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Elektro-Busse

Vom Hybrid- zum Elektrobus

Die ASEAG hat mit Partnern einen Gelenkbus umgebaut

Seit Mai 2015 zählt zur Flotte der ASEAG nun ein Gelenkbus, der in den Monaten zuvor vom Hybrid- auf reinen Elektroantrieb umgebaut worden war. Gemeinsam mit der Aachener Futavis GmbH hat das Projektteam der ASEAG ein Batteriepaket von rund 180 Kilowattstunden installiert, durch eine frühe Einbindung der DEKRA stellte man sicher, dass der Bus den Ansprüchen an einen betrieblichen Einsatz genügt. Mit dem Umbau, der auch durch das Projekt CIVITAS Dyn@mo und den Aachener Verkehrsverbund (AVV) gefördert wurde, will die ASEAG prüfen, welchen Beitrag der Elektroantrieb für die Zukunft spielen kann – vor allem im Hinblick auf einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur sauberen Luft für Aachen.

„Der Bus ist täglich bis zu sechseinhalb Stunden auf zwei unterschiedlichen Linien im Einsatz. Er läuft stabil und zuverlässig, bisher gab es keine nennenswerten Störungen“, bilanziert Walter Eßer, der das Projekt für die ASEAG geleitet hat. „Es deutet sich sogar an, dass die Reichweite höher ist, als ursprünglich berechnet.“.

Die Technologie des Fahrzeugs wird im laufenden Betrieb weiter optimiert. Dabei geht es beispielsweise darum, die Hitzebeständigkeit der Batterien zu testen, bei der Beleuchtung ohne Effizienzverluste weitere Energie einzusparen und die ohnehin bereits recht moderate Geräuschentwicklung weiter zu mindern. Auf dem Gelände des Instituts für Kraftfahrzeuge Aachen (IKA) führt das Team der ASEAG aktuell Messungen durch, die hierzu objektive Dezibel-Werte liefern.

Stromverbrauch

Jungfernfahrt auf der Linie 43: Zunächst montieren OB Marcel Philipp (links) und ASEAG-Chef Michael Carmincke das Nummernschild (stehend v.l.n.r.: Walter Eßer, ASEAG, Rolf Reiners, DEKRA Aachen, Hans-Peter Geulen, AVV und Jens Bockstette. Futavis). D

Jungfernfahrt auf der Linie 43: Zunächst montieren OB Marcel Philipp (links) und ASEAG-Chef Michael Carmincke das Nummernschild (stehend v.l.n.r.: Walter Eßer, ASEAG, Rolf Reiners, DEKRA Aachen, Hans-Peter Geulen, AVV und Jens Bockstette. Futavis). Dann geht es von der Hüls Richtung Bushof. Mit dabei war auch Prof. Achim Kampker (rechts im Bild).

„Als kommunales Unternehmen beobachten wir Trends, die auch die Welt des Öffentlichen Nahverkehrs betreffen. Antriebsformen der Zukunft spielen in diesem Zusammenhang für uns eine wichtige Rolle, denn letztlich ist es auch unsere Aufgabe einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur sauberen Luft in Aachen und der Region zu leisten“ erläutert ASEAG-Vorstand Michael Carmincke das Engagement des Verkehrsunternehmens. „Die ASEAG hat einen hohen Stellenwert für Aachen und die Region. Hierin sehen wir unsere Chance, innovative Projekte zu bündeln und voranzutreiben“, so Carmincke weiter.

Kosten in Höhe von rund 700.000 Euro zu 75 Prozent gefördert
Auch auf Verbundebene ist das Pilotprojekt unterstützt worden. So hat der Aachener Verkehrsverbund (AVV) die Kosten für die Hardware in Höhe von rund 700.000 Euro zu 75 Prozent gefördert. Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer der Aachener Verkehrsverbund GmbH, betont in diesem Zusammenhang: „Ein zukunftsfähiger ÖPNV verlangt zukunftsfähige Konzepte. Die unterschiedlichen Forschungsaktivitäten, an denen sich der AVV und auch die ASEAG regional, national und international beteiligen, leisten hier einen wichtigen Beitrag.“

