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Komplettsanierung Hauptfeuerwache

  • Fertigstellung nach zwei Jahren Umbau und Modernisierung. Projekt bleibt mit 13,5 Millionen Euro im Kostenrahmen. Ab dem 7. August werden Einsätze wieder von der Hauptwache gefahren.
  • Beigeordneter Dr. Markus Kremer: „Moderne Technik und optimierter Gebäudebestand sind jetzt die Basis für eine leistungsfähige Aachener Feuerwehr.“
  • Höchste Anforderungen an die komplexe Haustechnik. Denkmalschutz und modernste Ausstattung weisen den Weg für die Zukunft. 

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Glückliche Gesichter (v.l.): Projektleiter Georg Ulbrich, Klaus Schavan (Technische Betriebsleiter des städtischen Gebäudemanagements), Dezernent Dr. Markus Kremer, Monika Krücken (Abteilungsleiterin Denkmalpflege und Stadtarchäologie) und Aachens Feuerwehrchef Jürgen Wolff freuen sich über die abgeschlossene Komplettsanierung der Wache an der Stolberger Straße. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Ende April 2015 wurde mit den vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes der Hauptwache der Aachener Berufsfeuerwehr an der Stolberger Straße begonnen. Während der Sanierungsarbeiten waren die Abteilungen Brandschutz und Rettungsdienst auf dem Gelände der Spedition Hammer, Auf der Hüls, untergebracht. Nun sind die Kernsanierung und der Ausbau der Hauptwache abgeschlossen; der Wiedereinzug in die sanierten und zum Teil neugestalteten Räume steht kurz bevor. Ab Montag, 7.August, sollen wieder die Einsätze von der Hauptwache aus gefahren werden. Die rund 200 Beamten der Berufsfeuerwehr, Einsatz- und Rettungskräfte sowie Verwaltungsmitarbeiter werden in der modernen Feuerwache dann ausgezeichnete Arbeitsbedingungen vorfinden. Davon konnten sich heute (27. Juli) Medienvertreter bei einem Pressegespräch und Rundgang überzeugen.

Ein zukunftsorientierter Feuerwehrbetrieb  
Die Sanierungsarbeiten der vergangenen zwei Jahre dienten dem Erhalt des Baudenkmals, waren aber auch wegen der funktional notwendigen Anpassung des Gebäudes an die Erfordernisse eines zukunftsorientierten Feuerwehrbetriebes unbedingt notwendig. Der für die Feuerwehr zuständige Beigeordnete Dr. Markus Kremer betonte: „Die Sanierung der Hauptwache ist die Basis für die Gewährleistung einer dauerhaft leistungsfähigen Feuerwehr. Nur so können wir die Anforderungen, die an eine moderne Feuerwehr gestellt werden, erfüllen und die Erfordernisse, die sich aus der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes ergeben, auch umsetzen."

Zusammenspiel aller Beteiligten
Neben der Projektleitung, die beim Gebäudemanagement der Stadt Aachen lag, waren die pbs-Architekten, das Ingenieurbüro inco für den technischen Gebäudeausbau und das Ingenieurbüro Kempen & Krause für Statik und Bauphysik, alle Aachen, an der Ausführung beteiligt.

Das Bauvolumen umfasste eine Nutzfläche 3760 Quadratmetern, die Gesamtkosten zur Sanierung des Gebäudebestandes betrugen 13,5 Millionen Euro. Der Technische Betriebsleiter des städtischen Gebäudemanagements, Klaus Schavan,  stellte fest: „Die Gründlichkeit der Bestandsuntersuchungen im Vorfeld des Bauvorhabens hat sich bewährt. Denkmalschutz und moderne Konzepte sind unter einem Dach möglich." Was ihn besonders freute: „Die Kosten konnten eingehalten werden - was für Bauen im Bestand nicht immer einfach ist."

Im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen bewältigt: Sanierung der Gebäudehülle, funktionale Veränderungen im Grundriss, komplette Sanierung der Haustechnik, Verlegung und Modernisierung der Atemschutzwerkstatt, Erweiterung der Fahrzeughallen durch Verlegung der neuen Falttoranlagen, Modernisierung der Übungseinrichtungen und der Trainingsstrecke sowie die Verlegung und Modernisierung der Kantine.

Zweiter von drei Schritten beendet
Die Abbrucharbeiten sowie die Schadstoffsanierung dauerte von Juli 2015 bis Ende Februar 2016, die eigentliche Bauzeit für Sanierung, Umbau und Modernisierung lief von März 2016 bis Ende März dieses Jahres. Die restliche Bauzeit wurde mit den abschließenden Innen- und Einrichtungsarbeiten verbracht, besonders deutlich wurde beim Presse-Rundgang, dass die Installation und Überprüfung der sensiblen neuen Steuerungs- und IT-Technik sehr aufwendig waren.

Damit ist nach der Fertigstellung der städteregionalen Leitstelle im Jahr 2012 auf dem Gelände der Hauptwache als erster Schritt nun der nächste mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahmen der Hauptwache erfolgt. Und Schritt drei ist bereits in Planung: der Neubau des Werkstatt-, Service- und Logistikbereichs an der Stolberger Straße.  

