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Lütticher Straße - B264

Anlass und Ziel | Zustand | Planung | Verfahren und Kosten

Projektphase: Vorplanung

Aktuell: Der erste Bauabschnitt zwischen Schanz und Körnerstraße wurde beendet. Am 8. Juli wurde der Abschnitt durch Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt offiziell wiedereröffnet. Der zweite Bauabschnitt zwischen Körnerstraße und Amsterdamer Ring wird voraussichtlich 2017 beginnen.
Eröffnung 

Anlass und Ziel

Die Lütticher Straße (B264) ist eine zwei- bis vierstreifige Hauptverkehrsstraße und eine wichtige Ausfallstraße, die nach Südwesten in Richtung Belgien führt. Sie bindet im Norden an den Allenring und im Südwesten an den Außenring an. Gleichzeitig hat die Lütticher Straße in ihrem nördlichen Abschnitt eine Funktion als Nahversorgungszentrum für die benachbarten Stadtviertel. In der Nähe liegen als bedeutende Anziehungspunkte für alle Verkehrsarten das Couvengymnasium und das Franziskuskrankenhaus sowie der jüdische Friedhof.

Als ehemalige napoleonische Straße bildet die Lütticher Straße eine historische Achse und stellt mit ihrer z.T. gründerzeitlichen Bebauung und dem alten Baumbestand eine besondere stadträumliche Situation dar, der beim nun anstehenden Ausbau Rechnung getragen wird.

Mit einer Verkehrsbelastung von ca. 10-15.000 Kfz ist die Lütticher Straße mit Ausnahme des Versatzes am Außenring, wo die tägliche Belastung bei 27.000 Kfz liegt, eine im gesamtstädtischen Vergleich eher gering belastete Radiale. Sie hat gleichzeitig eine wichtige Funktion zur Abwicklung des ÖPNV, insbesondere an der Schanz, wo durch den DB- Haltepunkt eine attraktive Anbindung ans Schienennetz mit entsprechendem Zielverkehr, bzw. Umsteigebeziehungen entstanden ist.

Bei einer Verkehrserhebung im November 2006 wurden im mittleren Teil der Lütticher Straße zwischen 7.00-19.00 Uhr 371 Radfahrer gezählt.

Zustand

Verkehrlich und funktional entspricht die Lütticher Straße bei einer Briete zwischen 22m und 24m nicht mehr den Anforderungen an die heutigen Verkehrsverhältnisse.  Eine Neuordnung der Verkehre und Neugliederung des Straßenraumes ist dringend notwendig, um eine Verbesserung der Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer herbeizuführen. Die Gehwegbreiten unterschreiten teilweise die notwendigen Mindestbreiten (Schulwegsicherung). Der Deckenaufbau entspricht nicht der notwendigen Bauklasse 1.  Die Aufteilung des Verkehrsraums entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.  Es existiert kein Radwegenetzschluss. Das Parken ist in Teilabschnitten nicht geordnet.

Planung

Basierend auf dem Vorentwurf unter Berücksichtigung der  Anregungen der Bürger und der Hinweise aus der politischen Beratung  wurde die vorliegende Planung ausgearbeitet.
Folgende Ziele sollen zur Verbesserung der verkehrlichen, funktionalen und gestalterischen Belange sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer beitragen:

  • Erhaltung der Leistungsfähigkeit des motorisierten Individualverkehrs
  • Fahrbahndeckenaufbau nach erforderlicher Bauklasse 1
  • Verbesserung der Lage und Länge der Bushaltestellen 
  • Städtebauliche Aufwertung durch Verbreiterung der Gehwege
  • Lückenschluss des Radwegenetzes durch neue Radverkehrsanlagen
  • Ordnung des ruhenden Verkehrs

