Digitales Klimaschutzmonitoring für Aachen

Das digitale Klimaschutzmonitoring der Stadt Aachen zeigt, wo wir auf dem Weg zur Klimaneutralität stehen und welche Maßnahmen die Stadtverwaltung ergreift. Mit der Softwarelösung von ClimateView werden komplexe Klimadaten grafisch aufgearbeitet, sodass ein schneller Überblick über den Klimaschutz in Aachen möglich wird. Aber auch, wer es genauer wissen möchte, wird auf der Onlineplattform fündig.

Was wird abgebildet?

Über die Onlineplattform sind aktuell zwei Menübereiche einsehbar. Unter „Emissionspfad“ werden die Treibhausgasausstöße (umgerechnet in Kohlenstoffdioxid-Äquivalente, CO2äq) anhand von historischen Daten und dem Reduktionsziel für den Zeitraum 2015-2030 visualisiert. Im Bereich „Maßnahmen“ wird eine Übersicht der Klimaschutzmaßnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes 2.0 (IKSK 2.0) der Stadtverwaltung gegeben.

Perspektivisch wird noch der Menübereich „Reduktionspfad“ veröffentlicht. Dort werden die notwenigen Transformationen zur Erreichung der Klimaneutralität aufgezeigt und die Klimaschutzmaßnahmen der Stadtverwaltung mit Reduktionspotenzialen versehen. 

Emissionspfad

Basierend auf den historischen Daten (bis 2024) und dem Reduktionsziel der EU-Mission (ab 2024) wird der Verlauf der Emissionen für den Zeitraum 2015-2030 dargestellt. Die hinterlegten historischen Klimadaten (2015-2024) sind dabei aufgeteilt nach den Bereichen Gebäude, Industrie, Abfall und Transport einsehbar.

  • Bilanzierung

    Bereits seit dem Jahr 1993 werden die Treibhausgasemissionen auf dem Aachener Stadtgebiet strukturiert erfasst und dokumentiert. Die Bilanzierung wird seit 2010 im jährlichen Rhythmus von der Fachverwaltung für das vorangegangene Jahr erstellt. Die Bilanzierung kann erst 12 bis 14 Monate nach Ende des zu bilanzierenden Jahres fertiggestellt und veröffentlicht werden. Die notwendigen Daten zur Berechnung der Bilanz stehen frühstens im dritten Quartal des Folgejahres vollständig zur Verfügung und bestimmen somit maßgeblich den Zeitpunkt der Bilanzierung. Die Darstellung des Emissionspfades in ClimateView startet im Jahr 2014.

  • Datengrundlage

    Die Datengrundlage für die jährlichen Bilanzierung bilden die Endenergieverbräuche auf dem Stadtgebiet und werden ergänzt um statistische Datensätze zur Aachener Mobilität.

    Endenergie: Die Angaben zum Endenergiebedarf bzw. -verbrauch ergeben sich aus den jährlich erhobenen Daten zur Energieeinspeisung in die städtischen Versorgungsnetze, den Verbrauchsdaten der städtischen Gebäude sowie Daten aus der Stadtstatistik (Einwohner, Arbeitsstatistik usw.). Konkret bedeutet dies, den örtliche Strom-, Gas-, Fernwärme-, Heizöl- und Kraftstoffverbrauch. Die darauf aufbauende Bilanz umfasst darüber hinaus die sog. Vorketten der jeweils genutzten Endenergieträger. Unter Vorketten versteht sich der Aufwand, der zur Herstellung und zum Transport der Energie zum Endverbraucher in Aachen erforderlich ist.

