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Hof und Körbergasse

Aktuell:

Die Bau- und Umgestaltungsarbeiten im Hof und in der Körbergasse haben am 5. März 2018 begonnen. Weitere aktuelle Infos


  Hof © Stadt Aachen

Anlass und Ziel

Der Aachener Pfalzbezirk wurde in den Jahren 2009 bis 2013 im Rahmen des Bundesprogramms „UNESCO-Welterbestätten“ erneuert. Neben der räumlichen Verbesserung, die den aktuellen Anforderungen zur Barrierefreiheit entgegen kommt (leicht begeh- und berollbare Oberflächen), wurden auch neue Informationselemente entwickelt, die die Geschichte einzelner Gebäude, Platzräume und spezielle Aachener Themen vermitteln.

In diesem Kontext spielt der Hof mit der Replik einer Arkade eine besondere Rolle, da er, wie die jüngsten Erkenntnisse aus den dortigen archäologischen Funden belegen, bereits in römischer Zeit als Forum fungierte und das Bindeglied zwischen den großen Thermen bildete.

Nach den fast abgeschlossenen Arbeiten der STAWAG, die mit erheblichen Aufwendungen für die  archäologische Begleitung verbunden waren, bietet sich nun die Gelegenheit, diesen vielgenutzten Bereich zu erneuern. Die notwendigen Bauarbeiten werden dabei so wenig wie möglich in die Tiefe gehen, um den Eingriff ins Bodendenkmal zu minimieren. Bezirksvertretung Aachen-Mitte und Planungsaus­schuss haben im Januar 2015 beraten und die Verwaltung mit der  weiteren Bearbeitung beauftragt.

Eine Bürgerinfo fand am Mittwoch, 5. Oktober 2016, im Haus Löwenstein statt. Zuvor hatten sich bereits der Mobilitäts- und der Planungsausschuss sowie die Bezirksvertretung Aachen-Mitte positiv zu der Umgestaltung geäußert.

  

Planung

Die Gestaltung des Freiraums Hof ist an das Gesamtkonzept Pfalzbezirk angelehnt. Es sieht vor, dass die Oberflächen wie in den benachbarten, bereits umgebauten Flächen mit geschnittenem Großpflaster gestaltet werden. Zur besseren Orientierung für Blinde und Sehbehinderte wird eine neue Leitlinie vom Puppenbrunnen kommend bis zur Körbergasse verlegt. Die Beleuchtung mit Alt- Aachener-Leuchten wird beibehalten und gegebenenfalls angepasst.

Die vorhandenen Rotdornbäume erhalten bessere Wachstumsbedingungen. Zum Schutz der Baumfelder werden zwei Holzpodeste eingebaut.  Ein Baum wurde wegen der Kanalbaumaßnahme entfernt und wird durch die STAWAG ersetzt.

Zur Darstellung des Themas Wasser erhält die vorhandene Rinne unterhalb des römischen Portikus einen Anschluss an die Brunnenleitung am Hühnerdieb und wird flach mit Wasser gefüllt.

   

Oberfläche

Zur barrierefreien Nutzung stellt die Verwendung von geschnittenem Großpflaster, das im Gegensatz zu ungeschnittenem Natursteinpflaster gut begehbar und berollbar ist, ein wesentliches Element dar. Dazu muss ergänzend eine geringere Querneigung realisiert werden, da die Nutzung mit Rollatoren und Rollstühlen sonst sehr beschwerlich ist. Deshalb wird die Querneigung gegenüber der aktuellen Situation modifiziert und im Gehbereich, der optisch durch eine Pflasterzeile gegenüber der übrigen Platzfläche abgegrenzt wird, eine Querneigung von 2,5 Prozent angelegt. Damit ist gleichzeitig ein Anhaltspunkt für die Grenze der Außengastronomieflächen gegeben.

Innerhalb der freizuhaltenden Gehfläche wird ein kontrastierender Leitstreifen aus glatten Natursteinplatten eingelassen.

   

Aufbau

  • 12 Zentimeter Natursteingroßpflaster geschnitten in gebundener Bauweise
  • 3 bis 5 Zentimeter Bettungsmörtel
  • 20 Zentimeter Drainbeton
  • Frostschutz (bereits vorhanden)

Aufgrund der Erfahrungen in anderen innerstädtischen Flächen aus Natursteinpflaster ist eine dauerhafte Lösung nur in starrer Bauweise zu gewährleisten. Die Anforderung an die Sauberkeit und die dazu eingesetzten Geräte sowie der selbst in Fußgängerzonen nicht zu vermeidende und z.T. erhebliche Lieferverkehr, verursachen bei der bisher regulären ungebundenen Bauweise bereits nach kurzer Zeit Schäden, die durch eine aufwändigere, gebundene Bauweise vermieden werden.

   

Entwässerung

Die Entwässerung erfolgt in vorhandene Kanäle über die derzeit bereits vorhandene Rinnen und Abläufe, die lage- und höhenmäßig angepasst werden.

   

Umsetzung

Die Bauarbeiten zur Erneuerung der Oberfläche und notwendige Arbeiten an den Versorgungsleitungen sind aus Gründen des Arbeitsschutzes im Stollen erst nach Abschluss der unterirdischen Kanalbauarbeiten möglich. Die Bauzeit beträgt fünf bis acht Monate, je nach Ergebnis der Abstimmung mit der STAWAG und den betroffenen Anliegern und in Abhängigkeit von den nicht absehbaren archäologischen Funden, den Witterungsverhältnissen und der notwendigen Kleinteiligkeit der Baufelder zur Gewährleistung der rettungstechnischen Erschließung.

Die gastronomische Nutzung wird nach Beginn der Freiluftsaison in reduzierter Form ermöglicht.

   

Kosten und Finanzierung

Der Umbau wird rund 520.000 Euro kosten. Hinzu kommen die Aufwendungen zur Erneuerung der  Ver- und Entsorgungseinrichtungen, die nicht aus dem städtischen Budget finanziert werden. Einnahmen werden aus Zuschüssen der Städtebauförderung und aus Beiträgen gemäß § 8 Kommunalabgabengesetz (KAG) erwartet.