrigen Städten in Nordrhein-Westfalen können wir mit Aachen als Austragungsort ein starkes Signal senden: Die Spiele der Zukunft sind dezentral, nachhaltig und nutzen Bestehendes sinnvoll weiter. Die Bewerbung steht genau für diesen Ansatz – kurze Wege, vorhandene Sportstätten und eine optimale Verteilung der Wettkämpfe im Land. Der Sportpark Soers wird dabei nicht nur für internationale Spitzenwettkämpfe ausgebaut, sondern nach dem Leitbild „Sportpark für alle“ weiterentwickelt. Als SPD-Fraktion haben wir uns für dieses Leitbild in den letzten Jahren besonders eingesetzt. Moderne Anlagen, bessere Erreichbarkeit, barrierearme Zugänge und zusätzliche Angebote kommen dauerhaft den Menschen in unserer Stadt zugute – vom Nachwuchstalent bis zur Freizeitmannschaft, vom Schul- bis zum Vereinssport. Die Olympischen Spiele werden dieses Leitbild noch einmal stärken.

    Die Olympischen und Paralympischen Spiele begeistern, treiben Athletinnen und Athleten an und sorgen bei großen und kleinen Sportfans weltweit für echtes Funkeln in den Augen. Für Aachen bietet sich die Chance auf ein unvergessliches Sportereignis, das unzählige Besucherinnen und Besucher in unsere Stadt lockt, das internationale Aufmerksamkeit schafft, indem es Aachen weltweit millionenfach auf die Bildschirme bringt, unsere Wirtschaft stärkt
    und unsere Stadtentwicklung beschleunigt. Wir sind sicher, dass die Olympischen Spiele in Aachen ein Motor für Begeisterung, Zusammenhalt und unsere wirtschaftliche Entwicklung sein werden. Lassen Sie uns beim Ratsbürgerentscheid bis zum 19. April ein Zeichen setzen, damit unsere Stadt Teil dieses
    großartigen Ereignisses sein kann. Machen Sie mit – jedes „Ja“ zählt!

  • AfD-Fraktion (im Rat der Stadt Aachen)

    Die AfD-Fraktion sagt ja zur Bewerbung! Wir stehen einer Beteiligung Aachens als Austragungsort im Rahmen der Bewerbung der Region
    KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele grundsätzlich positiv gegenüber. Besonders überzeugend ist der dezentrale Ansatz, da vorhandene Sportstätten genutzt und umfangreiche Neubauten weitgehend vermieden werden können. Eine solche Großveranstaltung sollte wirtschaftlich
    vernünftig geplant werden und die kommunalen Haushalte langfristig nicht belasten. 

    Aachen bietet sich insbesondere für Reitsportwettkämpfe an. Mit dem CHIO verfügt unsere Stadt über international anerkannte Infrastruktur, große organisatorische Erfahrung und weltweite Reputation im Pferdesport. Diese Stärken können sinnvoll eingebracht werden. Bestehende Sportstätten lassen sich
    nutzen und bei Bedarf anpassen – ein nachhaltiger Ansatz im Vergleich zu aufwendigen Neubauten.

    Zusätzliche Besucher, internationale Aufmerksamkeit und touristische Wertschöpfung können positive Impulse für Stadt und Region setzen, wenn Planung und Finanzierung verlässlich ausgestaltet werden. Die Paralympischen Spiele verdeutlichen, wie Teilhabe im Sport gelingen kann: durch faire
    Wettbewerbskategorien, die Leistungen vergleichbar machen und individuelle Fähigkeiten berücksichtigen. Der olympische Gedanke steht damit für Leistung, Respekt und internationale Begegnung – Werte, die aus unserer Sicht besondere Unterstützung verdienen.