    Statistische Mobilitätsdaten: Im Datensatz zur Mobilität in Aachen werden statistische Daten zu Fahrzeugkilometer nach Fahrzeugtyp, Kraftstoffart und Straßenart sowie die spezifischen Verbräuche nach Straßenart und die Emissionsfaktoren für Kraftstoffe erfasst. In der aktuellen Bilanz wurde auf Basis der Studie „Mobilität in Deutschland“, die in den Jahren 2023 und 2024 in Aachen durchgeführt wurde der Treibstoffmix für Personenkraftwagen für den Sektor Verkehr angepasst. Insbesondere die Anzahl von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybrid Fahrzeugen ist in Aachen höher als im Bundesdurchschnitt. In der Verteilung von den Antriebsarten Benzin und Diesel gab es ebenfalls leichte Verschiebungen. Die Studie wurde zum letzten Mal in 2017 durchgeführt. Hier wurden ebenfalls Werte angepasst. Die Werte in den Jahren 2018 bis 2023 wurden entsprechend interpoliert.

  • Reduktionsziel

    Der Anteil an zu reduzierenden CO2äq-Emissionen ergibt sich aus der Teilnahme der Stadt Aachen an der EU-Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities“. Nach Vorgabe der EU sind 80 % der CO2äq -Emissionen aus dem Basisjahr 2021 bis 2030 zu reduziert. Die restlichen 20 % dürfen als unvermeidbare Emissionen kompensiert werden. Konkret bedeutet dies, dass die Emissionen von 1.733 kt CO2äq (ca. 100 %) aus dem Jahr 2021 bis zum Ziel Jahr 2030 um mindestens 1.386 kt CO2äq (80 %) reduziert und maximal 347 kt CO2äq (ca. 20 %) kompensiert werden sollen.

Maßnahmen

Hier wird eine Übersicht der Aktivitäten zur Erreichung des Aachener Klimaschutzziels gegeben. Bisher sind die Maßnahmen der Stadtverwaltung, die 2024 mit dem IKSK 2.0 politisch beschlossenen wurden, eingepflegt. Perspektivisch sollen die Einsparungen und Reduktionspotenziale aus den Maßnahmen der Partner*innen des Klimastadtvertrages akkumuliert pro Sektor ergänzt werden.

Weitere Informationen

  • Einflussbereich des IKSK 2.0

    Das Integrierte Klimaschutzkonzept 2.0 bildet den Beitrag der Stadtverwaltung auf dem Aachener Weg zur Klimaneutralität. Mit dem 2024 politisch beschlossenem Handlungsprogramm wurden 30 Klimaschutzmaßnahmen zur Umsetzung bis 2030 priorisiert. Die Auswahl erfolgte anhand der Kriterien Klimawirkung, Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit. Die Einführung eines „Digitales Klimaschutzmonitoring“ bildet eine dieser Maßnahmen. Ziel ist es, den Stand auf dem Weg zur Klimaneutralität sichtbar zu machen und die Fortschritte der Maßnahmen der Stadtverwaltung sowie die damit verbunden Reduktionspotenziale zu visualisieren. Aus der Umsetzung aller im IKSK2.0 beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen ergibt sich bis zum Jahr 2030 ein Reduktionspotenzial von 200 kt CO2äq (vgl. Gertec Gutachten). Das sind 12 % von den 100% bzw. 14% der benötigen 80% Reduzierung bezogen auf das Basisjahr 2021.

  • Umsetzungsstand IKSK

    Ein ausführlicher Bericht des Umsetzungsstand der einzelnen Klimaschutzmaßnahmen der Stadtverwaltung ist dem letzten IKSK2.0 Sachstandbericht an die Politik im März 2026 zu entnehmen.

    Zum letzten Sachstandsbericht

Antworten auf Detailfragen

Hier beantworten wir weiterführende Fragen zu den in ClimateView abgebildeten Inhalten. Ihre Frage wird hier nicht beantwortet? Dann wenden Sie sich gerne an klimaschutz@mail.aachen.de

  • Wer ist zuständig für ClimateView?

    Die Zuständigkeit liegt bei dem Fachbereich für Klima und Umwelt.  Der Fachbereich wurde vom Stadtrat mit der Umsetzung der IKSK 2.0 Maßnahme „Digitales Klimaschutzmonitoring“ beauftragt. Zur Anschaffung der notwendigen Software führte die Fachverwaltung gemeinsam mit der regio iT im August 2024 eine Anforderungsanalyse durch. Als Ergebnis dieses Auswahlverfahrens wurde ClimateView ausgewählt und im November 2025 beschafft. Im März 2026 wurde ClimateView Dashboard veröffentlicht.

