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Friedhofsflächen als Bereiche der städtischen Naherholung nutzen

Satt grün glitzert die Wiese in der Herbstsonne. Weitläufig und ruhig präsentiert sich der Friedhof Kolpingstraße in Aachen-Brand an diesem Mittwochvormittag. Einige Besucher*innen spazieren die Wege entlang, besuchen Gräber, legen Blumen nieder. „Idyllisch“, nennt es ein Besucher. 

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Dass diese parkähnliche Atmosphäre entsteht, begründet sich unter anderem auch in den vielen Freiflächen. Als die Friedhofsflächen in den 1970er Jahren geplant wurden, ging man noch von einer wesentlich größeren notwendigen Fläche für Bestattungen aus. Doch die stark zunehmende Urnenbestattung, die auch in deutlich kleineren Grabflächen mündet, führt dazu, dass zahlreiche Bereiche nicht (mehr) benötigt werden. Von „Überhangflächen“ sprechen die Expert*innen des Aachener Stadtbetriebs und erläutern in dem Zusammenhang, dass die Möglichkeit besteht, Randbereiche zu entwidmen und anderen Nutzungen zur Verfügung zu stellen.

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Möchten gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen: Wolfgang Berg, Bereichsleiter Friedhofswesen und Krematorium. Ilse Savelsbergh, Geschäftsbereichsleiterin Grün- und Freiflächenpflege des Aachener Stadtbetriebs, und Rieke Wolters, Projektkoordinatorin (v.l.). Fotos: Stadt Aachen/E. Bresser

Welche Flächen das sind, wie viele Hektar und welche Entwicklungsmöglichkeiten es dazu gibt, wird im Friedhofsentwicklungskonzept vom Aachener Stadtbetrieb erarbeitet. Am Beispiel des Friedhofs Kolpingstraße sind es gut zehn Prozent der Gesamtfläche von zehn Hektar, die unmittelbar ausgegliedert werden können, erläutert Wolfgang Berg, Bereichsleiter Friedhofwesen und Krematorium des Aachener Stadtbetriebs. Weitere Bereiche zwischen den Grabfeldern sollen für Neupflanzung von Bäumen und das Anlegen artenreicher Biotopflächen genutzt werden, um so das ökologische Potenzial und die Artenvielfalt in Fauna und Flora zu stärken. „Die Grabflure bleiben selbstverständlich unangetastet“, betont Ilse Savelsbergh, Geschäftsbereichsleiterin der Grün- und Freiflächenpflege des Aachener Stadtbetriebs.

 

Biodiversität und Naherholung nachhaltig steigern

Das mit rund 370.000 Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz geförderte Projekt hat das Ziel, die Aachener Bezirksfriedhöfe im Sinne der nachhaltigen Steigerung der Biodiversität und ruhigen Erholung zu entwickeln. Zehn dieser Bezirksfriedhöfe werden in den kommenden zweieinhalb Jahren unter diesen Aspekten genauer betrachtet. Neben dem Friedhof Kolpingstraße in Brand sind dies die Friedhöfe Nirmer Straße in Eilendorf, Friedenstraße und Verlautenheide im Bezirk Haaren, die Friedhöfe Schildchenweg, Walheim und Schleckheim im Bezirk Kornelimünster/Walheim, die Friedhöfe Hand und St. Laurentius in Laurensberg, sowie der Friedhof an der Kirche St. Martin in Richterich.

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Dabei gliedert sich das Projekt in mehrere Bausteine: Erste Schritte sind die Kartierung der Bezirksfriedhöfe und die Ausarbeitung detaillierter Ziele und Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität und der naturnahen Erholung. Der Erholungswert der Grünflächen soll mehr ins Bewusstsein gerückt werden, wobei mit einer Bürger*innenumfrage Ideen und Wünsche abgefragt werden. Sitzgelegenheiten, kleine Spielpunkte, vielleicht ein Bücherschrank – die Ideen sind vielfältig. „Spannend ist für uns, ob die Bürgerinnen und Bürger die Veränderung mit Spielpunkten, Begrünung und Sitzgelegenheiten befürworten“, sagt Wolfgang Berg und ergänzt: „In anderen Städten gibt es ähnliche Konzepte."

Schließlich folgen Baum- und Strauchpflanzungen sowie das Einsäen zusätzlicher Blühflächen mit heimischen Kräutern. Die Maßnahmen sind ein Beitrag zur Klimaanpassung und haben zudem positiven Einfluss auf den Wasserkreislauf. Die bezirklichen Friedhöfe haben mit einer Gesamtfläche von rund 42 Hektar einen Anteil von 46 Prozent an den bezirklichen Grünflächen ein großes Potenzial für die Sicherung der Biodiversität und die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels. Wichtig ist dabei, dass „schon vorhandene Flächen erhalten und weiterentwickelt werden“, betont Ilse Savelsbergh, „zum Beispiel durch Krautsäume mit heimischen Pflanzen."

„Von dem, was wir in den kommenden Monaten konzeptionell erarbeiten, werden alle Friedhofsflächen langfristig partizipieren“, sagt Wolfgang Berg. Denn die Erarbeitung für die genannten Bezirksfriedhöfe stellen erst den Beginn dar: Auch für die innerstädtischen Friedhöfe wurde bereits ein Förderantrag zur Ausweitung des Projekts gestellt.

Online-Umfrage für Bürger*innen

Der Aachener Stadtbetrieb möchte die Wünsche und Anregungen der Bürger*innen aufnehmen. Dazu wurde  eine Online-Umfrage erstellt, bei der anonym entsprechende Vorschläge eingebracht werden können. Zusätzlich werden an den betroffenen Bezirksfriedhöfen Kästen mit Umfragezetteln angebracht, die bis Mitte Dezember ausgefüllt wieder abgegeben werden können. Am Sonntag, 20. November, gibt es von 10 bis 12 Uhr weiterhin eine zentrale Umfrageaktion auf dem Friedhof Kolpingstraße.

Herausgegeben am 17.11.2022

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