Durch Entsiegelung kann Boden wieder das tun, was er am besten kann: Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff speichern, Lebensraum bieten und die Umgebung abkühlen. So entstehen ein gesünderes Stadtklima und mehr Platz für Pflanzen und Tiere. Durch Entsiegelung kann Boden wieder das tun, was er am besten kann: Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff speichern, Lebensraum bieten und die Umgebung abkühlen. So entstehen ein gesünderes Stadtklima und mehr Platz für Pflanzen und Tiere.
Folgende Arbeitsschritte sollten Sie dabei beachten:
Gegebenenfalls eine Vorauskunft einholen
Wenn es sich um ein aktuelles oder früher genutztes Industrie- oder Gewerbegrundstück handelt – oder ein solcher Verdacht besteht –, sollte bei der Unteren Bodenschutzbehörde nachgefragt werden, ob der Boden belastet sein könnte. Ist der Boden belastet, kann eine Entsiegelung problematisch sein, weil dabei Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten.
Entfernen der versiegelten Schichten wie Asphalt, Beton oder Pflastersteine etc.
Pflastersteine können bspw. mit einer Spatenkante, einem Meißel oder einer Spitzhacke entfernt werden. Asphalt oder Betonflächen können mit einem Stemm-/Bohr-/Abrisshammer aufgebrochen und entfernt werden.
Gartentechnik und Gartengeräte können bei einem Mietgeräte-Service bzw. Baumaschinen- und Baugeräte- Service oder in Baumärkten geliehen werden. Kostenbeispiel: Ein Presslufthammer mit einem Kompressor kostet ca. 100 Euro/Tag, ein Elektrostemmhammer ca. 50 Euro/Tag.
Lockern und ggf. Abtragen des verdichteten Bodens zur Wiederherstellung der Versickerungsfähigkeit und Durchwurzelbarkeit
Häufig ist der Untergrund stark verdichtet, da er über viele Jahre hinweg eine hohe Last getragen hat. Der Untergrund, bzw. die Tragschichten, sollte möglichst tief gelockert werden, da viele Pflanzen von einer durchlässigen Struktur profitieren und damit Regenwasser versickern kann. Für flach wurzelnde Pflanzen genügt in der Regel eine Lockerung bis zu einer Tiefe von etwa 30 bis 60 Zentimetern.
Tragschichten aus Sanden oder Kiesen können nach dem Auflockern im Boden verbleiben. Wenn unter der Versiegelung jedoch Materialen wie z. B. Bauschutt, Schlacken oder andere Fremdstoffe gefunden werden und/oder das Material einen chemisch-öligen Geruch aufweist, sollte es abgetragen und durch Sand oder Lehm ersetzt werden.
Mögliche Maschinen/Geräte: Gartenhacke, Spitzhacke, Spaten, Grabegabel, Sauzahn oder Schaufel.
Auftrag von Mutterboden
Um den Pflanzen Nahrung zu geben, wird am Ende 10 bis maximal 30 Zentimeter Komposterde aufgetragen. Eine Mischung aus Oberboden und reifem Kompost (ca. 3:1) ist besonders gut geeignet. Sie fördert das Bodenleben, verbessert die Struktur und liefert Nährstoffe – ideale Bedingungen für neues Grün. Nach dem aufbringen leicht andrücken, damit er nicht absackt, aber locker genug bleibt, damit Wasser und Luft eindringen können.
Bepflanzung/Begrünung
Für eine hohe Biodiversität empfiehlt es sich, Beete mit heimischen Wildpflanzen anzulegen. Sie bieten eine verlässliche Nahrungsquelle und damit eine wichtige Lebensgrundlage für die heimische Insektenwelt. Eine artenreiche Insektenpopulation unterstützt wiederum auch Vögel, die sich von ihnen ernähren. Je größer die Vielfalt an Insekten, desto attraktiver wird ein Standort auch für zahlreiche Vogelarten. Darüber hinaus gelten heimische Wildpflanzen als besonders robust und trockenheitsverträglich. Geeignete Arten sind bspw. Besen-Ginster, Färber-Ginster, Rundblättrige Glockenblume, Knäuel-Glockenblume, Katzenminze, Ziest, Rote Lichtnelke, Schnee-Marbel, Immenblatt oder Nesselkönig. Nach der Pflanzenauswahl sollte der Wurzelballen vorsichtig gelockert, die Pflanze ausreichend tief eingesetzt und anschließend gut angedrückt werden. Alternativ kann eine geeignete Saatgutmischung gemäß den Angaben auf der Verpackung ausgebracht werden.
Neu eingesetzte Pflanzen sollten gründlich gewässert werden. Bei ausreichend tiefer Pflanzung gelangt das Wasser wie durch einen Trichter direkt an die Wurzeln – ein optimaler Start für ein gesundes Wachstum. In den darauffolgenden Tagen ist bei Bedarf nachzugießen. Rund um die Pflanzen kann zusätzlich Saatgut heimischer Wildpflanzen ausgebracht werden, um die Fläche weiter zu begrünen und die Biodiversität zu fördern. Einige Arten benötigen eine intensivere Pflege; entsprechende Hinweise und Empfehlungen lassen sich in Fachliteratur oder über gärtnerische Informationsquellen finden.
Die Kosten für eine Flächenentsiegelung sind abhängig von
- der Größe der zu entsiegelnden Fläche
- den Entsorgungskosten des Abbruchmaterials (Asphalt, Pflastersteine, ggf. der Tragschichten etc.)
- den Kosten für die Neugestaltung
- den Kosten für Geräte
Dieser Leitfaden ist angelehnt an „How to abpflastern in 5 Schritten! – Kurzanleitung für Dein Entsiegelungsvorhaben“ der Initative „abpflastern“.