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Besonderes Gebäude: Die in den 1960er Jahren errichtete Wache steht unter Denkmalschutz und wird dem sogenannten „béton brut“ zugerechnet. Das machte die Sanierungsarbeiten besonders aufwendig. Zwei Jahren hat der Umbau gedauert. Das Projekt bleibt mit 13,5 Millionen Euro im Kostenrahmen. Ab dem 7. August werden Einsätze wieder von der Hauptwache gefahren. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

„Das ist schon ein Quantensprung“
Für Feuerwehrchef Jürgen Wolff ist die Rückkehr in die Hauptwache von großer Bedeutung: „Das ist schon ein Quantensprung für uns, wir werden nach der modernen Leitstelle nun auch eine Wache bekommen, die zukunftsweisend ist und die mit einer adäquaten Unterbringung unserer Leute, mit entsprechenden Sozialräumen, einer modernen Kantine, mit neuer Atemschutzübungsstrecke und geräumigen Hallen für die Fahrzeuge höchsten Ansprüchen genügt.“ Ausdrücklichen Dank sprach Wolff seinen Leuten aus, die die Zeit im Übergangsquartier auf dem Gelände der Spedition Hammer auf der Hüls „ausgesprochen professionell angenommen haben“.  
Zu ihrer Gründung vor gut 50 Jahren war die Wache für rund 75 Feuerwehrleute konzipiert, sagte Wolff, „heute haben wir rund 200 Kollegen in der Hauptwache, von denen immer etwa 40 im 24-Stunden-Dienst sind“. Dezernent Kremer resümierte: „Wir bieten künftig auch als Arbeitgeber ein sehr modernes Arbeitsumfeld. Das macht uns dann noch attraktiver auf dem besonders im Bereich Feuerwehr schwierigen Feld der Nachwuchskräftegewinnung.“

Eine moderne Feuerwache im Denkmal
Geplant wurde das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude im Jahr 1961 von Prof. Rudolf Steinbach, errichtet wurde es in den Jahren 1961 bis 1964. Prof. Steinbach war seinerzeit Inhaber des Lehrstuhls für Baukonstruktion an der RWTH Aachen. Das Gebäude war damals und ist auch heute noch in seiner Struktur und Außenwirkung  wegweisend, so die Denkmalpflege.

Klare Funktionen, klare Formensprache, aber auch der Einsatz des Baustoffs Beton als sichtbare Oberfläche waren die Begründungen dafür, dass im Jahre 2013 ein Eintrag in die Denkmalliste erfolgte. Monika Krücken, städtische Abteilungsleiterin Denkmalpflege und Stadtarchäologie, dazu: „Die Feuerwache 1 ist das Werk eines bedeutenden Architekten und ein wichtiges Beispiel für die sogenannte Nachkriegsmoderne. In allen seinen Werken vertritt der Architekt und Hochschulprofessor Rudolf Steinbach eine an den Prinzipien der Bauhaus-Moderne orientierte Reduktion der Architektur auf klare geometrisch-stereometrische Formen.“

Die Feuerwache 1 sei von hoher Gestaltungskraft und von baukünstlerischer Bedeutung, so Monika Krücken weiter. Das Gebäude spiegele die zeittypische Begeisterung  für Rohbeton (béton brut) und für das industrielle Bauen wider. Krücken: „In den 60er Jahren erlebte dieser Stil eine Blütezeit  und war als ,Brutalismus‘ eine  maßgebliche Architekturrichtung der Nachkriegszeit.“

Die besondere Herausforderung bestand darin, eine moderne Feuerwache, die höchste Anforderungen an reibungslose Funktionsabläufe stellt, mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren. Der Denkmalschutz zeigt sich im Übrigen nicht nur im sorgsamen Umgang mit der Bausubstanz, sondern auch in einigen Baumerkmalen, die erhalten bleiben: So bleibt ein altes Holztor zum Hof der Wache erhalten, auch einzelne Fensteranlagen und die Farbgebung der Geländer in den Treppenhäusern.

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Alles ist vorbereitet: Die blauen Schläuche in der Wagenhalle saugen künftig die Abgase der Einsatzfahrzeuge auf. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Transparenz ist Trumpf
Das Gebäude wurde bis auf die Rohbau-Substanz zurückgebaut, alle Schadstoffsanierungen sind nach Plan abgelaufen, alle Technikanlagen wurden entfernt, im Rahmen der Möglichkeiten wurde der Grundriss zugunsten neuer räumlicher Kapazitäten verändert. Projektleiter Georg Ulbrich aus dem städtischen Gebäudemanagement: „So hat zum Beispiel die Erweiterung der Fahrzeughallen durch Verlegung der neuen Falttoranlagen reichlich neuen Platz gebracht.“ Transparenz ist in der sanierten Hauptwache ohnehin Trumpf. So werden die Bürger durch gläserne Tore jederzeit sehen können, was in den Halle im Erdgeschoss passiert.

Ab dem 7. August läuft alles wieder normal
Für Montag, 7. August, steht der Abschluss des Umzuges an. Der letzte Löschzug wird das Interimsgelände ‚Auf der Hüls‘ verlassen und in die Hauptfeuerwache Stolberger Straße zurückkehren. Der ehemals ausgelagerte Feuerwehr- und Rettungsbetrieb findet wieder von der Stolberger Straße aus statt. Das Projekt „Verwandlung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes in eine moderne Feuerwache“ ist dann erfolgreich abgeschlossen.

Herausgegeben am 27.07.2017 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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