Revitalisierung Neues Kurhaus Aachen 2026
Sanierung und Modernisierung des Denkmals zum Veranstaltungsort
Aktuell: Baustellenfotos Rundgang März 2026

Aktuell: Baustellenfotos Rundgang März 2026


Nach einer umfassenden Sanierung des seit 2015 leerstehenden Gebäudes wird das Neue Kurhaus zum zentralen und multifunktionalen Veranstaltungsort für Kongresse, Konzerte und Kultur. Der Betrieb wird künftig von "Aachen Event", ehemals "Eurogress Aachen", übernommen.
Das Gesamtkonzept zielt darauf ab, den historischen Urcharakter der Räumlichkeiten möglichst authentisch zu bewahren und gleichzeitig erforderliche moderne Einbauten, beispielsweise Aufzüge und eine zeitgemäße technische Ausrüstung, zu integrieren.
Die vor der Eintragung als Baudenkmal vorgenommenen Umbauten aus den 70er Jahren werden dabei annähernd komplett zurückgebaut.


Der Große Saal
Im großen Saal hingen zu Zeiten der Casino-Nutzung hunderte Ketten von der Decke. Die großen Fensterflächen waren geschwärzt und in Kombination mit dem sogenannten "Kettenhimmel" sollte dem Besucher des Casinos das Gefühl für die Tageszeit verloren gehen.
Nutzungen
Für die Revitalisierung wurden die Fenster wieder geöffnet und der Saal saniert. Die Nutzung erlaubt sowohl kleine Kammerkonzerte, als auch Bühnenstücke oder allgemeine Veranstaltungen. Zur Anpassung der Akustik für den jeweiligen Nutzungsfall können die Wandelemente im Bühnenbereich verändert werden.
Kronleuchter
Die Kronleuchter erinnern in Aufbau und Struktur an die ursprünglichen Leuchter. Die neuen Beleuchtungskörper entsprechen dem Stand der Technik und werden kurz vor der Eröffnung mit insgesamt ca. 10.000 Glasprismen bestückt.

Ein Detail der akustisch-wirksamen Holzverkleidungen im großen Saal.



Bohrungen im Naturstein
Der Eingangsbereich wurde ebenfalls wieder geöffnet. Die Säulen sind mit Natursteinplatten verkleidet, dies entspricht dem Ursprungszustand. Für die Zwischennutzung als Casino wurden zwecks Installation von Glastüren und -Wänden vielfache Bohrungen vorgenommem. Diese wurden nun zunächst verspachtelt und die Schadstellen werden mit Maltechniken kaschiert.
Zuvor wurde eine Variante geprüft, bei der die Platten nach Abbau in der Steinmetz-Werkstatt repariert würden. Aufgrund der hohen Anzahl der Bohrungen und der enormen Kosten wurde diese Lösung in Abstimmung mit der Denkmalpflege verworfen.
Abstützungen
Im Zuge der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass viele der Decken nicht den statischen Vorgaben der ursprünglichen Planungen entsprechend umgesetzt worden waren. Zwecks Kompensation wurden verschiedene Maßnahmen notwendig, sowie hier im Eingangsbereich die Errichtung von Metall-Stützen für die darüber liegenden, offenen Flurbereiche. Teilweise wurden aber auch ganze Deckenfelder erneuert.


Ehemalige Innengärten
Das Neue Kurhaus wurde seinerzeit achsensymetrisch geplant, auf jeder Hälfte war ein Innenhof bzw. Innengarten angelegt. Um diese Höfe waren Säle und Räume angeordnet. Für die Casino-Nutzung wurde ungefähr auf Höhe des mittleren Gesimses eine Betondecke eingezogen, um die Raumhöhe zu verringern (Foto siehe weiter unten, 2021: Tag des Offenen Denkmals). Für die Revitalisierung wurde einer der Höfe wieder geöffnet und mit einem neuen, höher liegenden Glasdach versehen. Der andere Hof wurde als Zeitzeuge mit der Betonzwischendecke belassen.

Schadstoffsanierung und Holzvertäfelungen
Die dunklen Holzkassetten mussten vollständig ausgebaut, zunächst eingelagert und schließlich extern überarbeitet werden, um die aufwendige Schadstoffsanierung der darunter liegenden Bauteilschichten durchzuführen und dem Saal zu altem Glanz zu verhelfen.



Stuck
Im Rahmen der weitesgehenden Wiederherstellung des Urszustandes stellte sich die Frage, die ursprüngliches Farbgebung der Stuckbereiche zu revitalisieren. In Teilbereichen wurden die Farbschichten detailgenau abgetragen und das Ergebnis gibt einen Eindruck der ursprünglichen Anmutung wieder. Letztlich ist die Umsetzung so aufwendig und kostenintensiv, dass man sich auf die Freilegung einzelner Detailbereiche beschränken musste.

Golddecke
Auch die Golddecke entspricht nicht dem Ursprungszustand der Decke im Schreibsalon. Sie war weiß. Als "Publikumsliebling" und Zeitzeuge blieb sie dennoch erhalten und bildet im Kontrast mit der modernen Lichtlinie einen interessanten Anblick.




Die kleinen Metallhalterungen zwischen den Fenstern, hier als dunkle Punkte zu erkennen, dienen der späteren Aufnahme von Akustikelementen.
































Erdgeschoss
Das Erdgeschoss wird größtenteils zu Veranstaltungsflächen, mit dem Großen Saal einschließlich einer Bühne und Empore im 1. Obergeschoss und mehreren kleineren Sälen mit historischen Anmutungen. Zudem wird eine Regenerationsküche im Erdgeschoss eingerichtet.
Untergeschoss
In dem Untergeschoss wird unterhalb der Terrasse eine externe Club-Nutzung entstehen. Des Weiteren werden in dem Untergeschoss Lagerflächen für das Eurogress, die technische Gebäudeausstattung als auch die Besuchergarderobe und Sanitäranlagen untergebracht.
Obergeschoss
Zur Empore des Großen Saals und einem Veranstaltungsraum wird das Obergeschoss hauptsächlich für Büronutzung saniert.
Im linken Gebäudetrakt wird die Verwaltung Eurogress untergebracht. Der rechte Gebäudetrakt wird zu einer autarken, vermietbaren Büroeinheit umgestaltet.









