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Lützowstraße

Anlass und Ziel | Zustand | Planung | Verfahren und Kosten

Projektphase: Ausführungsplanung

Aktuell:
Der Mobilitätsausschuss hat am 28.05.2020 den Ausführungsbeschluss gefasst. Die Pläne dazu finden Sie in der rechten Spalte unter Dokumente

Anlass und Ziel

In der Lützowstraße wurden bis 2019 umfangreiche Erneuerungsarbeiten der Regionetz am Kanal vorgenommen. Die Wiederherstellung des Straßenraums soll dazu genutzt werden, die bestehenden funktionalen Mängel in diesem Abschnitt zu beheben. Am 15.01.2015 hatte die Bezirksvertretung Aachen-Mitte den Planungsbeschluss für einen niveaugleichen Ausbau mit weicher Separation gefasst. Die Planung musste jedoch angepasst werden, um alle 20 Birken in der Straße erhalten zu können.

Zustand

Die Lützowstraße stellt eine untergeordnete Verbindung zwischen der Stolberger und der Elsassstraße dar und dient im Wesentlichen der Erschließung der anliegenden Wohngebäude. Der Bereich zwischen Stolberger Straße und Leipziger Straße darf nur in Richtung Leipziger Straße befahren werden. Im Abschnitt zwischen Leipziger Straße und Elsassstraße ist Beidrichtungsverkehr erlaubt. Die Kfz-Verkehrsbelastung ist im erstgenannten Abschnitt mit etwa 300 Fahrzeugen zwischen 7 und 19 Uhr (04.05.2004) sehr gering. Im Einmündungsbereich zur Elsassstraße ist die Kfz-Verkehrs-Belastung mit etwas mehr als 300 Kfz zwischen 7 und 19 Uhr ebenfalls gering. Am 23.06.2009 wurden 106 einfahrende Kfz gezählt, während 207 Kfz die Lützowstraße verließen (vgl. Anlage 2).

Die Einfahrt von der Stolberger Straße erfolgt über einen Bereich mit Materialwechsel. Die Ein- und Ausfahrt an der Elsassstraße erfolgt als Überfahrt über den Gehweg über einen abgeschrägten Bord. 

Der Straßenraum der Lützowstraße ist gleichbleibend 9,30 m breit. Die heutige Raumaufteilung beinhaltet auf der südwestlichen Seite einen 2,00 m breiten Gehweg; auf der nordöstlichen Seite ist der Gehweg 1,90 m breit. Die mit Kopfsteinpflaster ausgebaute Fahrbahn hat eine Breite von 5,40 m, in der durchgehend auf der südwestlichen Seite am Fahrbahnrand geparkt wird, sodass eine nutzbare Restfahrbahnbreite von etwa 3,40 m übrig bleibt. Ein Begegnungsverkehr ist im Bereich zwischen Leipziger Straße und Elassstraße somit nicht möglich. Ausweich-stellen sind derzeit nicht vorhanden; bei der aktuellen Verkehrsbelastung aber auch nicht zwingend notwendig.

Insgesamt stehen im Bereich der Fahrbahn der Lützowstraße ca. 56 legale Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Auf der nordöstlichen Seite der Siedlung Panneschopp wird auf dem Privatgelände vor den Mehrfamilienhäusern auf der gesamten Länge zwischen den insgesamt 20 Birken auf einer wassergebundenen Decke senkrecht zum Gehweg geparkt (vgl. Anlage 3), obwohl das Parken dort bauordnungsrechtlich nicht vorgesehen ist. Der Bordstein ist dort nicht abgesenkt und der Gehweg nicht als tragfähige Überfahrt ausgestaltet. Dies hat im Laufe der Jahre zu Schäden im Gehwegbereich geführt. Demnach werden bis zu 53 Fahrzeuge unrechtmäßig in den  Vorgärten abgestellt.

Planung

2015
Die ursprüngliche Planung aus dem Jahr 2015 sah einen niveaugleichen Ausbau mit weicher Separation vor. Dabei sollte die Fahrbahn sowie die Parkstände in Asphalt und die Gehwege in Betonsteinplatten ausgebaut werden. Die Separation sollte in Form einer Pflasterrinne erfolgen. Die Tempo-30-Zone sollte bestehen bleiben.

Konsequenz dieser Planung wäre jedoch alle 20 Birken in dieser Straße zu entfernen.

Die Vorlage zur Sitzung am 14.01.2015 finden Sie hier: http://ratsinfo.aachen.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=67304

Anschließend fand am 01.12.2015 eine Bürgerinformationsveranstaltung statt, bei der die Bürger über den geplanten Umbau informiert wurden und diese Anregungen und Wünschen äußern konnten. Außerdem konnten Hinweise und Anregungen schriftlich bis zum 11.12.2015 mitgeteilt werden. 

2019
Um die Birken in der Straße erhalten zu können, wurde die Planung in 2019 nochmal angepasst, sodass diese nun den Erhalt des denkmalgeschützten Gesamtensembles der Straße mit ihren Gebäuden und Bäumen und den Erhalt der historischen Birkenreihe in der Lützowstraße vorsieht. Daher soll die ursprünglich beschlossene Planung eines niveaugleichen Ausbaus mit weicher Separation in eine Mischverkehrsfläche mit Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich umgewandelt werden. Nur auf diese Weise ist es möglich die für den Erhalt der Bäume notwendigen Baumfelder im öffentlichen Raum und gleichzeitig ausreichende Flächen für beidseitige Gehwege, Parken und Fahrbahn zur Verfügung zu stellen.

