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Haupt des mittelalterlichen Reiches

Ponttor (c) Stadt Aachen / Algirdas MillerisNeben Marienkirche und Pfalz sowie einigen Wirtschaftshöfen, die fur deren materielle Versogung zuständig waren (vgl. neben dem Aachener Haupthof die Nebenhöfe in Seffent, Richterich, Orsbach, Vaals, Würselen, Haaren und Eilendorf), gehörte zum frühmittelalterlichen Aachen auch eine kleine Siedlung, die seit dem 1. Jahrhundert als römisches Militärbad mit Thermenanlagen entstanden war und die sich in der Karolingerzeit nach langer Unterbrechung zu einem Ort von Handwerkern und Kaufleuten mit einem Markt und adligen Unterkünften entwickelt hatte.

Zwischen dem Früh­ und Hochmittelalter ist allerdings über diesen "vicus Aquensis" wenig bekannt, bis er dann 1166 anlässlich der Heiligsprechung Karls des Großen durch Friedrich I. Barbarossa zum Haupt des Reiches ("caput regni Theutonici") erhoben, seine Einwohner für frei erklärt und die bürgerliche Gemeinde mit einem großen Markt- und Münzrecht bedacht wurden. Diese Barbarossastadt mit einer offensichtlich steigenden Bevölkerungszahl erhielt in den 70er Jahren des 12. Jahrhunderts eine sie umfassende Mauer, die noch heute in Resten erhalten bzw. in ihrem Verlauf erkennbar ist. An dieser Barbarossamauer bildeten sich bald danach einzelne Vororte und Kirchen (St. Adalbert, St. Peter, St. Jakob), die ihrerseits dann seit der Mitte des 13. Jahrhunderts zu einer zweiten und größeren Ummauerung mit dem heutigen Marschier­ und Ponttor führten.