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Laurensberg: kurz vorgestellt



 

Aachens Stadtteil Laurensberg liegt im Nordwesten der Stadt, unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden und am Fuße des Lousbergs, umgeben von vielen Feldern, Wiesen und Hügeln.

Mit einer Fläche von 2997 ha und 22.000 Einwohnern ist Laurensberg der größte Stadtbezirk von Aachen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung  1972 wurde die zuvor selbstständige Gemeinde des früheren Laurensberg mit den Gemeinden der angrenzenden Ortschaften Vetschau, Orsbach, Seffent, Lemiers, Vaalserquartier und der Soers zum heutigen Stadtbezirk Laurensberg eingemeindet, zu dem auch die Wohngebiete Gut Kullen und Steppenberg gehören. 

Der Osten von Laurensberg mit Soers und Wildbach-Unterlauf und der südlichste Teil des Paulinenwäldchens gehören topografisch gesehen zum "Aachener Kessel". Der größte Teil des Stadtbezirks liegt jedoch außerhalb, so das Vaalser Hügelland mit Senserbach, Wildbach-Oberlauf und den Wiesen- und Ackerflächen um Orsbach und um den Schneeberg. Südlich des Ortsteils Vaalserquartier schließt sich der Stadtwald mit dem Dreiländerpunkt an. Im Westen fügt sich die offene, hügelige Landschaft des niederländischen Mergellandes an, auch "Klein Zwitserland" oder "heuvelland" genannt.

"Einheit der Vielfalt": Leben und Wohnen an der niederländischen Grenze

Der Stadtbezirk Laurensberg ist nicht nur groß, sondern wächst auch rasant. Das wundert nicht, denn seine attraktive Wohnlage im Grünen ist mehr denn je gefragt. Die nahezu ideale Kombination von viel Natur und gehobener Infrastruktur, die Nähe zur Aachener Innenstadt und die guten Verkehrsanbindungen in alle Richtungen - sei es Köln, Heerlen oder Maastricht - locken viele Neuhinzuziehende nach Laurenberg. Hier lebt man flexibel, mobil, weltoffen.

In Laurensberg zu wohnen, das bedeutet mit Kontrasten zu leben. Nicht nur, weil sich Laurensberg aus vielen und sehr unterschiedlichen Ortschaften zusammensetzt oder wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu den Niederlanden. Bestimmend ist auch der Kontrast zwischen der Bedeutung des Aachener Klinikums als wichtigem Wirtschaftsfaktor der Region einerseits und der ansonsten immer noch verbreiteten Landwirtschaft und dem ländlichen Leben andererseits. 

Noch weitgehend ländlich geprägt ist das Leben in den reizvollen Ortschaften Vetschau, Orsbach und Lemiers. Sie wirken auch heute noch wie kleine Enklaven, an denen die Zeit vorüber gegangen scheint. Hier gibt es nicht nur einige sehenswerte Kirchen und Burgen, sondern auch große, bäuerliche Betriebe, intakte Hofanlagen, die Vieh- und Milchwirtschaft betreiben.

Seffent ist ein Ort, den schon die Kelten verehrt haben. Der Name Seffent leitet sich vom lateinischem "Septem Fontes", den "Sieben Quellen" ab. Diese einem eingefassten Quelltopf entspringenden Quellen sind auch heute noch die stärksten Quellen im Umkreis von 70 km. Sie speisen den Wildbach, der durch Laurensberg fließt. Unweit dieses "geologischen Naturdenkmals" steht die historische Burg Seffent, in der sich heute eine moderne Wohnanlage und ein Restaurant befinden.

Auch die Soers ist ein noch heute ländlich geprägter Ortsteil, der sich bis zum Lousberg-Park zieht. Bekannt ist das weitläufige Gebiet vor allem durch den Tivoli, das Fußballstadion von Alemannia Aachen und durch das Reitstadion. Trotz einiger schneidender Verkehrstraßen ist hier heute noch ein vielfältiger Lebensraum erhalten, der in vielen Jahrhunderten von Menschen zur Kulturlandschaft gestaltet wurde. Die Lebensader der Soers ist der Wildbach, der schon im Mittelalter zur Energiegewinnung für Mahl- und Hammermühlen verbaut wurde. Diese Zeugnisse frühindustrieller Nutzung der Wasserkraft sollen derzeit wieder im Einklang mit den Naturschutzbelangen restauriert werden. Die Soers soll im Rahmen der Euregionale 2008, als südlicher Teil des "Pferdelandparks", noch besser als heute schon, für die Naherholung erschlossen werden.

