Inhalt



Hauptbahnhof - Südausgang

Südeingang Hauptbahnhof: Tunneldurchstich wäre wirtschaftlicher

Der Aachener Hauptbahnhof soll eine bessere Verbindung nach Burtscheid erhalten. Dies könnte nicht nur über eine Brücke, sondern auch über die Verlängerung des Fußgängertunnels über Gleis 9 hinaus nach Süden geschehen. Der Mobilitätsausschuss hat in seiner Sitzung am 10.04.2014 die Verwaltung beauftragt, diese Planung weiter zu verfolgen.

„Das ist ein in die Jahre gekommenes Thema, das durch die Diskussion um einen Aachener Halt des ICE nach London 2011 wieder an Aktualität gewonnen hat“, erläuterte Planungs – und Umweltdezernentin Gisela Nacken auf einem Pressegespräch am Montag. „Zurzeit müssen die Bürgerinnen und Bürger aus Burtscheid lange oder ungemütliche Wege in Kauf nehmen.“ Vor drei Jahren wurde eine Brückenlösung in zwei Varianten entwickelt. Diese hat jedoch Auswirkungen auf die Hauptstromeinspeiseleitung des Bahnhofs, daher wurde nach intensiven und regelmäßigen Abstimmungen zwischen der „DB Station & Service“ und der Stadt Aachen auch eine Tunnellösung wieder ins Gespräch gebracht. Ein Ingenieurbüro wurde mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Danach würde die Verlängerung des Tunnels rund 3,37 Millionen Euro kosten, eine vergleichbare Brückenvariante liegt bei 4,51 Millionen Euro Investitionskosten. Vorteile ergeben sich im Hinblick auf Unterhaltungskosten durch die geringere Zahl von Aufzügen (einer statt drei), eine günstigere Wegeführung und eine bessere soziale Sicherheit. Außerdem wird der Bahnbetrieb in geringerem Ausmaß durch die Bauarbeiten gestört. Die Barrierefreiheit wäre in allen Varianten gewährleistet.

Am neuen Südeingang an der Kasinostraße am Bunker werden dann ein „Kiss-and-Ride“-Parkplatz, Fahrradabstellplätze, ein Taxihalt sowie Behindertenparkplätze eingerichtet. Zusätzlich soll es einen Fußgänger- und Radweg entlang der Gleise bis zur Burtscheider Brücke geben. Die Brückenvariante wurde damals zur Förderung beim Zweckverband „Nahverkehr Rheinland“ (NVR) angemeldet, nach ersten Gesprächen habe der NVR signalisiert, dass die Mittel auch für eine Tunnellösung verwendet werden könnten.

„Es passiert viel im Bahnhofsumfeld, sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch private Investoren“, sagte Christiane Melcher, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen, auf der Pressekonferenz. An der Zollamtstraße sei das Projekt ‚Bluegate’ geplant – mit Wohnungen, Büros und einem Hotel. An der Hackländerstraße hat vor kurzem ein Hostel im ehemaligen Gesundheitsamt eröffnet.

Die Bauzeit wird rund zehn Monate betragen. Eine 12 Meter lange Stützwand muss beim Durchstich über eine Stützkonstruktion gesichert werden, sie soll dabei an Bohrpfählen aufgehängt werden, erläuterte Gisela Weiß, Abteilungsleiterin Straßenunterhaltung und Brückenbau beim Aachener Stadtbetrieb. Das Gleis 9 müsse voraussichtlich nur drei bis vier Wochen gesperrt bleiben.

Allerdings werden die Bauarbeiten frühestens Ende 2016 beginnen können, die Planung muss detaillierter ausgearbeitet und durch die politischen Gremien beschlossen werden. „Die Bahn hat angekündigt, dass sie ihre neuen ICE-Züge für die Verbindung nach London frühestens 2016 in Betrieb nehmen kann“, so Gisela Nacken. Da Großbritannien dem Schengener Abkommen nicht beigetreten ist, müssen für das Haltegleis des Zuges besondere Abfertigungsanlagen gebaut werden.