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Kindertagespflege: FAQs für Tagespflegepersonen

Ab wann kann ein Kind gefördert werden?
Von der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres. Es erfolgt eine tagesgenaue Berechnung.

Gibt es hiervon Ausnahmen?
Ja, wenn die Erziehungsberechtigten

  • einer Erwerbstätigkeit nachgehen, aufnehmen oder arbeitssuchend sind
  • sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden
  • Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des Sozialgesetzbuches – Zweiter Teil – (SGB II) erhalten

oder wenn das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat und keine Ganztagesbetreuung in einer Kindertagesstätte oder Offenen Ganztagsschule erfolgen kann.

Kann ich ein Kind aufnehmen, dass nicht in Aachen wohnt?
Grundsätzlich ist dies möglich. Die Förderung kann in diesem Fall aber nicht durch die Stadt Aachen erfolgen, da das Jugendamt zuständig ist, wo das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Wie finde ich den Kontakt zu Eltern, die ihr Kind betreuen lassen wollen?
Der Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. bietet neben Schulungen auch fachliche Beratung und Vermittlung von Kindertagespflegeverhältnissen an.

Wie viele Kinder darf ich betreuen?
Wie viele Kinder Sie betreuen dürfen entnehmen Sie bitte Ihrer Pflegeerlaubnis. Grundsätzlich dürfen jedoch nie mehr als fünf Kinder gleichzeitig betreut werden. 

Wie erhalte ich meine laufende Geldleistung?
Wenn Sie und die Kindeseltern/das Elternteil sich einig über die Rahmenbedingungen des Tagespflegverhältnisses sind, müssen sowohl  Sie als auch die Kindeseltern/das Elternteil rechtzeitig einen Antrag beim Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen stellen. Die Antragsunterlagen finden Sie hier.

Bitte beachten Sie, dass der Antrag vor Beginn des Tagespflegeverhältnisses beim Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. oder beim Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen eingegangen sein muss. Es gilt das Datum des Eingangsstempels des Vereins bzw. der Behörde.

Wird eine Eingewöhnung gefördert?
Ja, es wird eine Eingewöhnungszeit von fünf Tagen pauschal mit 150 Euro gefördert. Die Förderung kann mit dem Antrag auf laufende Geldleistung beantragt werden.

Ich will mit den Kindeseltern/dem Elternteil die wöchentlichen Betreuungszeiten vereinbaren. Muss ich etwas beachten?

Die Tagespflege muss grundsätzlich mindestens 15 Stunden und darf maximal 45 Stunden pro Woche umfassen. Eine Betreuung von unter 15 Stunden pro Woche kann nur ergänzend zu einer weiteren Betreuung (z.B. KiTa) erfolgen. Dabei darf  die gesamte Betreuungszeit von 45 Stunden pro Woche bzw. 195 Stunden im Monat nicht übersteigen. Bitte beachten Sie, dass nie mehr als fünf fremde Kinder gleichzeitig betreut werden dürfen.

Das zu betreuende Kind hat einen erhöhten Förderbedarf. Gibt es hier besondere Regularien?
Wenn das von Ihnen zu betreuende Kind einen erhöhten Förderbedarf hat, können Sie eine höhere laufende Geldleistung beantragen. Diese erhöht sich nochmals, wenn der erhöhte Förderbedarf zu einer Platzreduzierung führt. Um den erhöhten Förderbedarf geltend zu machen, werden bei Antragsstellung folgende Unterlagen benötigt:

  • Stellungnahme der Tagespflegeperson zum erhöhten Betreuungsaufwand des Kindes und der eigenen Kompetenz zur Bewältigung
  • Feststellungsmitteilung des Trägers der Eingliederungshilfe nach § 53ff. SGB XII für Kinder mit (drohender) Behinderung
  • Nachweis einer zusätzlichen Qualifikation der Tagespflegeperson zur Betreuung von Kindern mit (drohender) Behinderung, die mindestens begonnen sein sollte

Vom Verein für Familiäre Tagesbetreuung e.V. ist zudem zu folgenden Punkten schriftlich Stellung zu nehmen:

  • Zur Eignung der Tagespflegeperson in Bezug auf Erziehung, Bildung und Betreuung des jeweiligen Kindes mit (drohender) Behinderung
  • Zur räumlichen Ausstattung in Bezug auf den individuellen Bedarf des Kindes mit (drohender) Behinderung

Werden auch anteilige Stunden bezahlt oder nur volle Stunden?
Die von Ihnen und den Eltern/dem Elternteil vereinbarten Stunden dienen als Grundlage zur Berechnung der laufenden Geldleistungen. Hierbei werden auch anteilige Stunden berücksichtigt (Zwei Stellen nach dem Komma).

