Stadt Aachen

| Navigation | Inhalt






Inhalt



Luftreinhaltung

Was unternimmt die Stadt Aachen, um die Luft besser zu machen? 33 Maßnahmen in den Bereichen Verkehr und Energie wurden in einem "Luftreinhalteplan" festgelegt. Ein solcher Plan mußte erstellt werden, weil die EU-Grenzwerte für die Luft an der Meßstation in der Wilhelmstraße in den vergangenen Jahren überschritten worden sind. Die Stadt Aachen setzt darauf, so die Einrichtung einer Umweltzone zu vermeiden.

Klimakarte Monheimsallee

Lufthygiene

Die lufthygienische Situation im Stadtgebiet Aachen ist grundsätzlich dadurch gekennzeichnet, dass bei den einzelnen relevanten Luftschadstoffparametern kaum auffällig hohe Jahresmittelwerte zu verzeichnen sind. Demgegenüber fallen die Kurzzeitwerte (wenn auch örtlich unterschiedlich) gemessen an den gültigen Grenz- und Richtwerten teilweise hoch aus. Insgesamt zeigt jedoch das Talkesselmessprogramm von 1998/99 im Vergleich mit dem flächendeckenden Messprogramm von 1989 eine deutliche Abnahme der Immissionskonzentrationen. Bestätigt wird dieser Trend auch durch Messungen des Landesumweltamtes aus dem Jahre 1994.

Verkehrsbedingte Schadstoffe machen Probleme

Bei den überwiegend verkehrsbedingten Luftschadstoffen zeigt sich eine weniger günstige Entwicklung. Dennoch werden auch für die Schadstoffe Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) gebietsweise signifikante Reduzierungen der Immissionsbelastungen festgestellt, auch wenn an einigen Messpunkten die Konzentrationen dieser beiden Stoffe im Vergleich zu den 80er Jahren leicht angestiegen sind.

Aus verschiedenen Übersichtskarten aus dem Talkessel-Messprogramm 1998/99 wird ersichtlich, in welchen Bereichen des Stadtgebietes die Luftqualität geringer oder stärker beeinträchtigt ist. Erfreulich hierbei ist, dass die deutlichen Verteilungsmuster früherer Untersuchungen nicht mehr vorliegen. Heute sind flächenbezogene Unterschiede in der Luftqualität des Talkessels eher gering.

Räumlich herausragende industrielle Belastungsschwerpunkte, wie sie noch vor einigen Jahren zu finden waren (z.B. Industriegebiete Rothe Erde und Jülicher Straße) haben ihre Dominanz dank erfolgreich durchgeführter Emissionsminderungsmaßnahmen oder Produktionseinschränkungen verloren.

Hauptverkehrsadern

Als kleinräumig kritisch sind wegen der hohen Emissionen und der schlechten Durchlüftungssituation im dicht bebauten Talkessel vor allem die Bereiche der Hauptverkehrsstraßen einzuschätzen. Diese Hauptverkehrsadern

  • innerstädtisch vor allem der Alleenring, teilweise der Grabenring und die Theaterstraße,
  • außerhalb die innenstadtnahen Haupteinfallstraßen Adalbertsteinweg bis Rothe Erde, Jülicher Straße, Krefelder Straße, Zollernstraße, Kasinostraße/Krugenofen

weisen verkehrsbedingte Immissionskonzentrationen auf, die im Bereich der Richtwerte oder sogar über den Richtwerten für Benzol und/oder Ruß liegen. Hier besteht ein deutlich erhöhter Handlungsbedarf hinsichtlich verkehrsplanerischer und auch verkehrslenkender Maßnahmen.

Kurgebiete

Klimakarte Burtscheid

Besondere Aufmerksamkeit gilt hinsichtlich der lufthygienischen Situation den beiden Aachener Kurgebieten. Für diese Gebiete nördlich und südöstlich der Innenstadt gelten z.B. gegenüber den allgemeinen Richtwerten der Bundesimmissionsschutzverordnung (23. BImSchV) zu Benzol, Ruß und Stickstoffdioxid in Innenstädten erheblich höhere Anforderungen (Kurortegesetz und Qualitätsstandards für die Prädikatisierung von Kurorten).