Als Konsequenz müssen die bisher durch die Bewohner zum Parken angeeigneten Flächen – wie bereits heute im Bereich vor den Hausnr. 13 bis 21 praktiziert – wieder als nicht verdichtete Vorgartenflächen ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt werden, um den Erhalt der Birken zu ermöglichen.

Um den Wegfall der heute unrechtmäßig zum Parken genutzten Vorgartenflächen wenigstens teilweise zu kompensieren, versucht die Stadt Aachen als Eigentümer der Häuser im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten legale private Stellplätze zwischen den Hausnr. 25 und 27 sowie 20 und 22 zu schaffen. 

Durch die begonnene Maßnahme der Regionetz veranlasst sollen nun die notwendigen gestalterischen Änderungen in der Lützowstraße durchgeführt werden, um die Synergieeffekte einer Baumaßnahme zu nutzen. 

Die Planung sieht einen Ausbau als Mischverkehrsfläche und eine Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich vor. Der Ausbau wird, wie im Mobilitätsausschuss einstimmig beschlossen, in Asphalt vorgenommen, wobei die Parkbereiche gekennzeichnet werden. Die Parkbereiche sollen überwiegend auf der südwestlichen Seite an ähnlicher Stelle wie im Bestand angelegt werden. Dort, wo es die Verkehrsflächenbreite und die Zugänge zu den Häusern zulassen, werden auch auf der nordöstlichen Seite noch Parkplätze ergänzt, so dass im öffentlichen Raum nun insgesamt 57 (und somit 8 Parkplätze mehr als im Bestand) angeboten werden können.

Somit gliedert sich der Straßenraum in einen 1,50 m breiten Bereich auf der südwestlichen Seite der von den Fußgängern genutzt wird. In diesem Bereich wird auch das Leitsystem für die Fußgänger untergebracht. Bei Benutzung dieses Gehbereichs sind Fußgänger und insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen durch die parkenden Fahrzeuge geschützt.

Daran schließt sich der 2,00 m breite Parkbereich und der etwa 3,90 m breite Mischverkehrsbereich, der von Fahrzeugen und Fußgängern unter gegenseitiger Rücksichtnahme gleichermaßen genutzt werden darf an. Der restliche 1,90 m breite Bereich an der nordöstlichen Grundstücksgrenze wird überwiegend zur Anlage der für den Erhalt der Bäume notwendigen Baumfelder genutzt. Zum Bau der Baumfelder ist vorgesehen, die derzeit genau an dieser Stelle befindliche Betonrückenstütze des derzeitigen Bordsteins zu nutzen, da auf diese Weise die störenden Eingriffe im Wurzelbereich der Bäume minimiert werden können, um den Erhalt der Bäume nicht zu gefährden. In den Bereichen, wo kein Baumfeld und kein Zugang vorgesehen sind, können insgesamt noch 10 Parkplätze an der nordöstlichen Grundstücksgrenze ergänzt werden.

Zur Geschwindigkeitsreduzierung im verkehrsberuhigten Bereich wird das Parken an zwei Stellen alternierend angeboten. Im Bereich zwischen Leipziger Straße und Elsassstraße können auf diese Weise zwei Bereiche angeboten werden, in denen sich zwei Fahrzeuge begegnen und einander ausweichen können.

Durch die Planung ergibt sich eine Lärmreduktion, weil die Abrollgeräusche bei Asphalt geringer sind als bei Kopfsteinpflaster und da die zulässige Geschwindigkeit im verkehrsberuhigten Bereich auf Schrittgeschwindigkeit beschränkt ist.

Verfahren und Kosten

Politische Beratung

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte und Mobilitätsausschuss haben am 12. bzw. 27.06.2016 die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis genommen. Sie haben auf Grundlage der vorliegenden Planung den Planungsbeschluss für den Ausbau als verkehrsberuhigter Bereich gefasst und die Verwaltung beauftragt eine erneute Bürgerinformation durchzuführen.
Am 04.12.2019 hat eine Bürgerinformation stattgefunden. Die Präsentation finden Sie hier und das Protokoll zur Bürgerinfo hier
Der Mobilitätsausschuss hat am 28.05.2020 den Ausführungsbeschluss gefasst. Die Pläne dazu finden Sie in der rechten Spalte unter Dokumente.

Baukosten und Finanzierung

Für die Umsetzung der Baumaßnahme im Haushaltsjahr 2020 ist mit Kosten i. H. v. ca. 955.000,- € zu rechnen.

Laut Konzessionsvertrag ist die Regionetz verpflichtet, die Straße in der gleichen Art und Weise wie im Bestand wiederherzustellen. Nach den Ver- und Entsorgungsarbeiten der Regionetz wird diese die Lützowstraße nur provisorisch verschließen, da die Stadt Aachen im Anschluss an die Regionetzmaßnahme die Straßenarbeiten durchführen wird. Die durch die provisorische Herstellung im Vergleich zur vertraglich geschuldeten Wiederherstellung eingesparten Kosten wird die Regionetz der Stadt Aachen erstatten. Die Höhe der Kostenerstattung der Regionetz lässt sich vor der Baumaßnahme nicht exakt beziffern. Bei anderen vergleichbaren Maßnahmen lag sie in der Vergangenheit in einer Größenordnung von etwa 40 % der geschätzten Baukosten.

Für die Lützowstraße werden Anliegerbeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz fällig. Da sich alle angren-zenden beitragsrelevanten Grundstücke im Eigentum der Stadt Aachen befinden, muss die Stadt Aachen die Kosten hierfür selber tragen.

Weiteres Vorgehen

Der Straßenausbau beginnt im 4. Quartal 2020 und wird ca. 4 Monate dauern.

Geändert am: 10.06.2020