Inhalt



Aachen fährt elektrisch

Elektromobilität in Aachen -  Aachen fährt elektrisch

Retusche4b450

Elektromobilität ist neben dem autonomen Fahren einer der zwei wichtigsten Trends im Automobilbereich. Die komplette Ablösung der fossilen Kraftstoffe durch emissionsfreie Antriebe ist eine der Kernaussagen des "Weißbuch Verkehr" der EU von 2011. Elektromobilität kann einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr leisten, wenn Strom (oder Wasserstoff) aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Das 2009 von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, dass bis 2020 in Deutschland 1 Million Elektrische Kraftfahrzeuge unterwegs sind, bedeutet einen Anteil von 2,5 % der Fahrzeugflotte und ist getrieben von der Absicht, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen. Die Bundesregierung hat mit dem Elektromobilitätsgesetz den Kommunen in kleinerem Maßstab Förderungen ermöglicht. Die im August 2016 geltende Kaufprämie für Elektrofahrzeuge hat bisher keinen Ansturm auf Elektroautos ausgelöst. Der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen lag im Januar 2017 in Deutschland mit 1,1 % unter dem europäischen Durchschnitt von 1,5 %. [www.eafo.eu/europe]

Welche Dynamik hingegen auch in einem europäischen Land möglich ist, zeigt Norwegen: 2011 lag dort der Anteil der elektrischen Fahrzeuge an den neu zugelassenen Fahrzeugen noch bei 1,5 %. 2014 lag der Anteil bei 14 % und im Januar 2017 bereits bei 37 %!

Aachen hat bedingt durch seine Hochschulen exzellente Voraussetzungen, aus diesem Trend Nutzen für die Stadt und die Hochschulen zu ziehen. Dies zeigte sich bereits 2011 mit der ersten Strategie „Elektromobilität Region Aachen“, einer dabei etablierten Marke „Elektromobilität Region Aachen“, der Webseite www.emobil-aachen.de und einem jährlichen Event für die Bürger mit dem Titel „Aachen goes electro“. Im Stadtwerkekonzern sind die STAWAG und die ASEAG an vorderster Linie dabei, Ladeinfrastrukturen, Smart Grids und Bezahlsysteme und auf der anderen Seite elektrische Antriebe für Busse zu erproben. Weitere Partner sind überzeugt von den Vorteilen von Elektromobilität. Durch StreetScooter wurden neue Arbeitsplätze in Aachen für die Produktion von Elektrofahrzeugen geschaffen und bereits 2.000 Fahrzeuge hergestellt. Mittelfristig soll damit die gesamte Flotte der DHL von 70.000 Transportern auf elektrischen Antrieb umgestellt werden. Das Konzept des "e.Go Life" als kleines E-Auto stellt weitere Arbeitsplatzpotenziale dar und will als attraktives Angebot helfen, die derzeit noch geringen Kaufzahlen für E-Autos zu erhöhen. Bei Elektrofahrrädern und Elektrobussen zeichnet sich eine noch schnellere Marktdurchdringung ab. Der Anteil der Elektrofahrräder für Fahrten in die Innenstadt lag 2016 bei 3,5 %.

Aachens Vision Elektromobilität 2050

Im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung wurde 2014 folgendes Wunschbild für die Elektromobilität in Aachen bis zum Jahr 2050 formuliert:

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Aachen: Modellregion für Elektromobilität - Aachen steht an der Spitze der deutschen Großstädte beim geringsten Pro-Kopf-Energieverbrauch für Mobilität. Die frühzeitige und vorrausschauende Umstellung auf alternative Antriebe hat dazu geführt, dass die Mobilität trotz immens gestiegener Erdölpreise bezahlbar geblieben ist.

Elektro-Fahrzeuge werden in Aachen entwickelt: Aachen hat – beginnend mit der Elektromobilität – eine Vorreiterrolle für alternative Antriebe eingenommen. Es wird angestrebt, das 2011 von der EU formulierte Ziel, dass 2050 in Stadtgebieten alle PKW lokal emissionsfrei fahren, in Aachen bereits früher zu erreichen.

Vernetzte Elektromobilität: Mit dem Boom der 2010 noch belächelten Elektrofahrräder und der sich daran anschließenden Elektrifizierung des Busverkehrs ist es in Aachen als einer der ersten Städte in Deutschland gelungen, alle Verkehrsmittel zu einem „elektromobilen Mobilitätsverbund“ zu vernetzten.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Was denken die Bürgerinnen und Bürger?

Fragt man die Aachener, wie z.B. im Sommer 2016 mit einer Online-Umfrage, an der sich 700 Personen beteiligt haben, so zeigt sich eine hohe Offenheit für Elektromobilität in seiner ganzen Breite. Die Befragten unterstützen in hohem Maße Aachens Anspruch, Vorreiter für die Förderung von Elektromobilität zu sein. Es zeigt sich eine hohe Akzeptanz für eine Elektromobilität mit allen Verkehrsmitteln und eine für die Akzeptanz fundamental wichtige Verknüpfung mit erneuerbaren Energien.