Die Erfüllung dieser kurgebietsspezifischen Anforderungen ist bereits heute in Zeiten mit hohen Verkehrsemissionen insbesondere bei austauscharmen Wetterlagen nicht mehr gewährleistet.

Hauptemittent in den Kurgebieten selbst und in den nahegelegenen Kurrandbereichen ist der motorisierte Straßenverkehr. Neben grünplanerischen Maßnahmen und einer im letzten Jahrzehnt erfolgten deutlichen Verringerung der Hausbrandemissionen sollte nun vor allem durch konsequente Umsetzung bereits bekannter Verkehrsreduktionsszenarien für eine nachhaltige Sicherung der Qualität der Kurgebiete gesorgt werden. Damit würde auch eine deutliche Verringerung überhöhter Lärmimmissionen erfolgen.

Wetterlagen

Belüftungsbahn Hörn

Bei neutralen und austauschstarken Wetterlagen ist die klimatische Situation Aachens vergleichbar mit der anderer Städte und relativ unproblematisch. Dies ist im langjährigen Mittel an etwa 56 % der Tage im Jahr der Fall. Austauschstarke Wetterlagen bedeuten für Aachen: Windstärken 3 (Beaufort) und überwiegend südliche bis westliche Windrichtung; dann ist ein ausreichender Luftaustausch im klimatisch und lufthygienisch besonders stark belasteten Innenstadtbereich gewährleistet. Hierbei spielen Bachtäler und Grünzüge, die entlang der Hauptwindrichtung (für Aachen S, SW, W) liegen, eine wichtige Rolle als Ventilationsbahnen.

Dies sind z.B. Kannegießerbach-, Johannisbach-, Gillesbach-, Dorbach- und Wildbachtal. Als neutrale Witterung bezeichnet man mittlere Austauschverhältnisse in der unteren Atmosphärenschicht. Auch hierbei kann es im Aachener Talkessel zu einer klimatisch und lufthygienisch problematischen Situation kommen, dies ist aber nicht so häufig der Fall wie bei den folgenden, austauscharmen Wetterlagen.

Da die Aachener Innenstadt in einem Talkessel liegt, kann es insbesondere bei stabilen Hochdruckwetterlagen zu einer klimatisch und lufthygienisch problematischen Situation kommen. Derartige Wetterlagen sind i.d. Regel durch fehlende oder schwache Luftströmungen in der unteren Atmosphäre gekennzeichnet. Die verbrauchte und belastete Luft der Innenstadt kann nicht oder kaum durch Frischluft ersetzt werden. So kommt es zur Bildung einer "Wärmeinsel" mit durch Immissionen belasteter Luft.

Aachener Talkessel bei Inversionswetterlage (c) Stadt Aachen

Austauscharme Wetterlagen treten im Aachener Raum im langjährigen Mittel an ca. 44 % der Tage im Jahr auf, insbesondere von Dezember bis März und im September/Oktober. Bei solch austauscharmen Wetterlagen wehen die schwachen Winde großräumig überwiegend aus nordöstlichen bis südöstlichen Richtungen.

Daher erfüllen besonders in diesem Falle die Bachtäler und Grünzüge, deren Ausrichtung mit östlichen Windrichtungen übereinstimmt, eine extrem wichtige Funktion als Ventilationsbahnen. Sie sind deshalb besonders schützenswert. Beispiele sind das Beverbachtal, der Grünzug zwischen Eilendorf und Brand, große Teilabschnitte des Haarbachtals sowie das Wurmtal zwischen Haaren-Ost und Europaplatz (große Freiflächen um Gut Kalkofen).

Frischluftzufuhr

Eine besondere Form der Frischluftzufuhr für Aachen stellt das abendliche und nächtliche Einfließen bodennaher Kaltluft in den Talkessel dar. Dies geschieht bei fehlender/geringer Bewölkung und fehlenden/geringen Grund-Strömungen in der untersten Atmosphärenschicht. Insbesondere auf größeren Freiflächen bildet sich in den Nächten bodennahe Kaltluft. Diese kann bei Bildung der häufig auftretenden Inversionsschicht über dem Talkessel langsam in den Aachener Kessel hinunterfließen und sorgt dabei für einen Luftaustausch in weiten Teilen der Innenstadt.