  • Die Linke (Ratsfraktion Stadt Aachen)

    Liebe Aachener*innen, wir begrüßen es sehr, dass die Entscheidung, ob die Region Rhein/Ruhr sich um die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044 bewerben soll, in die Hände der Bürger*innen gelegt wird.
    Vorweg: Die Linke steht einer Bewerbung zu den Olympischen Spielen kritisch gegenüber. Das hat zum einen mit den hohen Kosten zu tun, die auf das Land und die Kommunen zukommen, die NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gegenüber den Medien mit 4,8 Mrd. Euro bezifferte. Er ergänzte, dass
    Einnahmen in Höhe von 5,2 Mrd. Euro erzielt würden. Unabhängig davon, wie seriös solche Kalkulationen viele Jahre vor dem eigentlichen Ereignis sind, feststeht, dass die Investitionen in Wettkampfstätten von der öffentlichen Hand aufgebracht werden müssen, während die Einnahmen überwiegend in die
    Privatwirtschaft fließen. Darüber hinaus wird sich die Mehrheit der Bevölkerung die Eintrittspreise zu den Spielen nicht leisten können, wie zuletzt vielfach bei den Winterspielen in Italien kritisiert wurde.

    Zahlreiche marode Turn- und Schwimmhallen in unserem Land zeigen, dass dringend in den Breitensport investiert werden muss; allein in der Stadt Aachen sind ca. 100 Sporthallen sanierungsbedürftig. Die Olympia-Milliarden fließen jedoch in einige wenige Wettkampfstätten, von denen der Schul- und
    Vereinssport nicht profitieren wird und dessen Folge- und Instandhaltungskosten die Region noch viele Jahre nach Olympia belasten werden – Geld, welches spätestens dann dem Breitensport endgültig fehlen wird. Die Versprechungen, dass durch Olympia Investitionen in die Infrastruktur möglich werden, werfen die Frage auf, warum dies ohne Olympia nicht möglich ist. Es wird während der Veranstaltungen auch trotz eines zentral gesteuerten Mobilitätskonzepts zu einer Überlastung des (öffentlichen) Nahverkehrs kommen und die Erfahrungen früherer Ausrichter-Städte haben gezeigt, dass auch die langfristigen Auswirkungen auf die Infrastruktur größtenteils negativ sind. Dies zeigt sich vor allem in gestiegenen Mietkosten und somit der Verdrängung von sozial benachteiligten Bevölkerungsteilen.

    Das Versprechen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, blendet aus, dass diese meist nur kurzfristig und unter prekären Arbeitsbedingungen stattfinden und größtenteils nicht mit den Menschen der Ausrichter-Städte besetzt werden. Die negativen Entwicklungen werden durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) nochmal verstärkt. Trotz Milliardeneinnahmen durch Werbung, exklusive Sponsorenverträge und Fernsehübertragungsrechte erwartet der “gemeinnützige Verein” eine Befreiung von sämtlichen Steuern und Zöllen. Auch leistet die Stadt volle Haftung während Olympia. Insgesamt steht das IOC für Selbstbereicherung, Korruption, Bestechung, Doping-Verschleierung und Demokratiefeindlichkeit.

    Wir kritisieren die bisher sehr einseitige Berichterstattung in den Medien und der Stadt Aachen zu Olympia, die eher eine PR-Kampagne für die Bewerbung ist. Neben all dieser allgemeinen Kritik an Olympia sind wir besorgt, dass das Tierwohl der Pferde beim Reitsport, welcher dann in Aachen
    ausgetragen werden würde, nicht ausreichend beachtet wird. Zuletzt möchten wir anmerken, dass eine Bewerbung von Deutschland für das Jahr 2036, 100 Jahre nach den Olympischen Spielen in der NS-Zeit, kein geeigneter Zeitpunkt für eine Bewerbung ist.

  • Volt (im Rat der Stadt Aachen)

    Am 19. April 2026 entscheiden die Bürger*innen in Aachen über die Unterstützung einer Bewerbung Nordrhein-Westfalens für die Olympischen und
    Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Dieser Ratsbürgerentscheid ist mehr als eine Abstimmung über ein Sportereignis. Er ist eine Entscheidung über die langfristige Entwicklung unserer Stadt und Region. Die Gruppe Volt im Rat der Stadt Aachen sieht in einer möglichen Olympiade eine große Chance für Aachen und die gesamte Region. Gleichzeitig nehmen wir die Risiken ernst. Wir wollen, dass die Menschen in unserer Stadt auf Basis transparenter Informationen eine fundierte und selbstbestimmte Entscheidung trefen können.

