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Vorverteilung der Jodtabletten in der Region Aachen abgeschlossen

Im Zeitraum vom 1. September bis zum 30. November fand in der gesamten Region Aachen die einmalige, kostenlose Vorverteilung von Jodtabletten statt. Im gemeinsamen Verbund hat eine Koordinierungsgruppe bestehend aus Stadt und StädteRegion Aachen und den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg mithilfe eines in der Stadt Aachen entwickelten Online-Antragsverfahren Bezugsscheine für Kaliumiodidtabletten, kurz „Jodtabletten“ genannt, ausgegeben. Im Bereich der Stadt Aachen wurden 17.909 Anträge für 33.687 Personen gestellt.  
 
Die Region Aachen befindet sich in der sogenannten „Außenzone“ mit einem Radius von bis zu 100 Kilometern Entfernung zum Kernkraftwerk Tihange in Belgien. Für den Fall der Freisetzung radioaktiven Jods infolge eines schweren Reaktorunfalls empfiehlt die Strahlenschutzkommission des Bundes in der Außenzone die Verteilung von Jodtabletten. Aus Gründen bestmöglicher Vorsorge hatte das Land Nordrhein-Westfalen einer einmaligen Vorverteilung von Jodtabletten in unserer Region zugestimmt.
 
Tabletten weiterhin in Apotheken erhältlich
Diese einmalige Vorverteilaktion ist nun abgeschlossen. Natürlich können die rezeptfreien, also frei verkäuflichen Jodtabletten aber auch weiterhin in Apotheken gegen Bezahlung erworben werden.
 
Die Einnahme von Jodtabletten „sättigt“ die Schilddrüse mit nicht radioaktivem Jod und verhindert nach einem Atomunfall so die Aufnahme von radioaktivem Jod; Schilddrüsenkrebs soll so verhindert werden. Nach der Strahlenschutzkommission des Bundes dürfen die Jodtabletten aber nur nach entsprechender Aufforderung nach einem atomaren Unfall eingenommen werden. Eine nicht zeitentsprechende Einnahme ist nutzlos und sogar schädlich. Auch für Menschen, die älter als 45 sind, so die Kommission, ist das Risiko durch die Nebenwirkungen der Jodtabletten größer als das Risiko einer zukünftigen Schilddrüsenkrebserkrankung. Ganz wichtig also: Die Jodtabletten dürfen nicht vorsorglich sondern nur nach entsprechender Aufforderung der Katastrophenschutzbehörde eingenommen werden!
 
Nach den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission sind Personen bis einschließlich 45 Jahre sowie Schwangere und Stillende unabhängig von ihrem Alter die Zielgruppe für die Einnahme von Jodtabletten. Erwachsene ab 46 Jahre sollen danach keine Jodtabletten einnehmen, da bei ihnen das Gesundheitsrisiko für schwere Schilddrüsenerkrankungen in Folge der Tabletteneinnahme höher ist als das Erkrankungsrisiko durch die Aufnahme von radioaktivem Jod.
 
Störungsfreier Ablauf der Aktion
In der Broschüre „Information für die Bevölkerung in der Umgebung der Kernkraftwerkes Tihange (B)“ wird sachlich und informativ erklärt, wie die Katastrophenschutzbehörden im Ernstfall für eine Information der Bevölkerung sorgen und welche Verhaltensregeln empfohlen werden. Und es geht um weiter Vorsorge- und Vorsichtsmaßnahmen. Viele wissenswerte Aspekte zum Katastrophenschutz sind in der Broschüre zusammengefasst. Fragen wie „Was kann passieren?“ oder „Wie wirkt Radioaktivität?“ werden beantwortet und auch die so genannte „Ines-Skala“ zur Bewertung der Stärke von nuklearen und radiologischen Ereignissen wird erläutert. Die von der Koordinierungsgruppe herausgegebene gemeinsame Broschüre „Information für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Tihange (B)“ kann über die Homepages der beteiligten Gebietskörperschaften aufgerufen und herunter geladen werden.
 
Dr. Markus Kremer, Leiter der Koordinierungsgruppe für die Vorverteilung der Jodtabletten in der Region, freut sich über den störungsfreien Ablauf des Verfahrens. „Der offiziellen Vorverteilung gingen mehrere Monate intensiver Ausarbeitung und Vorbereitung voraus. In den letzten drei Monaten war insbesondere das mediale Interesse an der Vorverteilung enorm groß und in diesem Zusammenhang fand immer wieder auch die einwandfreie Durchführung der Vorverteilung positive Beachtung. Die vielschichtigen Abstimmungen, Ausarbeitungen, Konzeptionierungen und Umsetzungen im Vorfeld der Vorverteilung und die nach Beginn erfolgte Nachbearbeitung von Anträgen sowie die Beantwortung von vielen Emails und telefonischen Anfragen verliefen stets schnell, professionell und bürgerorientiert.“

Alle wichtigen Notfallinformationen und Empfehlungen zur Vorsorge für den Not- oder Katastrophenfall gibt es auf der Homepage der Stadt Aachen unter aachen.de, Stadt und Bürger, Notfallinformationen. Auch die von der Koordinierungsgruppe herausgegebene gemeinsame Broschüre „Information für die Bevölkerung in der Umgebung der Kernkraftwerkes Tihange (B)“gibt es über die Homepage der Stadt Aachen. Sie kann unter dem Suchbegriff „Tihange“ herunter geladen werden.

Herausgegeben am 04.12.2017 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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