Müssen monatliche Nachweise über die geleisteten Betreuungsstunden eingereicht werden?
Die Stadt Aachen verlangt keinen monatlichen Nachweis über die geleisteten Betreuungsstunden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass Anwesenheitslisten schon aus versicherungstechnischen Gründen geführt werden. Hieraus sollte hervorgehen, wann und in welchem Zeitraum das Kind in der Tagespflegestelle war. Die Stadt Aachen behält sich vor, stichprobenartig und/oder anlassbezogen die Einhaltung der Mitwirkungspflichten (z.B. Mitteilung der Ausfallzeiten) zu überprüfen.

Darf ich Zuzahlungen von den Eltern/ dem Elternteil verlangen?
Nein. Gem. § 23 Abs. 1 Kinderbildungsgesetz sind, soweit die Förderung in Kindertagespflege gem. § 23 SGV III erfolgt, weitere Kostenbeiträge der Eltern an die Tagespflegeperson ausgeschlossen. Ausgenommen hiervon ist die Zahlung eines angemessenen Entgelts für Mahlzeiten.

Alle anderen zusätzlichen Forderungen wie zum Beispiel "Entschädigungen" für  Ausfallzeiten der Tagespflegepersonen oder der Kinder, "Kautionen" für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Tagespflegeverhältnisses oder Pauschalen für die Inanspruchnahme von Vertretungen sind gesetzlich nicht erlaubt.

Wie werden die Ausfallzeiten der Tagespflegepersonen berechnet?
Die Berechnung erfolgt kalendertäglich und unter Berücksichtigung der für das einzelne Kind vereinbarten wöchentlichen Betreuungsstunden nach folgender Formel:
Vereinbarte Wochenstundenzahl * 4,33 Wochen/Kalendertage im Monat * Fehltage = in Abzug zu bringende Fehlstunden.

Dabei gelten als Fehltage, die Tage zwischen dem letzten Betreuungstag und der Wiederaufnahme der Betreuung.

Gesetzliche Feiertage in Nordrhein-Westfalen führen nicht zu Kürzungen der laufenden Geldleistungen.

Wann endet das Tagespflegeverhältnis?
Den Beginn und das Ende eines Tagespflegeverhältnisses vereinbaren Sie mit den Eltern/dem Elternteil.

Ein Anspruch auf Förderung in Kindertagespflege und somit einhergehend auch der Anspruch auf Zahlung einer laufenden Geldleistung enden grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Ausgenommen sind hiervon Kinder, die nachweislich weder in einer Kindertagesstätte noch in einer Offenen Ganztagsschule ganztägig betreut werden können bis zur Aufnahme in der Kindertagesstätte bzw. OGS. In diesen Fällen sind entsprechende Nachweise einzureichen.

Zudem endet der Anspruch auf Förderung in der Kindertagespflege durch die Stadt Aachen, wenn die Familie von Aachen in eine andere Stadt umzieht oder sowohl Sie als auch die Eltern die Beendigung des Betreuungsverhältnisses mitteilen.

Sollten Sie in Ihrem Betreuungsvertrag eine  Kündigungsfrist  vereinbaren, so gilt diese nur im Verhältnis zwischen Ihnen und den Eltern/dem Elternteil, nicht jedoch gegenüber der Stadt Aachen. Die Zahlung der laufenden Geldleistung erfolgt nur bis zum letzten Betreuungstag.

Welche Unterlagen muss ich als Nachweis für die Sozialversicherungsbeiträge einreichen?

  • Rentenversicherung: Bescheid/Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung über die Höhe der Beiträge.
    Sollten Sie von der Rentenversicherungspflicht befreit sein, wird der entsprechende Bescheid benötigt und Nachweise über eine anderweitige Altersvorsorge. Welche andere Altersvorsorge berücksichtigt werden kann, sprechen Sie bitte im Vorhin mit den zuständigen Sachbearbeiter_innen ab.
  • Krankenversicherung: Bescheid/Mitteilung der Krankenkasse über die Höhe der bereits gezahlten Beiträge.
  • Pflegeversicherung: Bescheid/Mitteilung der Krankenkasse über die Höhe der bereits gezahlten Beiträge.

Bitte beachten Sie, dass maximal die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung berücksichtigt werden können, auch wenn eine private Versicherung vorliegt.

Die Nachweise müssen bis zum 31.07. des auf das Beitragsjahres fallenden Jahres eingereicht werden.

Die Unterlagen für das Beitragsjahr 2017 müssen zum 31.07.2018 eingereicht werden, damit eine Prüfung erfolgen kann.

Ich habe weniger Sozialversicherungsbeiträge gezahlt als ich von der Stadt Aachen erhalten habe und muss jetzt den Differenzbetrag erstatten. Gibt es die Möglichkeit einer Ratenzahlung?
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit – auf Antrag – einer Ratenzahlung. Sie sollten jedoch, wenn absehbar ist, dass es zu einer Rückforderung kommt, Vorkehrungen treffen.