    Olympia als Chance für Aachen und die Region

    Eine Bewerbung kann wichtige Impulse für Infrastruktur, Mobilität und internationale Sichtbarkeit setzen. Große Projekte wie der Ausbau des Schienenverkehrs oder regionale Mobilitätskonzepte könnten schneller umgesetzt werden. In den Bewerbungsunterlagen wird beschrieben, dass Olympia als Beschleuniger für bestehende Infrastrukturprojekte wirken kann. Auch wirtschaftlich kann eine Bewerbung punktuelle Efekte auslösen. Besonders das regionale Handwerk und die Bauwirtschaft könnten von Modernisierungsaufträgen proftieren. Für Aachen als traditionsreichen Sportstandort bietet sich zudem die Möglichkeit, internationale Wettkämpfe in bestehender Infrastruktur auszurichten. Das kann unsere Stadt als Wissenschafts-, Sport- und Innovationsstandort stärken – gerade im Zusammenspiel mit Hochschulen, Startups und europäischer Vernetzung. Olympische und Paralympische Spiele können zudem Begeisterung für Sport, Ehrenamt und internationalen Austausch fördern. Wenn es gelingt, inklusive und nachhaltige Spiele zu organisieren, kann dies ein starkes Signal für ein modernes, ofenes Nordrhein-Westfalen sein. 

    Risiken und offene Fragen 

    Gleichzeitig dürfen wir die fnanziellen und sozialen Risiken nicht ausblenden. Der sogenannte Host-City-Vertrag mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wird in den uns vorliegenden Informationen als einseitig beschrieben. Gewinne aus der globalen Vermarktung fießen demnach überwiegend an das IOC, während mögliche Mehrkosten und Risiken bei den Austragungsorten verbleiben. Auch soziale Auswirkungen müssen kritisch geprüft werden. Erfahrungen aus anderen Großveranstaltungen zeigen, dass steigende Mieten, Verdrängungsefekte und zusätzliche Belastungen für die kommunalen Haushalte möglich sind. In den uns vorliegenden Informationen wird ausdrücklich auf das Risiko steigender Mieten und Gentrifzierung in Veranstaltungsnähe hingewiesen. Hinzu kommen Fragen der Sicherheit, der ökologischen Belastung sowie der tatsächlichen Teilhabe. Niedrige Einstiegspreise für Tickets allein garantieren noch keine breite Beteiligung. Für Aachen stellen sich darüber hinaus besondere Fragen zum Reitsport. Als international bedeutender Standort steht unsere Stadt bei einem olympischen Reitturnier unter weltweiter Beobachtung. Tierschutz, Transparenz und ethische Standards müssen dabei oberste Priorität haben. 

    Transparenz, Beteiligung und eine informierte Entscheidung

    Für Volt ist klar: Eine Entscheidung dieser Tragweite braucht maximale Transparenz. Der Ratsbürgerentscheid ist eine Chance für gelebte Demokratie. Die Unterlagen bezeichnen ihn als Weg der „maximalen Legitimation“. Wir erwarten, dass alle relevanten Verträge, Kostenannahmen, Risikoszenarien und Folgekosten ofen gelegt werden. Dazu gehören klare Aussagen zur Haftung, zu möglichen Kostensteigerungen, zu Sicherheitsausgaben und zur langfristigen Nutzung von Infrastruktur. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt Aachen frühzeitig Informationsveranstaltungen, öfentliche Diskussionsformate und digitale Beteiligungsangebote organisiert. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll die Möglichkeit haben, Argumente abzuwägen und Fragen zu stellen.

