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Orden wider den tierischen Ernst



 

 

Eine närrische Auszeichnung mit internationalem Renommee

AKV Wider den tierischen ErnstEr ist nicht weniger berühmt als der Aachener Karlspreis und die Printen - und ebenso begehrt wie diese. Wäre er für Geld und gute Worte zu haben, so mancher prominente Zeitgenosse hätte sich mit ihm schon die stolzgeschwellte Brust dekoriert. Aber um in Aachen zum Ritter geschlagen und mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" ausgezeichnet zu werden, sind Verdienste erforderlich, Leistungen der besonderen Art in einer Kunst, die offiziell als "Humor im Amt" definiert wird und jenen heiter-gelassenen Unernst meint, der dazu befähigt, selbst dem Bierernst mancher Bürokrat(i)en menschlich-allzumenschliche Züge zu entlocken. Mehr als vierzig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind in Aachen ob solcher närrisch-menschlichen Tugenden mit Ordens- und Ritterwürden belohnt worden, vorwiegend Politiker, Diplomaten und Juristen. Den Aachener Karnevalisten aber hat die durchaus ernstgemeinte und ernstzunehmende Idee dieser einzigartigen närrischen Auszeichnung Sympathien und Freunde in aller Welt gebracht.

Von diesen weitreichenden Konsequenzen ahnte Mr. J. A. Dugdale nichts, als er 1950 in seiner Funktion als Staatsanwalt in der zum britischen Besatzungsgebiet gehörenden Stadt Aachen den Entschluss fasste, einem deutschen Missetäter während der höchsten rheinischen Feiertage, von Karnevalssonntag bis Aschermittwoch, Haftverschonung zu gewähren. Seine großherzige Entscheidung begeisterte die Elferratsmitglieder des Aachener Karnevals Verein derart, dass sie spontan beschlossen, den Briten dafür mit einem Orden auszuzeichnen.

Das war die eigentliche Geburtsstunde des "Orden wider den tierischen Ernst", auch wenn der Name seine eigenwillige grammatikalische Form und die Ordensplakette das markante Motiv - ein Tschako im Paragraphenkäfig mit einem närrischen Vogel auf der Spitze - erst einige Jahre später erhielten.

Mussten in den Anfängen der Ordensgeschichte die auserkorenen Ritter bei ihren vorgesetzten Dienststellen noch um die Erlaubnis nachsuchen, den Orden annehmen und bei gegebenen Anlässen anlegen zu dürfen, hat der närrische "Pour le mérite" inzwischen längst internationale Reputation und darüber hinaus - im Handbuch des Bundesinnenministeriums - die offiziellen höheren Weihen als Kulturpreis erhalten.

Die Liste der Ordensritter spricht für sich, reicht sie doch von A wie Konrad Adenauer bis Z wie Freiherr Heeremann von Zuydwyck und umfasst so närrisch-klangvolle Namen wie Hans-Dietrich Genscher oder Friedrich Nowottny, Jack Lang oder Ruud Lubbers, Johannes Rau, Norbert Blüm oder August Everding.

Auch vier Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts - Gertrud Höhler, Renate Schmidt, Heide Simonis und Gloria Fürstin von Thurn und Taxis - haben inzwischen, zur Freude der einen, zur Empörung der anderen, Einlass in die erhabene Ritterrunde gefunden.AKV Wider den tierischen Ernst Gloria

Darüber hinaus aber auch für den Aachener Karnevalsverein, der sich alljährlich auf die Suche nach einem neuen Ritter-Kandidaten begeben muss. Die Lage sei ernst, sehr ernst, hört man zuweilen den Elferrat des Aachener Karnevalsvereins seufzen. Denn in Zeiten angepasster Schmalspur-Karrieren gehört Humor nicht gerade zu den  Qualifikationen, mit denen man politische und sonstige Chefetagen erobert. Närrische Naturtalente sind selten geworden.

Özdemir (c) AKVDer 63. Ritter des Ordens "Wider den tierischen Ernst" ist Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen.

 

Mehr Informationen zum Orden "Wider den tierischen Ernst"  und den Ordensrittern finden Sie auf den Internetseiten des AKV.

 




 

 

 

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