Im Kern des Stadtbezirks befindet sich "Alt"-Laurensberg mit seiner auf einem Hügel erhaben gelegenen, kunsthistorisch interessanten Pfarrkirche und ihrem schönen Friedhof. Im alten Laurensberg, wo sich schon zu Zeiten des Aachener Reiches die Ministerialien ansiedelten und es zahlreiche Adels- und später Fabrikantensitze gab -  etwa in Seffent und Schurzelt -  zeugen auch heute noch alte Burgen und Schlösser von diesem Reichtum. So z.B. die Burg Seffent oder die Burg Orsbach. Glanzstück ist das von einem herrlichen Park umgebene Schloss Rahe, der ehemalige Hof einer Aachener Patrizierfamilie, den ein Kaufmann im 17. Jahrhundert in ein stattliches vierflügeliges Prunkschloss umbauen ließ. Heute wird das Schloss Rahe gewerblich genutzt und kann für Veranstaltungen und Tagungen angemietet werden. Dies garantiert seinen Fortbestand.

Die Nachbarschaft zu den Niederlanden war immer schon spezifisch für Laurensberg. Es gibt viele freundschaftliche, nachbarschaftliche und auch verwandtschaftliche Beziehungen zu beiden Seiten über die Grenze hinweg.

Zur Zeit des Aachener Reiches gehörten die heute niederländische Gemeinde Vaals und das Vaalserquartier zumindest kirchlich zusammen. Nicht nur in Vaalserquartier ist die Grenze zu den Niederlanden im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Auch durch das früher unter Schmugglern beliebte Lemiers etwa fließt der Grenzbach "Senserbach", der das idyllische kleine Dorf seit jeher in einen deutschen und einen niederländischen Teil trennt. Über eine kleine Holzbrücke führt der Weg von der einen zur anderen Seite.

Gut Kullen und Steppenberg sind in den 80er und 90er Jahren entstandene Siedlungen, die von dem schnell anwachsenden Bedarf an Wohnraum in Laurensberg zeugen.

Vor allem junge Familien bevorzugen die vorstädtische Wohnlage im Grünen. Dies ist nicht zuletzt auf eine familienfreundliche Infrastruktur zurückzuführen - dazu gehören neben einem großen Angebot an Kindergärten, Spielplätzen und Schulen auch die vielen engagierten (Sport-)Vereine. Sie gewährleisten ein breites Freizeitangebot im unmittelbaren Lebensumfeld.
Neue Wohngebiete werden erschlossen. Mit der Nachfrage sind jedoch auch die Grundstückspreise gestiegen. So sind es denn auch viele "Besserverdienende", die es nach Laurensberg zieht.

In Gut Kullen leben Menschen aus über 90 Nationen. Das gibt nicht selten Anlass, Gut Kullen als "Vereinte Nationen in klein"  zu bezeichnen. Die Herausforderung der Integration wird hier tagtäglich vorbildhaft gemeistert. Nicht dass es hier keine Probleme gäbe. Aber insbesondere dem Engagement des Arbeitskreises Vaalserquartier und der ambitionierten Jugendarbeit der "OT Gut Kullen" und der integrativen Kraft der GGS Gut Kullen ist es zuzuschreiben, dass sich das Zusammenleben hier offen und tolerant gestaltet und sich das Wohngebiet nicht zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Die gemischte Wohnstruktur aus Einfamilienhäusern, größeren Wohneinheiten und sozialem Wohnungsbau trägt dazu bei.

Es heißt, die Grenzen von Laurensberg hätten die "Form eines Engels". Daran anlehnend und getreu dem Motto "Einheit durch Vielfalt" sind die Laurensberger zu Recht stolz auf ihren Stadtbezirk, der "engelsgleich" die Vielfalt der Gegensätze und Unterschiede zu einem harmonischen Ganzen vereint.

Laurensberg: Standort für weltweit bedeutende Forschung und Innovation

Seit Anfang der siebziger Jahre befinden sich die "Medizinischen Einrichtungen der RWTH Aachen2 -  kurz das "Klinikum" - in Laurensberg. Es wurde ab 1972 als dringend erforderlicher Neubau der seit 1966 bestehenden Medizinischen Fakultät Aachens über einen Zeitraum von rund 10 Jahren erbaut und bis zur feierlichen Einweihung im März 1985 schrittweise bezogen.
Das weithin sichtbare Gebäude mit seinen bizarren, über das Dach weit hinaus ragenden Aufzugschächten war lange Zeit umstritten: vor allem galt es als zu groß und zu teuer. Das Klinikum zeichnet sich nicht nur durch seine eigenwillige 70er Jahre Architektur aus, sondern auch durch eine "Alles unter einem Dach-Konzeption". In dem Bau sind Lehre, Forschung und Krankenversorgung und somit sämtliche Kliniken, Labors, Forschungseinrichtungen, Hörsäle und Pflegeschulen vereint.
Auch weitere medizinische Forschungseinrichtungen des Klinikums und andere Forschungsstätten der expandierenden RWTH Aachen befinden sich im Stadtbezirk Laurensberg. Zudem sind im Gewerbegebiet Kackertstraße einige weltweit tätige Unternehmen ansässig, allen voran das Ford-Forschungszentrum, das u.a. mit der RWTH Aachen zusammen arbeitet.
Viele Angehörige des Klinikums und der Forschungseinrichtungen haben sich auch privat in Laurensberg niedergelassen und tragen so ihrerseits zum gehobenen Image des Stadtbezirks bei.