    Unsere Haltung

    Die Gruppe Volt im Rat der Stadt Aachen spricht keine pauschale Empfehlung für oder gegen die Bewerbung aus. Wir sehen das Potenzial für Fortschritt, Innovation und europäische Zusammenarbeit. Gleichzeitig erkennen wir die fnanziellen, sozialen und ethischen Risiken. Deshalb rufen wir alle Aachener*innen auf: Informieren Sie sich. Prüfen Sie die Argumente. Stellen Sie Fragen. Trefen Sie Ihre Entscheidung auf Grundlage von Fakten. Demokratie lebt von Beteiligung. Am 19. April 2026 haben die Menschen in Aachen das Wort. „Treft eine informierte Entscheidung und wir tragen sie mit.“

    Unsere detailierte Positionierung fnden Sie unter olympia-bewerbung-aachen.de

  • Gruppe UP (im Rat der Stadt Aachen)

    Liebe Aachenerinnen und Aachener,

    die Bewerbung Aachens als Austragungsort für den Reitsport im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bietet unserer Stadt eine einzigartige Gelegenheit. In der weltweiten Aufmerksamkeit, die mit den Spielen einhergeht, kann Aachen sich als weltoffene, moderne und sportbegeisterte Stadt präsentieren. Die Investitionen in Infrastruktur und Tourismus könnten langfristig der gesamten Region zugutekommen.

    Gleichzeitig sehen wir uns al Gruppe UP im Rat der Stadt Aachen in der Pflicht und es ist uns ein wichtiges Anliegen, kritische Aspekte zu benennen. Besonders der Reitsport steht für uns in einem Spannungsfeld mit dem Tierwohl. Die Diskussionen um Stress, Haltung, Training und Transport der Pferde dürfen nicht ignoriert werden. Olympische Spiele, die sich als Fortschrittsmotor verstehen, müssen auch hier moderne Standards setzen.

    Wir laden Sie ein, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Ihre Stimme in der Bürgerbefragung einzubringen. Die Entscheidung über die Austragung der Spiele in Aachen betrifft uns alle - und sollte im Einklang mit unseren gemeinsamen Werten in Hinblick auf das Wohlergehen von Mensch und Tier stehen.

  • BSW (im Rat der Stadt Aachen)

    Ganz im Sinne unseres Wahlversprechens für mehr Bürgerbeteiligung und gegen die andauernde Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger, beschränkt das BSW sich hiermit auf die Bereitstellung der notwendigen und möglichst objektiven Informationen, sodass Sie, als der Souverän, bestmöglich selbst entscheiden können, ob eine Olympia-Bewerbung der Stadt Aachen in Ihrem Sinne ist!

    Positive Effekte

    Die positiven Effekte einer Olympia-Bewerbung wurden bereits großflächig und wiederholt von anderen Akteuren argumentiert; nicht zuletzt unter Zuhilfenahme von 9,5 Millionen Euro für die Bewerbungskampagne durch die Landesregierung NRW aus der Sportstättenförderung. Deshalb werden diese hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt: Förderung von Gemeinschaftsgefühl und Identifikation, Inspiration für junge Menschen, Bildung, Sportkultur- und Jugendarbeit, Förderung des (Breiten-)Sports, Inklusion und Teilhabe, Vernetzte und nachhaltige Mobilität, Digitalisierung, Verstärker von Infrastrukturprojekten, positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft, Internationale Stärkung des Images.  

    Negative Effekte

    In der wichtigen Debatte um eine mögliche Olympiabewerbung kommt ein entscheidender Punkt zu kurz: die deutliche Benennung der negativen Effekte. Die Stadt Aachen steht bereits heute vor erheblichen Herausforderungen. Seit Jahren verschärfen sich soziale Probleme wie Wohnungsnot, steigende Mieten, zunehmende Obdachlosigkeit, Verwahrlosung und Drogenkonsum im öffentlichen Raum. Gleichzeitig besteht ein massiver Sanierungsstau bei Schulen und Sportstätten. Die oben aufgezählten positiven Effekte helfen bei diesen Problemen, wenn überhaupt, nur kurzfristig. Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler NRW-Kommunen und der strengen Sparvorgaben der Gemeindeordnung NRW ist eine sorgfältige Analyse der finanziellen Risiken einer Olympiabewerbung unerlässlich. Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Monaten wiederholt auf die äußerst schwierige finanzielle Situation Aachens hingewiesen. Erfahrungen aus der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht: Eine Studie der Universität Oxford¹ belegt, dass alle Olympischen Spiele zwischen 1960 und 2013 ihre geplanten Kosten deutlich überschritten haben – im Durchschnitt um 179%. Damit zählen Olympische Spiele zu den finanziell riskantesten Megaprojekten überhaupt.