Realisiert hat die ASEAG das ehrgeizige Projekt mit der Aachener Futavis GmbH, die auf die Entwicklung und Produktion elektronischer Systeme zur Förderung erneuerbarer Energien spezialisiert ist. Futavis-Geschäftsführer Jens Bockstette: „Der Erfolg der Elektromobilität steht und fällt mit der Leistungsfähigkeit der Batterien. Von ihrer Weiterentwicklung hängt vieles ab. Wir erwarten eine Mindestfahrstrecke von rund 50 Kilometern – und dies zu jeder Jahreszeit. Für uns wird nun der Realbetrieb zeigen, welche Fahrleistung der Bus tatsächlich aufweist.“

Zunächst auf der Linie 43 im Einsatz
Für einen erfolgreichen Einsatz des Busses auf Aachens Straßen ist die Ladeinfrastruktur von Relevanz. Zunächst wird das Fahrzeug konduktiv, also per Stecker, auf dem Betriebsgelände der ASEAG geladen. Aufgrund der geringen Erfahrung mit den zu erwartenden Ladezyklen im Echtbetrieb ist der Elektrobus zunächst auf der Linie 43 im Einsatz und passiert auf seiner Strecke immer wieder das Betriebsgelände der ASEAG. Die aus dieser ersten Phase gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend in ein Konzept für Ladeinfrastruktur einfließen. Perspektivisch könnte der elektromobile Gelenkbus bei entsprechender Ladeinfrastruktur auf der Linie 73 eingesetzt werden. Diese bietet sich aufgrund ihrer Streckenführung an: ein hoher Innenstadtanteil kombiniert mit einem topographisch interessanten Streckenverlauf sind eine gute Voraussetzung für die Messung von Energiebedarf und Geräuschemissionen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßt die Aktivitäten der ASEAG. „Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zum Luftreinhalteplan der Stadt Aachen, sehen wir die Aktivitäten zum verstärkten Einsatz alternativer Antriebstechnologien als wichtigen Baustein auf dem Weg zu einem sauberen Klima in Aachen. Neben den Umbau-aktivitäten gilt es, Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu beobachten, um zu entscheiden, welche Antriebsform unter Umwelt- und wirtschaftlichen Gesichtspunkten die rote Flotte zukünftig ergänzen wird“.

Zudem ist der Umbau Bestandteil des EU-Projektes "CIVITAS DYN@MO", welches die Stadt Aachen seit Ende 2012 gemeinsam mit 27 lokalen Partnern aus drei weiteren europäischen Städten leitet. Das Projekt hat eine Gesamtförderung von 8,5 Millionen Euro, drei Millionen Euro aus der CIVITAS-Initiative gehen in die Region Aachen, der Gesamtanteil der Förderung auch für andere Arbeitspakete der ASEAG beträgt 365.000 Euro. Im Projekt geht es in erster Linie um eine möglichst umweltfreundliche Art der Fortbewegung, konkret: um saubere Fahrzeuge oder auch den Einsatz intelligenter Technik zum Beispiel beim Fahrkartenverkauf.
Mehr Informationen zu CIVITAS bietet www.aachen.de/civitas.


Zahlen, Daten Fakten

Fahrzeugabmessungen
Länge: 17940 mm
Breite: 2550 mm
Höhe: 3480 mm

Elektrischer Antrieb
4 Radnabenmotoren á 60 kW
Dauerleistung an Achse 2+3

Fahrgastkapazität
37 Sitzplätze
95 Stehplätze
1 Sondernutzungsfläche

Batterie
Kapazität: 180 kWh
Zellchemie: LiFePo4
Kühlung: luftgekühlt
Montageort: Fahrzeugdach
Batteriegewicht: ca. 1.800 kg
Reichweite: > 50 km

Gewicht
Leergewicht: 19.000 kg
zul. Gesamtgewicht: 28.000 kg

Wissenswert
Durch den Umbau konnten nahezu alle Gewichte und Achslasten beibehalten  und so die ursprüngliche Fahrgastkapazität wiederhergestellt werden.

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