CHIO - Weltpferdesport in der Soers

Von weltweiter Anerkennung zeugt auch eine andere in Laurensberg beheimatete Institution. Seit1925 inszeniert der Aachen-Laurensberger Rennverein Reitsportturniere auf höchstem internationalen Niveau. Er steht damit in einer alten Aachener Tradition. Denn schon zur Zeit Karls des Großen machte sich Aachen einen Namen als Zentrum für den Pferdesport. Von den frühen, noch unter der Schirmherrschaft Karls des Großen stehenden Pferdeturnieren spannt sich ein kontinuierlicher Bogen bis zu den heutigen international renommierten "Reit- und Fahrturnieren" des Aachen-Laurensberger Rennvereins auf dem weitläufigen Turniergelände in der Aachener Soers. Hier treffen sich alljährlich zum "CHIO Aachen" nicht nur Hunderttausende begeisterte Zuschauer und die Reitsportprominenz, sondern auch Bundes- und Staatspräsidenten, Bundeskanzler und Botschafter, Ministerpräsidenten und Staatsminister, kirchliche und militärische Würdenträger,... Sie alle tragen zum legendären Ruf des "CHIO - Weltfest des Pferdesports" für Spring- und Dressurreiter und Vierzugfahrer bei.

Naherholung vor der Haustür: malerische Natur und herrliche Ausflugsziele

Laurensberg ist in ein weitläufiges Naherholungsgebiet eingebettet. Trotz der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung sind hier noch viele Räume mit kleinteiliger Kulturlandschaft und reichhaltigen Wäldern erhalten geblieben. Fast der gesamte Außenraum des Bezirks ist darum als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, in dem sich außerdem zahlreiche geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmäler und drei größere Naturschutzgebiete befinden.
Die schöne Natur und die historischen Sehenswürdigkeiten  locken viele Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer zu Ausflügen nach Laurensberg. So ist es denn auch sehr gut durch Wege und Pfade für die Naherholung erschlossen und bietet wegen der hügeligen Landschaft und den vielen Anhöhen viele überraschende Ausblicke.

Von Orsbach aus etwa hat man einen wunderbaren Blick zum einen auf den Lousberg und zum anderen auf den nahgelegenen Vaalserberg, die höchste Erhebung der Niederlande. Dort befindet sich das "Dreiländereck", an dem Belgien, Deutschland und die Niederlande zusammentreffen. Bis zum Ersten Weltkrieg handelte es sich noch um ein "Vierländereck". Das vierte Land - Neutral Moresnet - gehört heute zu Belgien. Der Boudewijn-Turm auf der belgischen Seite bietet ein großartiges Panorama weit in das niederländische Mergelland hinein bis zum Hohen Venn und zur Eifel. Diese Besonderheit machte den Berg zu einer begehrten Touristenattraktion, die sich die Niederländer und Belgier mit dem Stadtbezirk Laurensberg teilen. Denn von deutscher Seite aus ist das Dreiländereck nur über den "Dreiländerweg" in Laurensberg erreichbar, einen kurzen, steilen Anstieg durch den Wald mit herrlichen Aussichten.

Rund um Orsbach gibt es noch viele schöne Obstwiesen, Heckensäume und Feldgehölze. Östlich der Ortschaft liegen die Naturschutzgebiete Großer Busch und Kleiner Busch mit artenreichen Niederwaldflächen. Die Orsbacher Bewohner haben hier noch historische Nutzungsrechte für Brennholz und bewirtschaften den Niederwald. Auch die Waldflächen auf dem Schneeberg sind großenteils als Naturschutzgebiet ausgewiesen und sind Rückzugraum für viele Tierarten.

Schon nah an der Stadt befindet sich nördlich des Klinikums das Naturschutzgebiet Seffenter Weg mit Wilkensberg. Am angrenzenden Gut Melaten entsteht derzeit der Neue Botanische Garten. Darin erfreut und überrascht vor allem der Karlsgarten die Besucher mit der Blütenpracht und den vielen Aromen und Gerüchen der Heil- und Küchenkräuter vom zeitigen Frühjahr an bis in den tiefen Herbst hinein.