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Geschichte des Geländes

stoerer

Camp Pirotte
Bestandteil der früheren Brander Heide

Nach Auflösung der früheren Reichsabtei Kornelimünster 1794 durch die französischen Revolutionstruppen, wurden neue Verwaltungseinheiten gebildet, die 1799 bis 1800 zum Abschluß kamen und letztlich zur Bildung der Marie Brand führte, die 1815/1816 in eine preußische Bürgermeisterei umgebildet wurde.

Die Grenze zum alten Stadtgebiet Aachen vor der Kommunalen Neugliederung 1972 ist im großen und ganzen die heutige Bezirksgrenze Aachen – Brand. Beidseitig der Trierer Straße bis zur Brander Höhe zog sich die sogenannte Brander Heide, die Eigentum der Reichsabtei Kornelimünster war und nach Gründung der Gemeinden zunächst der gemeinschaftliche Besitz aller Gemeinden des ehemaligen Münsterländchens wurde, bis zur Aufteilung des Landes auf die einzelnen Gemeinden im Jahre 1854. In dieser Auseinandersetzung erhielt die Gemeinde Brand – neben Ausgleichsflächen in Münsterbusch aus der Bürgermeisterei Büsbach – sämtliche Flächen aus dem ehemaligen Besitz der Reichsabtei innerhalb der Gemeindegrenzen zugesprochen. Somit konnte sie auf diese Flächen frei verfügen.

Die Brander Heide konnte zunächst noch einen klingenden Namen im Pferdesport erringen: Auf der Brander Heide fand am 15. Juli 1821 zum erstem Male in Deutschland ein Pferderennen nach englischem Muster statt. Der neugegründete Aachener Rennverein pachtete von der Gemeinde Brand einen Teil der Heide und errichtete hier eine Flach- und Hindernisrennbahn. Dies war nur möglich, weil mit der Trierer Straße eine gute Verkehrsverbindung zwischen Aachen und Brand bestand.

Pferderennbahn

Nach der Gemeinde-Chronik von Brand fanden auch dort 1822, 1823 und 1824 Rennen statt, auch in den 1830er Jahren, wie die Aachener Presse berichtet. Nach einer Pause zwischen den Jahren 1848 bis 1869 wurde die Tradition der Rennen wieder aufgenommen. Im Jahre 1883 wurde die Lage der Strecke etwas verändert durch den Bau der Eisenbahn Aachen – St. Vith. Durch den Bau der sog. Vennbahn erlebten die Pferderennen einen gewaltigen Aufschwung. Die Zuschauer konnten jetzt bequem mit der Bahn anreisen. Die Tribüne lag unmittelbar in der Nähe des Bahnhofes.

Ab April 1897 wurde die eigentliche Rennbahn vom Aachener Rennverein gekündigt und später aufgegeben.

Doch wurde die Brander Heide noch für das gefechtsmäßige Exerzieren durch die Aachener Garnison benutzt.

Flugübungen der Hochschule

Auch fanden dort in Verbindung mit der Technischen Hochschule Flugübungen statt. Ein Teil der Brander Heide, wo seinerzeit die Pferderennen stattfanden, wurde – neben der Weidewirtschaft - in der Folgezeit der Wohnbebauung zugeführt. Jedoch war die Gemeinde Brand besonders daran interessiert, auch Gewerbe- und Industriebetriebe anzusiedeln, wobei die Möglichkeit des Eisenbahnanschlusses sich als ein wichtiger Standortvorteil herausstellte. So wurde die Brander Heide 1913 Industriestandort der bedeutenden Waggonfabrik J.P.Gossens, Lochner & Co. Leider musste die Firma in der Weltwirtschaftskriese 1928 den Betrieb einstellen. Ein schwerer Schlag für die Brander Bevölkerung und für die Gemeinde Brand.

Nachdem eine Reihe von Fertigungs-und Montageanlagen abgerissen waren, erwarb die Gemeinde Brand im März 1937 die Restanlagen, u.a. das erst 1924 erbaute Verwaltungsgebäude Nach dem Kriegsausbruch 1939 wurden dann die noch nicht abgerissenen, weitgehend intakten Gebäude auf dem ehemaligen Goossenschen Betriebsgelände von der Deutschen Wehrmacht angemietet. Im Mai 1940 begann der Westfeldzug und es kam zum Verkauf des Verwaltungsgebäudes und der übrigen Liegenschaft an die Wehrmacht, der Reichsfiskus erwarb beides 1941 für die Heeresstandortverwaltung von der Gemeinde Brand, insgesamt 10,8 ha Industriegelände. In Verbindung mit dem Heereszeugamt Aachen entstanden 10 Gerätelagerhallen, es wurden Luftschutzbunker gebaut und Feuerlöschteiche errichtet. Bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen am 14. Sept. 1944 fanden die Gebäude eine kriegsbedingte militärische Verwendung, zum Teil als Kaserne für die an die Front ausrückenden Soldaten, als Räumlichkeiten für die Militärverwaltung und als Waffen- und Verpflegungsdepot.

50 Jahre Militärgelände

Nach kurzer amerikanischer Besatzungszeit wurde das Rheinland englische Besatzungszone und das grenznahe Gebiet der belgischen Armeeverwaltung unterstellt. Auf dem ehemaligen Goossenschen Gelände erbaute man nun auf deutsche Kosten das belgische Camp Pirotte, wo nahezu 50 Jahre eine Kompanie des 8. belgischen Logistik-Bataillons stationiert war. Die Liegenschaft Camp Pirotte wurde 1995 vom belgischen Militär aufgegeben und das etwa 18 ha umfassende Gebiet wartet seit dieser Zeit auf eine neue Nutzung. Das Gossensche Verwaltungsgebäude wurde nach Kriegsende der Gemeinde Brand zur kommissarischen Verwaltung übertragen und das imposante Gebäude zu Wohnungen und später auch zu Gewerbezwecken hergerichtet. Mitte der 60er Jahre bezogen das Technische Hilfswerk (THW) dieses vom Komplex Camp Pirotte abgetennte Verwaltungsgebäude. Als der Bau 1983 abgerissen wurde, stellten die Brander Bürger fest, dass durch den Abbruch die letzte Erinnerung an eine Brander Historie verloren gegangen ist.

Verfasser: Bruno Kreus, Bürgerverein Aachen-Brand

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