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rootCamp 2016

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Das „root camp“ soll die  Begeisterung für technische Berufe wecken und die IT- und Berufswelt (be)greifbar machen. Ferien mal anders: Computer zusammenbauen, HTML-Programmierung lernen und mit „echter“ Bürosoftware arbeiten, statt gemütlich auf der Couch zu liegen und die sozialen Medien zu strapazieren. Die Chance, einen ersten Einblick in das Berufsleben zu bekommen, nutzten in der zweiten Woche der Osterferien 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „root camp“. Ein strammes Programm hatte regio iT-Ausbildungsleiter Stephan von Helden für die Jugendlichen vorbereitet. Die 8.- und 9.-Klässler der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg, des Carolus-Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg und des Cusanus Gymnasium in Erkelenz nutzen die Chancen und zogen direkt „richtig gut mit“, fand von Helden am Ende der Woche.

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Tagesziel: Computer zum Laufen bringen
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – die MINT-Fächer brauchen angesichts des Fachkräftemangels eine größere Lobby. „Wir müssen Begeisterung für technische Berufe wecken“, bringt es von Helden auf den
Punkt. Das ist auch eines der Ziele der Landesinitiative „Zukunft durch Innovation“ (zdi), zu dessen Netzwerk in Aachen & Kreis Heinsberg der kommunale IT-Dienstleister mit Sitz in Aachen und Gütersloh gehört. Innovativ ist auch das Konzept des „root camp“. Drei Tage, drei Standorte und drei Themen mit reichlich praktischen Aufgaben für die Jugendlichen. Am ersten Tag sollte ein in alle Einzelteile zerlegter Computer wieder zusammengebaut werden. Fein säuberlich hatten die regio iT-Mitarbeiter die Komponenten auf dem Tisch verteilt. „Das ist die Festplatte“, war sich Lukas, 14 Jahre spontan sicher. Offensichtlich hatte seine Gruppe das Innenleben eines Computers schon mal gesehen. Aber nicht alle: „Wir hatten einige Bastler dabei, aber auch Anwender, die noch nie an einem Computer geschraubt haben“, so von Helden. Kein Problem, schließlich wurden die einzelnen Komponenten erklärt, während der PC zusammengebaut wurde. Das Tagesziel, den Computer zum Laufen zu bringen, erreichten alle.

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Nicht surfen, Webseite selber bauen
Die Hardware stand, nun musste der Computer aufgesetzt werden. Jede der fünf Gruppen hatte an Tag zwei die Aufgabe, ein Betriebssystem und vier weitere Features zu installieren. „Das macht richtig Spaß“, befand Caroline, 14 Jahre nach fünf Stunden pannenfreier IT-Arbeit. Damit war die Voraussetzung für den dritten Tag geschaffen. Nicht surfen, eine lauffähige Webseite selber bauen war die Aufgabe, HTML-Programmierung inklusive. „Das ist schon was anderes, als kopieren und einfügen in ein Content- Management-System“, beschreibt von Helden den Kern der Aufgabe. Was für Befehle sind notwendig, damit am Ende Bild und Text auch da auftauchen, wo der Webdesigner sie haben möchte?

Die Ergebnisse wurden zum Abschluss in großer Runde im GSZH Gründer- und Servicezentrum Hückelhoven vor Vertretern des zdi-Netzwerkes Aachen & Kreis Heinsberg, Eltern, Lehrern und Medienvertretern präsentiert. „Wir sind froh darüber, dass unsere Partner und allen voran die regio iT und die hier beteiligten Schulen sich der Thematik der MINT-Förderung mit soviel Engagement widmen. Der Erfolg dieses Projektes zeigt, dass wir mit dem zdi-Netzwerk Aachen & Kreis Heinsberg die richtigen Impulse setzen und unterstützen das root camp daher sehr gerne wieder“, resümiert Michael Schmitz, Koordinator des Netzwerkes bei der Stadt Aachen und der stellvertretende WFG-Geschäftsführer Axel Wahlen, der gleichzeitig die Hoffnung zum Ausdruck brachte, „dass sich möglichst viele weitere Unternehmen im Kreis Heinsberg für vergleichbare kleine und große Projekte begeistern lassen.“

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Eine Neuauflage im kommenden Jahr befürwortet auch Stephan von Helden: „Die Jugendlichen waren mit Feuereifer dabei“. Sollte zudem noch die Begeisterung für einen technischen Beruf geweckt worden sein, „haben wir unser Soll übererfüllt“, ist von Helden gespannt, ob die eine oder andere Bewerbung im Stammsitz in Aachen eintreffen wird.