Hier tut sich was!
Das Haus der Neugier entsteht in einem viele Jahre leerstehenden Gebäude in der Aachener Innenstadt. Die Stadt Aachen hat das ehemalige Kaufhaus Horten 2025 übernommen und baut es bis 2029 zu einem lebendigen öffentlichen Ort um.

Was bedeutet das genau? Das Haus der Neugier lädt Aachener*innen aller Altersgruppen und gesellschaftlicher Gruppierungen dazu ein, gemeinsam zu lernen, zu gestalten, zu experimentieren, zu debattieren und Neues zu entdecken. Hier können sie sich treffen und austauschen, in gemeinschaftlicher Umgebung arbeiten oder sich einfach nur von dem lebendigen Umfeld inspirieren lassen und wohlfühlen. Eine Konsumpflicht gibt es nicht. Man nennt solch ein Angebot „Dritter Ort“ – ein Ort jenseits der ersten und zweiten Orte: dem Zuhause und der Arbeitsstätte.
Mit dem Projekt setzt die Stadt Aachen einen wesentlichen Impuls für die Entwicklung der östlichen Innenstadt. Durch seine offene Architektur wird das Haus der Neugier zu einem neuen Anziehungspunkt im Bereich rund um Büchel und Bushof und trägt damit wesentlich dazu bei, das städtebauliche Umfeld aufzuwerten und die schon jetzt durch die Planung entstandene Dynamik noch weiter zu befördern.
Insgesamt investiert die Stadt Aachen 120 Millionen Euro in dieses außergewöhnliche Projekt. Betreiberin des Hauses ist ein Unternehmen der Stadt Aachen, die Haus der Neugier GmbH.
FAQ
Was genau ist ein Dritter Ort?
Als erster Ort wird das Zuhause bezeichnet, der zweite Ort ist der Arbeitsplatz. Ein Dritter Ort ist ein Raum der Begegnung: zentral gelegen, einladend, offen zugänglich und gut erreichbar. Ein Ort, an dem sich Bürger*innen in all ihrer Vielfalt aufhalten, begegnen, bilden, diskutieren, vernetzen oder an dem sie einfach nur entspannt verweilen können. Ein Dritter Ort ist konsumfrei, also nicht mit einem kommerziellen Interesse verknüpft. Menschen können sich dort aufhalten, ohne an konkreten Angeboten teilnehmen zu müssen. Kennzeichen eines Dritten Ortes ist auch, dass dieser sich konzeptionell und räumlich auf neue Bedarfe und gesellschaftliche Entwicklungen einstellen kann. Seine Angebote und Einrichtungen sind sowohl räumlich als auch organisatorisch miteinander verbunden.
Kann sich die Stadt dieses große Projekt leisten?
Fraglos ist diese Investition eine große Herausforderung für den städtischen Haushalt. Neben dem Wert für Bildung und Kultur wird das Haus der Neugier aber auch ein Katalysator für die Entwicklung der östlichen Innenstadt sein. Schon jetzt strahlt das Projekt positiv auf sein Umfeld aus. Seit der Planung haben bereits mehrere leerstehende Ladenlokale neue Betreiber gefunden. Auch Sanierungsprojekte in privatem Eigentum sind angelaufen. Diese Verbesserung der Einzelhandelslage wird über Gewerbesteuereinnahmen auch einen ökonomischen Effekt für die Stadt Aachen erzielen.
Losgelöst von der Idee eines Haus der Neugier steht die Stadt unter dem Handlungsdruck, der VHS im Rahmen der ‚Pflichtaufgabe Weiterbildung‘ adäquate Räumlichkeiten bereitzustellen. Der Bushof, in dem sie bislang untergebracht ist, muss dringend saniert werden. Diese Sanierung würde sich über Jahre hinziehen. Für die Sanierung und die Unterbringung der VHS während der Renovierung würden Kosten in vergleichbarer Höhe anfallen, ohne dass damit neue Ideen und die Aufwertung des Bereichs verbunden wären, wie das jetzt beim Haus der Neugier möglich ist.Welche Maßnahmen unternimmt die Stadt, um Kosten und Bauzeit im Griff zu behalten?
Eine wesentliche Voraussetzung für die Einhaltung des Zeit- und Kostenrahmens ist, dass keine grundsätzlichen Planabweichungen mehr erfolgen. Der Bauantrag ist bereits eingereicht. Die weitere inhaltliche und innenarchitektonische Ausgestaltung des Haus der Neugier folgt den vorliegenden bautechnisch-planerischen Rahmensetzungen. Eine externe Projektsteuerung begleitet den Prozess und hat dabei auch das Risikomanagement im Blick. Ein weiteres Unternehmen übernimmt die Generalplanung. Im Anschluss daran setzt dann ein Generalunternehmen die Planung um. Es gestaltet und kontrolliert die Bauphase im Auftrag der Stadt.
Was geschieht mit den jetzigen Gebäuden von VHS und Stadtbibliothek?
Das Ensemble rund um das Haus der Neugier ist Teil eines größeren Stadtentwicklungsprozesses, der sich vom Büchel über den Bushof bis zu St. Peter zieht. Idealerweise entsteht auf dieser Achse ein innerstädtisches Quartier mit Angeboten zu Wohnen, Bildung, Kultur und Mobilität. Laut politischem Beschluss sollen auf dem Gelände und im Umfeld des Bushofs viele neue Wohnungen entstehen. Wie sich die Nutzungen der bisherigen Gebäude von VHS und Stadtbibliothek konkret entwickeln werden und in welchen Eigentümerstrukturen, ist jetzt sukzessive zu klären.
Wann beginnen die Bauarbeiten?
Wenn der Bauantrag bewilligt und das Generalunternehmen beauftragt ist, beginnt die Einrichtung der Baustelle. Das wird voraussichtlich Mitte 2027 sein. Um vor Ort sichtbar zu machen, wie die Pläne für das Haus aussehen, wird der Schaufensterbereich bis zum Baubeginn über das Projekt informieren. Ein großes Banner am Bädersteig weist auf die Angebote des Haus der Neugier hin. Aachener Agenturen laden mit ihren Beiträgen rund um das Thema Neugier zur interaktiven Beteiligung ein. Ihre Beiträge sind aus einem Wettbewerb entstanden, der 2025 ausgelobt worden war.
Wäre es nicht wirtschaftlicher, das bestehende Gebäude abzureißen und einen Neubau zu planen?
Ein Abriss ist weder im Sinne der Nachhaltigkeit noch im Sinne der Kosten sinnvoll. Die Stadt Aachen hat das Horten-Gebäude als entkernten Rohbau gekauft. Dazu gehörten Pläne, die auch für eine Nutzung als Haus der Neugier geeignet sind. Im Bestand zu bauen, spart nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch Zeit und damit Kosten, denn ein Abriss würde die Bauphase verzögern und zudem eine komplett neue Planung für einen Neubau notwendig machen. Kosten für die Planung, Ausführung und Ausstattung des Hauses würden auch bei einem Neubau entstehen.
