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Lärm: Wo der Schuh drückt!

Straßenverkehr: Autobahnen (BAB)
Die Untersuchungsergebnisse zeigen erhöhte Lärmbelastungen in den Wohnbereichen an der BAB A4 (Laurensberg und Haaren) und an der BAB A44 (Auf Krummerück und Driescher Hof). Aus diesen Wohngebieten liegen der Verwaltung seit Jahren zahlreiche Beschwerden vor. Mit dem für den Lärmschutz an Autobahnen zuständigen Straßenbaulastträger wurden wiederholt Gespräche geführt, die teilweise zu Verbesserungen geführt haben. Angesichts der prekären Haushaltslage ist es auf absehbare Zeit jedoch nicht möglich, aus städtischen Mitteln erweiterten Lärmschutz an den Autobahnen zu finanzieren.

An der Nordseite der BAB A4 im Stadtbezirk Richterich wurde durch den Baulastträger auf Veranlassung von Politik und Verwaltung ein wirksamer Lärmschutz eingerichtet. An der gegenüberliegenden Seite (Laurensberg) lehnt der Baulastträger weitere aktive Lärmschutzmaßnahmen ab, da die Immissions-Sanierungswerte an der Wohnbebauung nicht überschritten sind.

Im Stadtbezirk Haaren, Ravelsberg (BAB A4), werden die Wohngärten mit Lärmpegeln bis 70 dB(A) belastet. Der Straßenbaulastträger hatte hier in den 80er Jahren eine 2 m hohe Lärmschutzwand gebaut; diese genügt den heutigen Wohnansprüchen nicht mehr. Der Straßenbaulastträger wird für den Bereich eine neue und höhere Lärmschutzwand bauen.

Im Stadtteil Driescher Hof (BAB A44) ähnelt die Situation der Problematik in Haaren. Die Anwohner beklagen sich über die nach heutigen Maßstäben viel zu niedrige Lärmschutzwand, die der Straßenbaulastträger Mitte der 80er Jahre errichtet hat. Die Anwohner haben sich direkt an den Straßenbaulastträger mit der Bitte gewandt, den Lärmschutz zu prüfen.

In Bereich „Auf Krummerück“ (BAB A44) ist das Wohngebiet mit über 60 dB(A) lärmbelastet. Untersuchungen der Stadt zeigen, dass die Durchführung wirksamer aktiver Lärmschutzmaßnahmen im Einmündungsbereich der Auffahrt Triererstraße - BAB A44 sehr schwierig wären. Die Flächen, die für den Lärmschutz nötig wären, stehen nicht zur Verfügung, da z.B. transnationale Gasleitungen nicht überbaut werden dürfen.

Zur Zeit erfolgen mit dem Straßenbaulastträger weitere Gespräche über mögliche Verbesserungen des Lärmschutzes an verschiedenen Autobahnabschnitten (z.B. Eilendorf, Richterich, Kohlscheider Straße).

Straßenverkehr: Hauptverkehrsstraßennetz
An vielen Hauptverkehrsstraßen in Aachen werden Bürger durch das Verkehrsaufkommen erheblich mit Lärm belastet. Der jeweilige Straßenbaulastträger (je nach Straßentyp: Land NRW oder Stadt Aachen) hat grundsätzlich dafür zu sorgen, dass unzumutbare Wohnverhältnisse nicht entstehen.

Durch die in der Vergangenheit gebauten Lärmschutzanlagen an den Straßenabschnitten Madrider Ring, Berliner Ring, Adenauer Allee, Toledoring und Kohlscheider Straße konnte die Belastung gesenkt werden. Der Bau von Lärmschutzanlagen innerhalb der Ortslage ist jedoch äußerst problematisch: die Maßnahmen sind in der Regel sehr kostenintensiv und städtebaulich unbefriedigend.

Auch das Landesförderprogramm zur Errichtung von Schallschutzfenstern (passive Schallschutzmaßnahmen) war bislang nicht geeignet, die Lärmproblematik an den Hauptverkehrsstraßen befriedigend zu lösen.

Schienenverkehr
Durch das Stadtgebiet verlaufen die Bahnstrecken Richtung Ostende, Gemmenich, Mönchengladbach und Köln mit insgesamt ca. 23 Bahnkilometer. Der FB Umwelt hat die in der Vergangenheit vorgebrachten Beschwerden (Bleiberger Straße, Reichsweg, Laurensberg etc.) an das Umweltzentrum der Bahn AG weitergereicht und sich in Gesprächen mit der Bahn für eine Verbesserung der Situation eingesetzt. Das unnachgiebige Engagement der Stadt hat in einigen Bereichen für Abhilfe oder zumindest positive Aussichten gesorgt:

Abschnitte der Bahnstrecke Aachen - Montzen (Gemmenich) wurden mit erhöhter Priorität in das Lärmminderungsprogramm des Bundes aufgenommen. Diese Förderrichtlinie soll in Härtefällen dafür sorgen, dass die Wohnraumsituation an Bahnstrecken verbessert wird. Für die Lärmsanierung an Bahnstrecken stellt der Bund entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung.

Inzwischen sind die Planungsarbeiten der Lärmsanierung an den Bahnlinien Aachen Hbf Richtung Köln, Aachen Hbf Richtung Westbahnhof und Aachen Westbahnhof Richtung Montzen abgeschlossen und die ersten Baumaßnahmen (Lärmschutzwände) wurden begonnen. Passive Schallschutzmaßnahmen werden an den Gebäuden im Nahbereich der vorgenannten Bahnstrecken durch die Bahn bezuschusst, wenn die Sanierungswerte überschritten sind. Die betroffenen Hauseigentümer werden benachrichtigt.

Vereinzelte Beschwerden über Lärm- und Geruchsbelästigungen durch Rangierverkehre im Bahnhofsbereich konnten teilweise durch Prüfung und Änderung von Betriebsabläufen gemindert oder abgestellt werden. Beispielsweise wurden Zugführer angewiesen, die Motoren in Pausenzeiten abzustellen.

Beratungsservice
Der FB Umwelt wird den BürgerInnen der Stadt weiterhin beratend zur Seite stehen (Vor-Ort-Beratung) und Lösungswege aufzeigen. Die Kosten der Maßnahmen sind meist durch die jeweiligen Eigentümer zu übernehmen.