  • Was bedeutet „CO2äq“?

    Kohlenstoffdioxid-Äquivalente (CO₂ äq) sind eine Maßeinheit, mit der man die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase vergleichbar macht. Nicht nur Kohlendioxid (CO₂) schadet dem Klima, sondern auch andere Gase wie Methan (CH₄) oder Lachgas (N₂O). Diese wirken aber stärker als CO₂.

    Damit man es besser vergleichen kann, rechnet man aus, wie viel CO₂ die gleiche Klimawirkung hätte. Dieses Ergebnis nennt man CO₂äq.

    Beispiel: 1 kg Methan wirkt ungefähr so stark wie 25 kg CO₂. Also sind 1 kg Methan = 25 kg CO₂ äq.

  • Woher kommen die „benötigten Emissionsreduktionen“?

    Der angezeigte Anteil an zu reduzierenden CO2äq-Emissionen ergibt sich aus der Teilnahme der Stadt Aachen an der EU-Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities“. Nach Vorgabe der EU müssen 80 % der Emissionen aus dem Basisjahr 2021 bis 2030 reduziert werden. Die restlichen 20 % dürfen als unvermeidbare Emissionen kompensiert werden.

  • Woher kommen die leichten Abweichungen der Werte auf ClimateView und der veröffentlichten städtischen Bilanz?

    Die leichten Unterschiede von etwa 1–2 % bezogen auf die Gesamtemissionen ergeben sich aus zwei Gründen. Erstens werden unterschiedliche Bilanzierungssystematiken verwendet: Die städtische Bilanz basiert auf dem BISKO-Standard, während ClimateView den GPC-Standard nutzt.

    Zweitens berücksichtigt die städtische Bilanz ausschließlich energetische Emissionen. In ClimateView werden dagegen bereits zusätzliche Emissionsquellen einbezogen, zum Beispiel aktuell schon Emissionen aus der Abwasserbehandlung. Grundsätzlich können dort auch weitere nicht-energetische Emissionen, etwa aus Industrieprozessen oder der Landwirtschaft, dargestellt werden.

    Derzeit ist die Datenlage für diese zusätzlichen Emissionen jedoch noch nicht ausreichend. Perspektivisch sollen sie ebenfalls in die Darstellung integriert werden.

  • Woher kommt der „Knick“ im Jahr 2020?

    Der Rückgang der Emissionen im Jahr 2020 begründet sich durch die Corona-Pandemie. Durch den Lockdown und andere Einschränkungen wurde weniger gereist und produziert. Zusätzlich wurde in vielen Unternehmen das Arbeiten von zu Hause ermöglicht. Es waren weniger Autos unterwegs und viele Betriebe arbeiteten eingeschränkt. Durch den daraus gesunkenen Gesamtenergieverbrauch in allen Bereichen, sind auch die Treibhausgasemissionen zurückgegangen.

  • Warum sinken die Emissionen zwischen 2021-2022 „schneller“?

    Nachdem die Wirtschaft und damit die Emissionen im Jahr 2021, nach der Corona-Pandemie wieder angezogen haben, begann im Jahr 2022 der Krieg in der Ukraine. Die große Abhängigkeit von russischem Gas in Deutschland führte zu einer ungesicherten Versorgung mit Gas (Gasmangellage). In Folge wurde in allen Sektoren Gas eingespart um die Versorgung weiter zu sichern, was zu einem deutlichen Einbruch der Emissionen in 2022 führte.

  • Wie viel Treibhausgasemissionen verursacht mein Haushalt? 

    Der jährliche Treibhausgasausstoß pro Person liegt in Deutschland derzeit im Durchschnitt bei 10,3 tCO2ä. Sie möchten es genauer wissen? Der CO2 Rechner des Umweltbundesamts ermöglicht eine schnelle Ersteinschätzung Ihrer jährlichen Emissionen sowie die Erstellung einer ausführlichen Bilanz. Hier geht es zum Rechner:  https://uba.co2-rechner.de/

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