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Der Karlsbrunnen



 

SAachen

Polygoner Schalenbrunnen

Schon seit 1334 steht der Karlsbrunnen im Mittelpunkt des Marktplatzes und ist ein Wahrzeichen Aachens geworden. Der Brunnen ist der älteste der Stadt und war ursprünglich ein polygoner Schalenbrunnen. Erst rund 300 Jahre später, im Jahr 1620, wurde der Brunnen ausgebaut. Das zehneckige Steinbecken mit bauschigem Tragpfeiler kam hinzu, auf dem die Bronzeschale, die von Johann Joseph Couven geplant wurde, mit Karlsfigur Platz fand. Seitdem schmückt der „Eäzekomp“, wie der Aachener sagt, den Marktplatz. Im Jahr 1735 entstand die Karlsbrunnenanlage in ihrer heutigen Form.

Der Karlsbrunnen wurde im Zweiten Weltkrieg komplett demontiert, um Statue und Bronzeschale zu schützen. Die Karlsstatue und der Sockel wurden im Rathaus sicher verwahrt. Die Bronzeschale vergrub man in der Soers auf dem Gelände des Reitstadions. 1948 wurde der Karlsbrunnen wieder aufgebaut.  Die  Bronzeschale bekam einen neuen Figurensockel, die Beckenrandelemente wurden aus Ziegelsteinmauerwerk ergänzt. Diese hat man wenig später, im Jahr 1954, wieder entfernt und neue Blausteinrandelemente gesetzt. 1969 wurde beschlossen, die Karlsfigur gegen eine Kopie zu tauschen, um sie zu erhalten. Heute steht das Original im Rathaus und ist im Krönungssaal im Rahmen der Route Charlemagne zu besichtigen. Die 1969 neu gesetzten Blausteinpoller und Blausteinstufen wurden bereits sechs Jahre später saniert. 1987 wurden die Wasserleitungen im Brunnen erneuert und ein Jahr später das Brunnenbecken abgedichtet.

 

Die große Restaurierung 2008
Die Stahlstangen waren gerostet und hatten sich gelöst. Die Fugen der Brunneneinfassung waren stark beschädigt. Witterungseinflüsse hatten den Wappensockel, den Figurensockel und den Blaustein ebenfalls massiv angegriffen. Die vielen Risse und abgeplatzten Stücke im Wappensockel gaben Anlass zur Sorge um die Tragfähigkeit des Blausteins. So sind deshalb zeitweise große Blausteinfehlstellen mit Zementmörtel angefüllt worden.

Im kreuzförmigen Hohlraum des Inneren des Wappensockels wurde eine Verbundkonstruktion aus Stahlbeton und Edelstahl angebracht. Damit konnten die zehn Tonnen Gewicht der Bronzeschale und des Aufbaus in den Untergrund abgeleitet werden, ohne die rund 400 Jahre alten Blausteine des Wappensockels zu belasten. Die Bronzeschale bekam einen neuen Sockel aus wasserundurchlässigem Beton. Die Arbeit am Wappensockel war sehr aufwändig: Die Wappensteine wurde abgeformt, da ein Auseinanderfallen nicht ausgeschlossen werden konnte. Der Figurensockel des oberen Bereichs wurde in der Restauratorenwerkstatt sorgfältig überarbeitet. Beispielsweise musste der Eisenanker entfernt und durch Edelstahlteile ersetzt werden. An der Bronzestatue wurde zum wiederholten Male das Kreuz des Reichsapfels befestigt. Am äußeren Brunnenrand sind die großen vertikalen Fugen mit Blei ausgegossen worden. An der stark beschädigten äußeren Einfassung des Brunnens mussten die Blausteinelemente wieder zusammengefügt und verdübelt sowie ältere Klebungen erneuert werden.

In Zukunft besteht weiterhin die Gefahr, dass die aufwendig restaurierte äußere Einfassung sehr schnell wieder beschädigt wird. Die zahlreichen Veranstaltungen auf dem Markt machen den Brunnen anfällig. (gefährden den Brunnen)