    Die entstehenden Kosten verbleiben in der Regel bei den Kommunen – und damit bei den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, also bei Ihnen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verlangt von Gastgeberstädten regelmäßig eine unbegrenzte Bürgschaft für alle Verluste; das ist für eine hochverschuldete Stadt wie Aachen haushaltsrechtlich äußerst problematisch. Das Beispiel Montreal zeigt die langfristigen Folgen: Nach den Spielen 1976 mussten die Bürgerinnen und Bürger dort bis 1996 eine Sondersteuer zur Schuldentilgung zahlen. Die Oxford-Studie warnt daher ausdrücklich vor den erheblichen finanziellen Risiken einer Olympia-Ausrichtung.

    Kultur und Sport sind wichtig und nicht ausschließlich in Geld zu messen. Dennoch müssen die tatsächlichen Kosten realistisch betrachtet werden. Am Ende entscheiden Sie, ob Sie in der aktuellen Lage bereit sind, mögliche finanzielle Belastungen für die erhofften positiven Effekte in Kauf zu nehmen – denn schließlich geht es um Ihr Geld und um Ihre Stadt.

Abstimmungsheft der Stadt Aachen zur Olympiabewerbung (PDF)

Zeitplan

08. März 2026: Stichtag für Eintragung in das Abstimmungsverzeichnis

Bis zum 29. März 2026: Zustellung der Abstimmungsunterlagen

09. März 2026 – 16. April 2026: Fortschreibung des Abstimmungsverzeichnisses (z. B. Zu- und Wegzüge)

30. März - 03. April 2026: Einsichtnahme in das Abstimmungsverzeichnis während der Öffnungszeiten des Wahlamtes

Bis zum 19.April 2026: Abstimmungszeitraum. Abstimmungsbriefe müssen bis 16.00 Uhr beim Wahlamt , Blücherplatz 43 Aachen, eingegangen sein

19. April 2026: Abstimmungstag: Auszählung der Stimmen

Download

Hilfe zur Barrierefreiheit

  • Allgemein

    Wir sind bemüht, unsere Webseiten barrierefrei zugänglich zu gestalten. Details hierzu finden Sie in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Verbesserungsvorschläge können Sie uns über unser Feedback-Formular "Barriere melden" zukommen lassen.

  • Schriftgröße

    Um die Schriftgröße anzupassen, verwenden Sie bitte folgende Tastenkombinationen:

    Größer

    command
    +

    Kleiner

    command

    Größer

    Strg
    +

    Kleiner

    Strg
  • Tastaturnavigation

    Verwenden Sie TAB und SHIFT + TAB, um durch nächste / vorherige Links, Formularelemente und Schaltflächen zu navigieren.

    Verwenden Sie ENTER, um Links zu öffnen und mit Elementen zu interagieren.

  • Kontrastmodus

    Drücken Sie die folgende Tastenkombination, um den Kontrast zu verringern bzw. zu vergrößern:

    Vergrößern

    control
    option
    command
    .

    Verringern

    control
    option
    command
    ,
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Drücken Sie die linke ALT-TASTE + linke UMSCHALTTASTE + DRUCK, um den Modus für hohen Kontrast schnell ein- oder auszuschalten.

  • Farben umkehren

    Drücken Sie folgende Tastenkombination, um die Farbumkehrung ein- und auszuschalten:

    control
    option
    command
    8
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Aktivieren Sie zuerst die Bildschirmlupe und schalten Sie dann die Farbumkehrung mit folgenden Tastenkombinationen ein und aus:

    1. Bildschirmlupe

    +

    2. Farben umkehren

    Strg
    Alt
    I
  • Bildschirmlupe

    Drücken sie folgende Tastenkombinationen, um die Bildschirmlupe zu verwenden:

    Ein-/ausschalten

    option
    command
    8

    Ansicht vergrößern

    option
    command
    =

    Ansicht verkleinern

    option
    command
    Hinweis: Die Kurzbefehle müssen in den Systemeinstellungen des Betriebssystems aktiviert sein.

    Einschalten / Ansicht vergrößern

    +

    Ansicht verkleinern