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Immobilien- und Standortgemeinschaften

Die Immobilien- und Standortgemeinschaften, kurz ISG oder - nach Ihrem kanadischen Vorbild - BIDs (Business Improvement District) genannt, stellen derzeit - glaubt man den vielfach publizierten Stellungnahmen zur modernen Stadtentwicklung - die erfolgreichste Form der sog. Private-Public-Partnerships (PPP) dar. Die ISG, eine Partnerschaft lokaler Geschäftsleute, Immobilieneigentümer und der Kommune, bündelt die Bemühungen, einen abgegrenzten, meist innerstädtischen Standort gezielt aufzuwerten. Die in Aachen bestehenden Immobilien- und Standortgemeinschaften, die ISG Holz- und Dahmengraben sowie die ISG Kleine Adalbertstraße, bestehen seit Spätherbst 2004; Gelegenheit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Positive Entwicklung

Die sowohl mit Städtebauförderungsmitteln des Landes NRW als auch aus dem städtischen Haushalt geförderten ISGs, deren Mitglieder ebenfalls einen finanziellen Eigenanteil erbringen, arbeiten an nachhaltig wirksamen Maßnahmen verschiedenster Art zur Attraktivitätssteigerung ihrer jeweiligen Quartiere. Die durchweg positive Entwicklung in den ISG, betreut von den Agenturen ‘acclivis‘ (Holz-/Dahmengraben) und ‘mohr&more‘ (Kleine Adalbertstraße), wird von Bevölkerung, Kundschaft und Medien sehr begrüßt. Die inzwischen gestiegene Anzahl der ISG-Mitglieder zeugt ebenfalls von einer richtigen Entwicklung. Gleichwohl ist nach einer ersten Anfangseuphorie festzustellen, dass noch weitere Anstrengungen zu unternehmen sind. Dennoch ist inzwischen größtenteils eine Sensibilisierung der meisten Beteiligten für die jeweilige örtliche Situation und den daraus resultierenden Handlungsbedarf festzustellen.

Verbreiterung der Basis erforderlich

Zu beseitigen bleibt eine teilweise nachlässige oder gar resignative Einstellung bei einzelnen Protagonisten, die zunächst nur an ihre ureigenen Interessen, nicht jedoch “standortbezogen“ denken. Dabei sind es gerade kleine und kostengünstige Sofortmaßnahmen, die Dinge offensichtlich verändern oder schöner gestalten. Die Maßnahmen führen beim Kunden zu Aufmerksamkeit und sind geeignet Akteure zu binden und neu zu gewinnen.

Besonders letzteres stellt einen wichtigen Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Umsetzung des ISG-Gedankens dar. Der Prozentsatz der Beteiligung an der jeweiligen ISG ist für die Akzeptanz gemeinsamer Aktionen von entscheidender Bedeutung. Eine durchgängige Beteiligung, eine ganzheitliche Herangehensweise auf konzentriertem Raum und somit geringerer Organisationsaufwand für einen optimalen Wirkungsgrad sind Vorteile, die leider noch nicht von allen Einzelhändlern und Grundeigentümern gesehen werden. Beide Aachener ISGs arbeiten gleichwohl intensiv in ihren größten Aufgabenfeldern der Stadtgestaltung, der Vermarktung und positiven Darstellung des Standortes und der Gestaltung eines qualitativ ansprechenden Branchenmixes.

Erfolge überwiegen und machen Mut

Was haben die ISGs bis heute erreicht? Der Trading-Down-Effekt konnte deutlich gebremst werden. Die speziell in schmalen Einkaufspassagen wie dem Dahmengraben deutlich auffallenden Leerstände wurden bzw. werden durch neue, attraktive Ansiedlungen in Kürze nahezu komplett beseitigt sein. Regelmäßige Aktivitäten unterschiedlichster Art (Modenschau / Kindertag / Wunschsterne-Aktion / Oktoberfest) lenken das Augenmerk auf die beiden Standorte. Beide ISGs sind noch lange nicht am Ziel - aber auf dem richtigen Weg.

Die zu leistende Überzeugungsarbeit der Koordinatoren oder Citymanager ist nicht einfach, man sollte aber hoffen dürfen, dass der ISG-Gedanke ausreichende Eigendynamik gewinnt. Nicht zuletzt wegen dieser Hoffnung hat die Stadt Aachen einen Antrag auf Fortsetzung der Förderung durch das Land gestellt und - da die lokale Politik vom ISG-Konzept überzeugt ist - bereits eigene Fördermittel zugesagt.