Inhalt



Handlungskonzept Wohnen

Corona-Virus: Diese Veranstaltung muss leider verschoben werden. Den neuen Termin werden wir frühstmöglich bekannt geben. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Bild Stadt AachenMit Beschluss vom 02.07.2019 und 11.07.2019 wurde der Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration vom Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss und vom Planungsausschuss beauftragt, das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Aachen im Rahmen einer Hochschulkooperation fortzuschreiben. Ein kommunales Handlungskonzept Wohnen ist ein Analyse- und Planungsinstrument, welches dazu dient, lokale Entwicklungsprozesse zu analysieren und auf dieser Basis zukunftsorientierte Strategien und Maßnahmen für den lokalen Wohnungsmarkt zu entwickeln und in einer integrierten Gesamtstrategie zu bündeln (vgl. MBWSV NRW (2016)). Dabei soll das Handlungskonzept laut Empfehlung des Ministeriums strategisch, kooperativ und umsetzungsorientiert angelegt sein und somit mit einem partizipativen Prozess verknüpft werden. Die lokalen Handlungskonzepte Wohnen verfügen in der Regel über eine Maßnahmenempfehlung und eröffnen u. a. in einigen Bereichen den Förderzugang für Landesmittel.

Aachen ist ein bedeutender Hochschul- und Forschungsstandort, der im Rahmen der Campus-Entwicklung zunehmend von Wachstum geprägt ist. Dies ist für die Stadt Aachen zum einen eine Chance, zum anderen aber auch eine besondere Herausforderung für den Aachener Wohnungsmarkt in Bezug auf das verfügbare Wohnungsangebot, Marktsegmente und Qualitäten.

Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Aachen am 08.12.2010 die auf wissenschaftlicher Grundlage erstellte „Aachen-Strategie-Wohnen“ als integrierte wohnungspolitische Gesamtstrategie verabschiedet.

Seit Erarbeitung der „Aachen-Strategie-Wohnen“ hat die Wohnraumnachfrage in Aachen erheblich zugenommen, so studieren 20.000 Studierende mehr an den Aachener Hochschulen als noch im Jahr 2009, die Bevölkerung ist im selben Zeitraum um 12.500 Personen gewachsen. Eine im Jahr 2018 erfolgte Aktualisierung einer Wohnungsbedarfsprognose des Instituts Quaestio weist bis 2030 einen Neubaubedarf von insgesamt ca. 10.000 Wohneinheiten aus. In Reaktion auf diese Entwicklung wurde eine Vielzahl an wohnungspolitischen Grundsatzbeschlüsse gefasst (vgl. Wohnungsmarktbericht 2019 - Kapitel 6). Was nun notwendig erscheint, ist die Konkretisierung der wohnungspolitischen Leitziele und die darauf aufbauende systematische Verknüpfung der Themenfelder und Instrumente zu einer integrierten Gesamtstrategie. Im Jahr 2019 wurde vor diesem Hintergrund der Prozess zur Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen eingeleitet, um die Aktivitäten in einer integrierten Gesamtstrategie aufzugreifen. Im Rahmen der ganzheitlichen Betrachtung sollen auch zusätzliche Aspekte und Wechselwirkungen vertieft betrachtet werden (z. B. regionale Effekte, Optimierung der Kommunikationsprozesse, Verknüpfung mit sozialen Fragen). Zudem sind einige Prüfaufträge der Politik (z. B. Ratsantrag zum Thema Dachgeschossausbau und Ratsanfrage zur Schließung von Baulücken) im Rahmen des Prozesses aufzugreifen. Bei der Strategieentwicklung sollen sowohl der Wohnungsbestand als auch der Wohnungsneubau in den Blick genommen werden. Aus der Strategie kann ein Maßnahmenplan entwickelt werden, der zu einer Bündelung und Priorisierung der Ressourcen beiträgt.

Als thematische Eckpunkte der Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen wurden folgende Aktionsfelder identifiziert und politisch beschlossen (s. Sachstandsbericht Juli 2019):

  • Bezahlbarer/ öffentlich-geförderter Wohnraum und soziale Wohnraumversorgung
  • Qualitätssicherung und –verbesserung im Wohnungsbau/ Ausbau im Bestand
  • Sozialgerechte Bodennutzung
  • Quartiersbezug als Schwerpunkt des wohnungspolitischen Handelns
  • Flächenmobilisierung im Siedlungsbestand und Baulandentwicklung
  • Regionale und euregionale Wohnraumentwicklung
  • Verbesserung der Planungsgrundlagen
  • Kommunikation und Koordination
  • Bundes- und landesgesetzliche Rahmenvorgaben

Als Querschnittsthemen sollen die Aspekte Nachhaltigkeit, Mobilität, Demographie und Integration in allen Aktionsfeldern betrachtet werden. Zudem hat der Aspekt des Hochschulwachstums und des studentischen Wohnraumbedarfs eine besondere Bedeutung bei der Konzepterstellung.

Als Kooperationspartner für die Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen konnte der Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen gewonnen werden.

Am 17. März 2020 von 17:30 bis 20:30 Uhr  findet die öffentliche Kick-off-Veranstaltung (vorherige Anmeldung über handlungskonzeptwohnen@mail.aachen.de notwendig) als Auftakt in der Couvenhalle der RWTH Aachen statt. Hierbei sollen Grundlagen über die Zusammenhänge im Aachener Wohnungsmarkt erläutert, über gesamtstädtische Zielvorstellungen diskutiert und Stärken und Schwächen in Bezug auf die einzelnen Aktionsfelder thematisiert werden. Die rege Beteiligung der Aachener Bevölkerung ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Ihre Ideen und Anmerkungen sind sehr willkommen!

Zwischen April und November 2020 werden die Ideen in Fachforen der zentralen  Wohnungsmarktakteure vertieft. Erste Erkenntnisse werden dann Ende 2020 im Rahmen der öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Bis zum Sommer 2021 werden fachbereichsübergreifend Handlungsempfehlungen abgeleitet und auf Basis der gewonnenen Ideen und Impulse das Handlungskonzept Wohnen fortgeschrieben. Das Handlungskonzept Wohnen (inkl. Maßnahmenempfehlung) soll nach der Sommerpause 2021 politisch beschlossen werden.

Weiterführende Informationen