Diese Kaltluftströme stellen bei klimatisch-lufthygienisch problematischen Wetterlagen oftmals die einzige Möglichkeit dar, Frischluft in die Innenstadt zu transportieren. Je länger eine Hochdruckwetterlage dauert und die damit einhergehende Inversionsbildung sich verstärkt, desto bedeutender wird der Kaltlufteinfluss für den städtischen Luftaustausch. Die Kaltluft kann zwar meist die belastete Stadtluft nicht völlig verdrängen, sie ermöglicht jedoch einen Durchmischungseffekt und verringert so die sommerliche Wärme und auch die Luftschadstoffbelastung.

Das außerhalb des Talkessels liegende klimaökologisch ebenfalls wirksame Talsystem von Inde/Iterbach versorgt vor allem den Ortsbereich Kornelimünster mit Frischluft. Nennenswerte Kaltluftproduktions- und Abflussflächen liegen zudem im Bereich des Senserbaches im Westen und des Amstelbaches im Norden des Stadtgebietes.

Wenn Kaltluft nicht mehr abfließen kann und sich staut, können gebietsweise Kaltluftseen entstehen, in denen die Immissionsbelastung unter ungünstigen Umständen schnell zunimmt und so zu einer Verschlechterung der Luftqualität beiträgt (Soers, Gillesbachtal, Beverbachtal, Wildbachtal, Johannisbachtal). Bei strahlungsreichen Schwachwindlagen können in der hochversiegelten Innenstadt auch kleinräumige Vertikalzirkulationen während der Mittags- und Nachmittagsstunden zu einer sehr wirkungsvollen Belüftung führen: bei Überwärmung des Stadtzentrums steigt die Luft hier auf und bewirkt durch den entstehenden Unterdruck bodennah einen Einstrom von geringer belasteter Luft aus dem weniger versiegelten nahen Umland.

Zu den besonders problematischen Bereichen wegen höherer Immissionsbelastung zählen bebaute innerstädtische Rinnenlagen (z.B. Annuntiatenbach, Karlsgraben, Elisenbrunnen).

Grünflächen

Stadtpark (c) Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Insbesondere große Grünanlagen wie Parks und Friedhöfe sind als potenzielle Kaltluftentstehungsgebieten besonderer Bedeutung. So senken z.B. 50-100 m breite Grünflächen an heißen, windstillen Tagen die Temperatur gegenüber den benachbarten Gebäuden um 3 bis 4°C. In Verbindung mit kaltluftabführenden Hang- oder Rinnenlagen können diese Flächen außerdem einen Beitrag zur Frischluftversorgung der Aachener Innenstadt leisten.

Dort ist aufgrund des enormen Grünflächendefizits eine wirksame Frischluftversorgung notwendig. Alle innerstädtischen, großen und mehr oder weniger offenen Grünflächen sind deshalb besonders klimaaktiv und sollten erhalten und/oder erweitert werden. Daneben kann in dicht bebauten Stadtbereichen aber auch eine allgemeine starke Durchgrünung (z.B. mit Alleen, Blockinnen-, Mauer- und Dachbegrünungen) einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des lokalen Stadtklimas, zur Reduzierung der klimaökologischen Belastungen und damit zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im direkten Wohnumfeld liefern.

Ansprechpartner:
Herr Peschel
fon: 0241 / 432-3662
fax: 0241 / 432-3699
umwelt@mail.aachen.de

 

Weitere Infos

Festbrennstoffverordnung
die Infos

Mitmachen. Durchatmen.
Kampagne zum Luftreinhalteplan

Luftreinhalteplan
Luftreinhalteplan (PDF)
Maßnahmen, aktualisiert (PDF)
Stand der Umsetzung (PDF)

Klimakarte
Klimakarte (PDF)

Klimagutachten
geringe Auflösung
(PDF / 5,5 MB)
hohe Auflösung
(PDF / 65 MB)

Luftqualitätsüberwachung
Luftqualitätsüberwachung
in NRW (PDF)








Partnerlinks