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Euregionale Zusammenarbeit

Dr. Rolf Alter, Direktor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in Paris Foto: Frits Widdershoven
Dr. Rolf Alter, Direktor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in Paris. © Frits Widdershove

„Es ist ein fantastisches Potenzial, das es hier gibt – nutzen Sie es“, sagte Dr. Rolf Alter, Direktor der OECD in Paris im Rahmen seiner Festrede bei der gestrigen internationalen Abschlusskonferenz des Projekts „towards Top Technology Cluster (TTC)“.

Rund 200 Unternehmer, Politiker und Wissenschafter aus der euregionalen Top Technologieregion rund um Aachen, Eindhoven, Maastricht, Eupen, Hasselt, Löwen und Lüttich waren in Maastricht zusammengekommen, um sich über die Erfolge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Forschung und Entwicklung zu informieren und sich auszutauschen.

Der OECD-Vertreter stellte fest: „Länder haben Grenzen, innovative Räume nicht wirklich! Das TTC-Projekt hat gezeigt, dass der Mut zum Experimentieren ein starker Aspekt diese Region ist“. NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky bemerkte im Rahmen einer Diskussionsrunde der Politiker: „Kooperationen in NRW gibt es bereits viele. Aber auch hinter der Grenze ist ein hohes Potenzial vorhanden, welches der durchschnittliche Unternehmer noch nicht kennt. Der Blick auf den Westen fehlt – hierzu ist das Projekt perfekt, um grenzüberschreitende Kooperationen zu schließen.“ Und davon würden letztendlich alle Regionen profitieren.

Unternehmer kooperieren grenzenlos
„Wir wissen nicht alles, und das war schwer für uns zu akzeptieren“, sagte der deutsche Unternehmensvertreter Alexander Bamberger von der Fiberpipe GFK Vertriebsgesellschaft mbH aus Stolberg in der Talkrunde der Unternehmer, die an dem Projekt teilgenommen hatten. „Aber die AGIT hat uns geholfen, einen passenden Partner hinter der Grenze in nur 30 Kilometern Entfernung zu finden, der unsere Arbeit perfekt ergänzt. Ohne TTC hätten wir niemals zusammengefunden.“

Die einstimmige Quintessenz war, dass es eine Vereinfachung der Regulierungen im Rahmen euregionaler Projekte geben muss, damit Unternehmer nicht die Lust daran verlieren, sich für diese zu begeistern und davon letztendlich zu profitieren.

Fördermechanismus weist Weg ins Jahr 2020
In der abschließenden Runde, in der ein Ausblick auf ein Folgeprojekt gegeben wurde, betonte Ralf Meyer von der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur AGIT mbH, die Leadpartner in diesem Projekt ist: „Der Nutzen, den TTC entfaltet hat, ist vielfältig. Zum einen haben 20 Projektpartner aus sieben Regionen ein äußerst effizientes Innovations- und Wirtschaftsförderungsnetzwerk über Grenzen gesponnen, das mit seinen geschaffenen Kontakten Bestand haben wird. Zum anderen haben wir gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die so prägend für diese Drei-Länder-Region sind, mit ihren marktorientierten FuE-Projekten in den Mittelpunkt gestellt. Und last but not least ist ein Fördermechanismus über Grenzen hinweg etabliert worden, der den Weg ins Jahr 2020 weist.“

Weitere Informationen: www.ttc-innovation.eu

Unternehmertalk © Frits Widdershoven
Unternehmertalk: Alexander Bamberger, Fiberpipe GFK Vertriebsgesellschaft mbH aus Stolberg, Richard Houben, Applied Biomedical Systems BV, Maastricht (NL), Moderatorin Simone van Trier, Sam van de Kreeke, van de Kreeke Beheer, Halen (B), Pascal De Vincenzo, Open Engineering S.A., Angleur (B) (v.l.n.r.). © Frits Widdershoven