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Wasserwirtschaft



 

Die natürliche wasserwirtschaftliche Situation in Aachen wird im Wesentlichen durch die 11 verschiedenen Gewässer- und Flusseinzugsgebiete bestimmt. Im langjährigen Mittel beträgt die Niederschlagshöhe im Stadtgebiet 827 mm/ ha. Der bundesweite Mittelwert liegt bei 837 mm/ ha. Der Wasserwirtschaft Aachens stehen nach Abzug der Verdunstung von durchschnittlich 409 mm/ ha somit im langjährigen Mittel eine Niederschlagshöhe von 418 mm/ ha zur Verfügung. Der oberirdische Gewässerabfluss liegt bei über 95 % der Gesamtabflüsse. Eine Verminderung des natürlichen Abflusses erfolgt durch die Entnahme von Trink-, Brauch- und Thermalwasser.

Die auf städtischem Gebiet geförderten Grundwassermengen liegen im langjährigen Mittel bei 6 bis 7 Mio. Kubikmeter. Der effektive Trink- und Brauchwasserbedarf beträgt ca. 19 Mio. Kubikmeter/ Jahr. Der Differenzbetrag wird aus Talsperrenwasser gewonnen.

Durch die vielfältige Nutzung der Ressourcen Wasser und Boden wird die natürliche wasserwirtschaftliche Situation verändert bzw. verschlechtert. Die künstlich veränderten wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden bei der Betrachtung der freien und bebauten Stadtgebietsflächen deutlich:

Die Stadtgebietsfläche bemisst sich auf 160,83 qkm (Stand 2000). Ca. 33% der Gesamtfläche des Stadtgebietes sind durch Flächennutzungen (z. B. Gebäude-, Betriebs- und Verkehrsflächen) versiegelt. Das bedeutet, dass auch ca. 33 % der Stadtfläche einer natürlichen wasserwirtschaftlichen Ausgleichsfunktion über den Bodenbereich entzogen worden sind.

Für die Betrachtung der wasserwirtschaftlichen Situation Aachens sind auch die verschiedenen unterschiedlichen Hauptnutzungsarten der Gewässer im Stadtgebiet relevant. Häufig ergeben sich Nutzungskonflikte, die im Widerspruch zu den Zielen des Gewässerschutzes stehen können. Von der Freizeitfischerei in den Fließgewässern der Region sind die Wurm mit ihren Haupt- und Nebenbächen und die Inde ab der Landesgrenze Belgien mit allen ihren Nebenbächen betroffen.

Das Bachsystem der Wurm wird als Cyprinidengewässer 1 eingestuft und von Fischarten wie Karpfen, Hechten, Barschen und Aalen besiedelt. Die Inde, als Salmonidengewässer 2, beherbergt Arten wie Lachs, Forelle, Aesche und Renke. Gewerbliche Fischerei gibt es in Aachen nicht. Im Aachener Stadtgebiet sind keine Badegewässer ausgewiesen, so dass in diesem Bereich keine Nutzungskonflikte gegeben sind. Die Hauptnutzungsarten "Direkte und Indirekte Trinkwasserentnahme" kommen nicht zur Anwendung oder sind für Aachen bedeutungslos.

Die Wasserentnahme aus Bächen für die Landwirtschaft, wie z. B. die Nutzung als Beregnungswasser für Freilandkulturen, spielt in Aachen eine untergeordnete Bedeutung. Jedoch werden eine Vielzahl privater Brunnen im Stadtgebiet unterhalten. Die vorhandene Abwasserableitung in die Vorfluter (hauptsächlich in die Fließgewässer Wurm, Inde, Iter, Haarbach, Senserbach, Amstelbach und Tüljebach) ist eine vorhandene und notwendige Hauptnutzung, die einer ständigen Kontrolle seitens der Überwachungspflichtigen unterliegt.