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Sehenswürdigkeiten in Kornelimünster

Varnenum – gallo-römische Kultstätte

In unmittelbarer Umgebung von Kornelimünster, an der Straße nach Breinig, wurden seit 1907 Überreste von bedeutenden Tempelanlagen der Römerzeit freigelegt und untersucht. Die Entstehung dieser sehenswerten Ausgrabungen wird auf die Zeit um Christi Geburt datiert. Die Bezeichnung Varnenum geht auf die Weiheinschrift einer hier gefundenen Bronzetafel zurück. In der weiteren Umgebung werden noch Reste von Römerstraßen vermutet.

Kloster, Kirchen und Kapellen

Die ehemalige Reichsabtei
ist heute ein 1721 errichteter Nachfolgebau des 814 gegründeten Benediktinerklosters. Als Napoleon das Kloster im Zuge der Säkularisation 1802 auflöste, wurde es nacheinander Fabrik, Lehrerseminar, Heimatmuseum. Seit 1976 beherbergt die ehemalige Reichsabtei eine Dauerausstellung zeitgenössischer Kunst aus NRW, deren ungewöhnliche Präsentation im spätbarocken Ambiente der Abtei den Besuch zu einem besonderen Erlebnis macht.
www.kunst-aus-nrw.nrw.de

Abteigarten
Mit der Auflösung des Klosters unter Napoleon wurde die Immunitätsmauer abgerissen, die den Klostergarten umgab. Ihr Verlauf ist noch heute durch im Pflaster eingelassene Blausteinplatten erkennbar. Mit dem Abriss der Mauer wurde der ehemalige Marktplatz im historischen Ortskern Kornelimünsters um Teile des Klostergartens erweitert.

Propsteikirche St. Kornelius
Die Propsteikirche – ehemalige Abteikirche und heutige Pfarrkirche von Kornelimünster - gehört zu den bedeutendsten Bauwerken rheinischer Baukunst. Der auf den ersten Blick wie eine fünfschiffige, gotische Kirche wirkende Bau ist in Wirklichkeit das Resultat einer mehr als 1000-jährigen Baugeschichte. Ihr Gründungsbau entstand 814-817 n. Chr. und wurde im Beisein von Ludwig dem Frommen geweiht. Bis zur Auflösung des Klosters 1802 war die Propsteikirche Kloster- und Wallfahrtskirche.

Die drei biblischen Heiligtümer
In der Propsteikirche werden das Schürztuch, das Schweißtuch und das Grabtuch Christi aufbewahrt, die nach der Überlieferung eng mit der Leidensgeschichte Christi verbunden sind. Im 7-jährigen Rhythmus werden diese sog. drei biblischen Heiligtümer den Gläubigen gezeigt.

Kostbare Reliquien
-das Schädelreliquiar des heiligen Papstes und Märtyrers Kornelius († 253)
-Skulpturen der Heiligen Kornelius und Cyprianus auf der Orgelempore.
-das Korneliushorn, ein aus Silber getriebenes Büffelhorn, das aus dem 10. Jahrhundert stammt. Pilger konnten daraus geweihtes Wasser trinken.

Chorgestühl
Das Chorgestühl der Propsteikirche von Kornelimünster gehört zu den wenigen erhaltenen Chorgestühlen der Frühgotik im Rheinland. Es ist von 1325 und nach seiner Restaurierung und Wiederaufstellung sichtbare Erinnerung an die großen Zeiten der fast tausendjährigen Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei.

Orgel
Die Orgel, angefertigt nach Entwürfen des Aachener Architekten J. J. Couven, zählt zu den schönsten Werken dieser Art im Rheinland.
Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten der Innenausstattung der Kirche sind u.a. die Korneliusstatue von 1460, der Anna-Altar von 1501 und der barocke Hochaltar, den J. J. Couven um 1750 im Stil des Rokoko umgestaltete.

Korneli-Oktav
Die Reliquienschätze und Kornelius-Verehrung führten im Mittelalter zur Tradition der Korneli-Oktav und der Heiligtumsfahrten, die auch heute noch von der Pfarrgemeinde Kornelimünster gepflegt werden. Alljährlich im September findet in Kornelimünster die Korneli-Oktav statt, zu der auch heute noch Tausende von Pilgern - hauptsächlich aus dem Münsterländchen - kommen. Die Korneli-Oktav beginnt mit dem Fest der „Kreuzerhöhung“ und wird eine Woche lang mit vielen Messen und Pilgerandachten und einer abschließenden Reliquienprozession gefeiert.

