Inhalt



Mobilitäts-Pakete für gewoge-Mieter

Mobilitätsstation Gut Kullen
Eröffnung der 3. Mobilitätsstation im Juli 2015 in Gut Kullen

Mobilitäts-Pakete für gewoge-Mieter

Pilotversuch an drei Mobilitätsstationen in Aachen: Frankenberger Viertel, Rosviertel und Gut Kullen

Wohnen wir in Zukunft elektromobil? Das könnte so aussehen: Das Elektroauto steht an der Ladestation vor der Tür, kann von allen Hausbewohnern im CarSharing genutzt werden und bezieht seinen Strom direkt aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Ein Webportal oder eine App ermöglicht es den Hausbewohnern, Stromerzeugung wie Ladevorgänge zu verfolgen. Für kürzere Fahrten können die Mieter ihre Pedelecs nutzen, also Fahrräder mit Elektroantrieb, für die es in der Garage eine Radabstellanlage gibt. In der dort aufgestellten Ladebox werden die Akkus sicher aufbewahrt und geladen. Ganz in der Nähe finden Bewohner ohne eigenes Elektrofahrrad eine öffentliche Pedelec-Verleihstation. Die Leih-Pedelecs können auch bequem für Ein-Weg-Fahrten genutzt werden. Gut erreichbare Bus- und Bahnhaltestellen sowie konventionelle CarSharing-Fahrzeuge ergänzen das Mobilitätsangebot dort, wo die Reichweiten der elektrischen Fahrzeuge Grenzen setzen.

In Aachen ist dieses Szenario der Zukunft bereits jetzt an drei Wohnstandorten der gewoge AG zu erleben: Im Rahmen des EU-Projekts CIVITAS DYN@MO hat die STAWAG auf einem Gebäude der gewoge AG in der Turpinstraße 44 im April 2014 eine Photovoltaikanlage installiert und vor dem Haus eine Ladestation errichtet. Projektpartner cambio stellt zwei Elektrofahrzeuge zur Verfügung, mit denen die Bewohner ihre Fahrten bis zu 100 Kilometern umwelt- und klimafreundlich erledigen können. Auch eine Radabstellanlage mit einer Ladebox für Pedelec-Akkus haben die gewoge AG und cambio in einer Garage eingerichtet. Ein vergleichbares Angebot gibt es am zweiten Projektstandort in der Rosstraße, hier allerdings ohne PV-Anlage. Öffentliche Pedelec-Verleihstationen sind in der Nähe beider Standorte für 2016 geplant. Eine dritte Station öffnete im Juli 2015 an der gewoge-Wohnanlage Gut Kullen, Schurzelter Straße 535.

Die Mieter testen in dem Pilotversuch nicht nur die Mobilität der Zukunft, durch ihre aktive Teilnahme an Gesprächsrunden können sie auch die weitere Entwicklung des Projekts beeinflussen. Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das für andere Wohnstandorte als Beispiel dienen und auf diese übertragen werden kann.

Mobilitätsumfrage bei Bewohnern

Den Pilotversuchen vorausgegangen ist eine Mobilitätsumfrage bei den Bewohnern von sechs Wohnanlagen der gewoge AG, durchgeführt vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr an der RWTH (ISB). Darin wurde ermittelt, wie sich die Mieter in Beruf und Freizeit fortbewegen – mit dem Auto, per Bus und Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Bewohner im Frankenberger Viertel ein großes Interesse am „elektromobilen Wohnen“ haben. Dort sowie im Rosviertel können sich rund 40 Prozent der Befragten vorstellen, in Zukunft CarSharing zu nutzen – womit sie sich für den Pilotversuch qualifiziert haben. Über 80 Prozent erachten es als wichtig, dass für den Straßenverkehr Elektroantriebe entwickelt werden. Dass der Strom umweltfreundlich erzeugt wird, sehen sie als selbstverständlich an. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Umfrage sind hier zu finden. Voraussichtlich Anfang 2016 werden in einer weiteren Mobilitätsumfrage mögliche Veränderungen im Mobilitätsverhalten und die Akzeptanz der Angebote evaluiert.