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Für mehr biologische Vielfalt in Aachen

Für mehr biologische Vielfalt: Weitere Grünflächen in Aachen werden bunt

Zurzeit gibt es mancherorts in Aachen umgepflügte Flächen. Wer genauer hinschaut, wird erkennen, dass dort Saatgut ausgebracht wurde. Diese Flächen sollen in artenreiche Wiesen umgewandelt werden. „Dafür muss zunächst die Grasnarbe umgebrochen werden. Meist wird vor der Aussaat Sand aufgebracht oder eingearbeitet, um den Boden nährstoffärmer zu machen“, berichtet Michael Blankenheim vom Aachener Stadtbetrieb. „In diesem Herbst wandeln wir 1,2 Hektar Grünfläche, meist häufig gemähter Einheitsrasen mit einigen wenigen Pflanzenarten, in artenreiche Wiesen um und arbeiten 120 Tonnen Sand und 50 Tonnen Splitt ein, damit die Wiesenpflanzen im nächsten Frühjahr gut wachsen.“


Im Rahmen von FLIP lösen artenreiche Glatthaferwiesen wie hier am Eurogress das artenarme Einheitsgrün ab und bieten Insekten und anderen Kleintieren einen neuen Lebensraum mitten in der Stadt © Stadt Aachen

Auf nährstoffreichen Böden sind meist nur wenige Wiesenpflanzen dominant, während auf mageren Böden eine weitaus höhere Anzahl an Arten, darunter viele für Insekten wichtige Kräuter wie die Wiesen-Witwenblume oder die Gemeine Flockenblume, vorkommen.

Der Stadtbetrieb Aachen legt die blütenreichen Wiesen in diesem Jahr an folgenden Stellen an: im Aachener Norden in Richterich, im Nordwesten am Schlangenweg, am Salvatorberg und am Bahnhof Nord, im Kennedy-Park im Aachener Osten, in Burtscheid am Wilhelm-Pitz-Weg, im Zentrum am Blücherplatz, im Aachener Westen auf dem Gelände des Westfriedhofs sowie an der Hanbrucher Straße an.


Vor der Einsaat werden die Grünflächen umgebrochen und gefräst. Häufig wird der Oberboden mit Sand und Splitt vermischt und dadurch ausgemagert. Durch die jahrzehntelange Mulchmahd, bei der die gesamte Biomasse auf der Fläche verbleibt, hat sich nämlich der Oberboden der Rasenflächen mit Nährstoffen angereichert. Dies erschwert eine Etablierung artenreicher Wiesen, die auf verhältnismäßig nährstoffarme Verhältnisse angewiesen sind. © Stadt Aachen

Damit verdoppeln sich die im Rahmen des Naturschutzprojekts FLIP angelegten Glatthaferwiesen auf öffentlichen Flächen auf insgesamt 2,4 Hektar. FLIP ist eine Abkürzung für den Titel „Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten“. Das Projekt wird im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Bis ins Jahr 2026 sollen möglichst viele Flächen in der Stadt und StädteRegion Aachen in artenreiche Glatthaferwiesen umgewandelt werden.

Wer Interesse hat, selbst eine „FLIP“-Wiese auf privaten Flächen anzulegen oder eine Patenschaft für eine öffentliche Fläche zu übernehmen, kann sich an den Fachbereich Klima und Umwelt der Stadt Aachen wenden: flip@mail.aachen.de

Der nächste günstige Zeitpunkt für eine Aussaat ist im Frühjahr 2022.

Internet: www.flip-wiesen.de

 

Steckbrief zum Projekt FLIP:

Titel: Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten

Laufzeit: April 2020 – März 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 2,5 Millionen Euro

Koordinierender Projektpartner: RWTH Aachen University (Institut für Umweltforschung und Lehrstuhl für Communication Science)

Verbundpartner: Stadt Aachen (Stadtbetrieb und Fachbereich Umwelt) und Städteregion Aachen (Bildungsbüro und Umweltamt)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)


Die Aussaat erfolgt nach Möglichkeit von Hand. Die gleichmäßige Verteilung von etwa eineinhalb Kilogramm Saatgut auf rund tausend Quadratmeter will gekonnt sein. © Stadt Aachen

   

 

 

Herausgegeben am 03.11.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
presse.marketing@mail.aachen.de

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