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Waldspaziergang mit der Baumpflege

  • Am 26. September besuchten 16 Bewohnerinnen und Bewohner des Anna-Roles-Hauses in Alsdorf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs.
  • Bei der Baumkunde rund um den Drehturm wurden die Gäste aktiv mit einbezogen und alle Fragen anschaulich beantwortet.
  • Neben einem Waldspaziergang wartete der Stadtbetrieb mit einer Demonstration verschiedener Arbeitsmaschinen auf.

Noch leuchtet der Lousberg grün, doch bald ist es damit vorbei: Im Herbst färbt sich das Blätterdach in Rot- und Gelbtöne, wenn die Bäume die farbenspendenden Nährstoffe aus den Blättern ins Innere ziehen, um den Winter zu überstehen. Das und noch viel mehr lernten 16 Bewohnerinnen und Bewohner des Anna-Roles-Hauses in Alsdorf, in dem Menschen mit verschiedenen Behinderungen leben. Am vergangenen Donnerstag, 26. September, begleitete die Gruppe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs bei ihrer Arbeit auf dem Lousberg.

Der Ausflug bildete den Höhepunkt einer Projektwoche rund um das Thema Baum, die Heinz Blankenheim, ehemaliger Leiter des Anna-Roles-Hauses und inzwischen ehrenamtlicher Mitarbeiter, und seine Kollegin Sandra Hoos auf die Beine stellten. Unterstützung erhielten sie von zwei hauptamtlichen und fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – ein starkes Team, das den Ausflug genau wie die Bewohnerinnen und Bewohner mit Spannung erwartete.

Lernort Lousberg – der Wald ruft!
Ein Ausflugsbericht: Der Tag beginnt regnerisch, trotzdem sind alle gespannt und freuen sich auf eine interessante Führung auf dem Lousberg. Oben angekommen begrüßt Nino Polaczek-Keilhauer, Arbeitsvorbereiter der Baumpflege und Baumkontrolle, die Besuchergruppe. Er kennt das Wäldchen mit seinen Bäumen wie seine Westentasche – etwa die Rosskastanie, die schon früh in dieser Jahreszeit ihr Laub verliert. „Witterung und Schädlinge machen diesem Baum besonders zu schaffen“, erklärt Polaczek-Keilhauer. „Sie schwächen sein Immunsystem und machen ihn angreifbar.“ Widerstandsfähiger ist da schon die Rotbuche, die den Bewohnerinnen und Bewohnern des Anna-Roles-Hauses wohlbekannt ist: Erst wenige Tage zuvor pflanzten sie selbst einen Rotbuchen-Keimling namens Paul. Zu sehen, dass auch Paul eines Tages bis zu 40 Meter hoch werden könnte, beeindruckt die Gruppe sehr. Aber warum ist die Rotbuche eigentlich grün? „Bei Rotbuchen sind die Blätter nur beim Austreiben rot“, antwortet Polaczek-Keilhauer. Die Bezeichnung Rotbuche ergibt sich aus der rötlichen Färbung der Rinde.

Anschauliche Baumkunde mit aktivem Publikum
Alle sind mit Feuereifer bei der Sache und löchern den Fachmann mit Fragen – beispielsweise zu dem langen Riss, der sich durch die Rinde einer der Rotbuchen zieht. Polaczek-Keilhauer holt etwas weiter aus und deutet auf eine Lichtung vor der Buche: „Vermutlich gab es hier einmal Bewuchs, der den Baum vor der Sonne geschützt hat“, sagt er. „Als der Bewuchs verschwand, war der Baum plötzlich der Sonne ausgesetzt. Das war zu viel: Der Baum bekam Sonnenbrand, die Borke platzte auf. Durch den Heilungsprozess bildete sich dann eine Narbe, ganz wie beim Menschen.“ Wie man einem solchen Sonnenbrand vorbeugt? „Durch Sonnencreme“, antwortet Polaczek-Keilhauer. Gerade junge Bäume erhielten im Sommer einen weißen Anstrich zum Schutz vor den Sonnenstrahlen, erklärt er.

Die Route führt die Besucherinnen und Besucher an verschiedensten Baumsorten vorbei. Nach der Anreise mit Spezialbussen verläuft die Exkursion barrierefrei. Erholungspausen sind kaum nötig, denn Polaczek-Keilhauer legt an interessanten Stellen kleine Zwischenstopps ein – und davon gibt es viele. „Weiß jemand, was das hier für ein Baum ist?“, fragt er und reckt ein goldfarbenes Blatt in die Höhe. „Ein Ahorn!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Auch der Klimawandel ist in unseren Wäldern spürbar und Thema der Führung. „Dieser Amberbaum hier“, sagt Polaczek-Keilhauer und zeigt auf einen dem Ahorn nicht unähnlichen Baum, „kommt eigentlich gar nicht aus Europa. Weil er Hitze und Trockenheit besser verkraftet, wird er aber auch in unseren Breiten zunehmend als Zukunftsbaum betrachtet.“

Über die Schulter geschaut
Nach dem Waldspaziergang ist der Projekttag am Lousberg aber noch nicht zu Ende, denn die Baumpflegerinnen und Baumpfleger des Stadtbetriebs bieten der Gruppe einen Einblick in ihre alltägliche Arbeit. Am Aussichtspunkt des Lousbergs warten sie mit schwerem Gerät auf, darunter Hubwagen und Häckselmaschine. Unter den staunenden Blicken der Besuchergruppe geht es dann hoch hinaus: In bis zu 30 Meter Höhe wird geschnitten, getrimmt und gesägt. Abgesichert sind die Baumpflegerinnen und Baumpfleger durch zahlreiche Vorkehrungen, etwa die richtige Schutzkleidung. Vorsicht ist auch bei der Häckselmaschine geboten, die die Baumreste unter lautem Getöse in Kleinholz verwandelt.

Um viele Eindrücke reicher beenden die Besucherinnen und Besucher des Anna-Roles-Hauses ihren Ausflug zum Lousberg. „Wir empfehlen einen solchen Waldspaziergang auf jeden Fall weiter“, sagen Blankenheim und Hoos begeistert.

Herausgegeben am 01.10.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
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