Bei den befragten Aachenern ist zu erkennen, dass besonders die Ideen:

  • Elektrifizierung der Busflotte der ASEAG,

  • Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in Parkhäusern,

  • Elektro-Fahrzeugpool der Stadtverwaltung und

  • Pedelec-Verleihsystem Velocity Aachen

eine hohe Zustimmung erfahren.

Bemerkenswert war hieraus auch, dass eine starke Verteuerung der Kraftstoffpreise von den Befragten Aachenerinnen und Aachenern in den nächsten fünf Jahren nicht erwartet wird. D.h. es nicht davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Menschen von sich aus, quasi zur Vermeidung von hohen Betriebskosten, in der Anschaffung teureren Elektroautos den Vorzug geben werden.

Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität

Aachen hat in den letzten Jahren in zunehmendem Maße die Elektromobilität gefördert. 2009 wurde durch die STAWAG begonnen, ein Netz öffentlich nutzbarer Ladestationen aufzubauen. Im Juni 2016 gab es an 26 Standorten 30 Ladesäulen der STAWAG, an denen 77 Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können („Ladepunkte“), davon sind 22 Standorte mit 57 Ladepunkten öffentlich zugänglich. Die meisten davon liegen im öffentlichen Straßenraum. Aachen verfügt mit einer Ladesäule für 8.300 Einwohner über eine Dichte, die doppelt so hoch ist, wie im Bundesmittel.

Hervorzuheben ist, dass die Veränderung der Antriebsart einen Ansatzpunkt bietet, um zusammen mit anderen globalen Trends, das Thema als Motor für einen Wandel zu digitaler, automatisiert und geteilter Mobilität zu nutzen. Beispiele, die dies greifbar machen sind der Aufbau eines Mobilitätsverbundes für konventionell und elektrisch angetriebene Fahrzeuge und der Wandel von Bushaltestellen und Bahnhöfen zu „E-Mobilitätsstationen“ mit E-CarSharing und Elektroleihrädern. Um diesen Trend zu verstärken, hat die Stadtverwaltung 2014 „Velocity Aachen“, ein Spin-Off der Hochschulen mit dem Aufbau eines öffentlich zugänglichen, durch Nutzer und Sponsoren finanzierten Pedelec-Verleihsystems mit 100 Stationen und 1000 Pedelecs betraut. Dazu hat die Stadt Aachen 2014 einen Gründungszuschuss von 305.000 € bereitgestellt und koordiniert die Genehmigung von Stationen im öffentlichen Straßenraum.

Beim Car-Sharing-Anbieter cambio waren zum Jahresende 2016 10 % der rd. 150 Fahrzeuge elektrisch. In Pilotprojekten konnte ermittelt werden, dass Elektrofahrzeuge und konventionell angetriebene Fahrzeuge fast gleich intensiv genutzt werden.

Bei der Stadtverwaltung Aachen selber wurden positive Erfahrungen gesammelt durch Elektrofahrzeuge beim Stadtbetrieb und beim Umweltamt. Dies war eine wesentliche Grundlage - neben einer Analyse des bisherigen Fahrzeugeinsatzes für Dienstfahrten - um im Februar 2016 mit dem Aufbau eines elektrischen Fahrzeugpools der Stadtverwaltung zu starten.

Afe_450pxbreit


Basierend auf einem Beschluss des Rates der Stadt Aachen vom Januar 2016 hat die ASEAG die Beschaffung von 15 Elektrobussen gestartet. Die Mehrkosten für die Elektrobusse (sie kosten derzeit noch rd. doppelt so viel wie herkömmliche Dieselbusse) werden zu 80 % mit Bundesmitteln über das Kommunalinvestitionsförderungs­gesetz gefördert; die verbleibenden Mittel werden von der Stadt Aachen sowie der ASEAG übernommen. Damit ist nach dem Aus der Campusbahn der Einstieg der ASEAG in eine „postfossile Mobilität“ gelungen.

Es gilt nun zu organisieren und zu priorisieren, an welcher Stelle Mittel der Stadt für den Ausbau der Elektromobilität am sinnvollsten angelegt sind. Dies soll mit Hilfe dieser Strategie erfolgen. Diese wird unmittelbar unterstützt vom Ministerium für Umwelt des Landes NRW, das in Aachen eine Koordinierungsstelle für „Emissionsfreie Mobilität“ fördert.

Förderprojekte zur Elektromobilität

Mit folgenden Förderprojekten, an denen die Stadt Aachen beteiligt war, wurde oder wird Elektromobilität in Aachen ausgebaut:

Logo Modellregionen120

  • Neo e-Charge
  • E-Charge

Präsentationen

Am 8. und 9. März 2016 hat die 3. Fachkonferenz des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur "Elektromobilität vor Ort" im Quellenhof in Aachen stattgefunden. Zum Stand der Elektromobilität in Aachen hat Stadtbaurat Werner Wingenfeld einen Vortrag gehalten.

www.emobil-aachen.de

Kontakt

  • Frau Hess-Akens, Bauverwaltung, Leiterin Fachkommission Elektromobilität im VEP Aachen
  • Herr Axel Costard, Referent des Oberbürgermeisters für emissionsfreie Mobilität

Logo

Strategien, Konzepte, Ordnungsrahmen

Weiterführendes

Auf Facebook