Für den Radverkehr  werden beidseitig Radverkehrsanlagen in Form von Schutzstreifen (Breite 1,5m plus Sicherheitsstreifen 0,5m) angelegt. Die Gehwege erhalten eine nutzbare Breite von 2,0-2,5 m, die der Gebietscharakteristik und der Fußgängerfrequenz angemessen ist. Dabei werden die Belange  von Menschen mit Behinderung, Senioren, Kindern und ande¬rer Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen berücksichtigt.
Die Fahrbahn erhält eine Breite von 5,5m, die für den Begegnungsfall PKW-LKW/Bus ausreicht. Bei der Begegnung von Bussen und LKW kann der Schutzstreifen in Anspruch genommen werden. Durch Optimierung der Haltestellenlagen und breitere Warteflächen kann eine Verbesserung der Fahrgastsituation erreicht werden.
Die Erhaltung des Parkraumangebots wurde als wichtiges Ziel in der Planung formuliert. Im ersten Bauabschnitt sind nach  dem Umbau  135 Parkmöglichkeiten gegenüber 140  im derzeitigen Zustand.
Der Senkrechtparkstreifen erhält eine Breit von 4,3m plus Überhang von 0,7m.
Die Beleuchtung wird im Zuge der Baumaßnahme, auch wegen deren besonderer Bedeutung für die Verkehrssicherheit und Gestaltung in diesem Abschnitt, überprüft und angepasst.
Vor den Gebäuden Haus Nr. 52-58 wird zur Erhaltung des Parkraums bei gleichzeitiger Einhaltung der notwendigen Gehwegbreite ein Teil der städtischen Privatfläche zukünftig als Verkehrsfläche in Anspruch genommen.
Der Straßenabschnitt von der Schanz bis zur Limburger Straße ist in der Lärmaktionsplanung als erste Priorität für lärmmindernde Maßnahmen vorgesehen.  Die Lärmbelastung ist durchgehend sehr hoch, teilweise über  70 dB(A) am Tag und über  60 dB(A) in der Nacht.  Außerdem ist in diesem Streckenabschnitt eine größere Anzahl von Bewohnern betroffen (ca. 435 Personen).  Ein lärmmindernder Straßenbelag wird deshalb favorisiert.
Der Umbau der B 264 - Lütticher Straße soll als Vollausbau gem. RStO 01 Zeile 1 erfolgen. Die hohe Verkehrsbelastung erfordert die Einstufung in Bauklasse 1. Die Länge der Ausbaustrecke beträgt insgesamt 1.450 m. Der 1.Bauabschnitt von Schanz bis Limburger Straße  ist 410 m lang.

Verfahren und Kosten

Bürgerinformation und Politische Beratungen

Die Baumaßnahmen des 1. und 2. Bauabschnitts wurden und werden mit den Bürgerinnen und Bürgern ausführlich diskutiert. Bisherige Veranstaltungen fanden zum Vorentwurf am 27. Januar 2009 und zum Ausbauentwurf am 10. Mai 2011, zur Bauausführung des 2. Bauabschnitts am 29. April 2013 und zum Ablauf der Baustelle des 1. Bauabschnitts am 26. März 2014 statt. Die Anregungen der Bürger wurden protokolliert und sind in die Planung eingeflossen. Die Politik hat darauf reagiert und entsprechende Änderungen beschlossen, zum Beispiel im Juni 2013 in der Frage der Bäume und Parkplätze, einer ursprünglich geplanten Mittelinsel und beim Einmündungsbereich Limburger Straße auf die Lütticher Straße. Die jeweils letzten Beschlüsse befinden sich hier in der rechten Spalte unter "Dokumente"

Zeitplanung

Der erste Bauabschnitt (Schanz bis Körnerstraße) ist weitgehend beendet. 
Baubeginn 2. Bauabschnitt (ab Körnerstraße stadtauswärts): frühestens 2016, eher 2017

Baukosten und Finanzierung

Die Kosten für den Umbau des 1. Bauabschnittes von Schanz bis Limburger Straße werden zirka 1,4 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer betragen inklusive Aufwendungen zur Erneuerung der Versorgungseinrichtungen, die nicht aus dem städtischen Budget finanziert werden. Als Gegenfinanzierung wurden Zuschüsse nach dem Entflechtungsgesetz beantragt.

 Die Baumaßnahme stellt eine Verbesserung / Erneuerung im Sinne des § 8 Kommunalabgabengesetz (KAG NW) dar. Sie löst damit eine Beitragspflicht aus, so dass hierfür Anliegerbeiträge gemäß § 8 KAG NW zu erheben sind.