Kirchenfamilie
Im frühen Mittelalter war ein Kloster meistens von mehreren kleineren Kirchenbauten umgeben, der sog. Kirchenfamilie. Im Umkreis der ehemaligen Benediktinerabtei Kornelimünster stehen auch heute noch die Bergkirche St. Stephanus, die Antoniuskapelle, die St. Gangolfskapelle und die Klauserkapelle.

Bergkirche St. Stephanus
Die Bergkirche St. Stephanus liegt auf einem Berg oberhalb der ehemaligen Abteikirche. Ihr Ursprung liegt um 1000 n.Chr. Der alte Friedhof um die Kirche gibt den Blick frei über Kornelimünster und Umgebung. Sie war bis zur Auflösung des Klosters Pfarrkirche für die zum sog. "Münsterländchen" gehörenden Dörfer. Heute wird sie auch für Kunst-Ausstellungen und Konzerte genutzt.

Antoniuskapelle
Die Kapelle am südlichen Ortsrand an der Breiniger Straße wird urkundlich erstmals 1718 erwähnt. Nach einem Erdbeben erbaute Abt Ludwig von Sickingen einen Neubau in Form eines Dreiecks. Weitere Umbauten und Restaurierungen ergaben die heutige Gestalt.

Ehemalige Kapelle St. Gangolf
Die ehemalige Kapelle, die seit dem 19. Jahrhundert profanen Zwecken dient, ist ein gotischer Bruchsteinbau des 15./16. Jahrhunderts, der über dem Fundament eines romanischen Vorgängerbaus errichtet wurde. St. Gangolf am Schulberg 18 wird heute als Jugendtreff genutzt.

Klauser Kapelle
Im Naturschutzgebiet Klauserwäldchen führt ein Weg mit sieben Bildstöcken (Tonreliefs zeigen Darstellungen der Sieben Stationen der Leiden Marias) zur ehemaligen Einsiedelei mit der Kapelle „Maria im Schnee“ von 1658. Neben der Kapelle stehen die Säulenreste eines Sommerpavillons, den eine Stieftochter Napoleons dort 1812 errichten lassen wollte. Auch ein Obelisk ist zu sehen, der an die Schenkung des Klauserwäldchens an die Pfarrgemeinde Kornelimünster durch Friedrich Wilhelm III von Preußen 1819 erinnert.

Historischer Ortskern
Von den großen Kriegen weitgehend verschont, prägen noch heute Bürgerhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts das Ortsbild Kornelimünsters. Der historische Ortskern aus dem Mittelalter ist fast vollständig erhalten geblieben. Verschieferte Fachwerkhäuser und Wohlstand vermittelnde Bruchsteinhäuser – nirgendwo lässt sich die Geschichte der Profanarchitektur im Aachener Raum so komprimiert erleben wie in Kornelimünster. Viele dieser Häuser um Korneliusmarkt und Benediktusplatz sind denkmalgeschützt und unterliegen dem Schutz der Kunstdenkmäler gemäß Artikel 18 der Landesverfassung. Nach Aussage des Landeskonservators in Bonn besitzt Kornelimünster eines der historisch bedeutendsten Ortsbilder des Rheinlandes, an dessen Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht.

Der Jüdische Friedhof
Der jüdische Friedhof Kornelimünster liegt am Schildchenweg gegenüber dem christlichen Friedhof. Das Gelände ist von einer Mauer umgeben und nicht öffentlich zugänglich. Über seine Entstehung gibt es keine Unterlagen. Schließt man von der ältesten Grabstätte auf das Eröffnungsdatum, muss dies um 1852 gewesen sein. Da es schon im 17. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde in Kornelimünster gab, muss es allerdings auch schon früher eine Begräbnisstätte gegeben haben. Denn nach jüdischem Brauch ist das Anlegen eines eigenen Begräbnisplatzes wichtiger als der Bau einer Synagoge. Der Nachweis über eine jüdische Beerdigung in Kornelimünster wurde gefunden. In der NS-Zeit wurden zahlreiche Grabsteine beschädigt und Schriftplatten zerstört und entfernt. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1935 statt.








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