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Drei Generationen unter einem Dach



 

Die Eheleute Schaffrath - Anita und Eckhard - sind seit 46 Jahren verheiratet. Im Jahr 2006 zogen sie in den Preuswald, wo sie das alte Pfarrhaus anmieteten. „Wir machen alles zusammen, leben Werte wie  Nächstenliebe, Freundschaft und soziales Engagement“, sagt Frau Schaffrath. „Wir führen ein offenes Haus. Jeder, der Hilfe braucht, kann zu uns kommen. Das Gebot der Nächstenliebe ist für uns das höchste Gebot“, fügt sie hinzu.

Eckhard SchaffrathWeltenbummler im Dienst
Eckhard Schaffrath (67) blickt auf ein reiches und langes Berufsleben zurück. 45 Jahre lang war er als Ingenieur für Reinraum- und Lüftungstechnik tätig. Den Beinamen  „Weltenbummler im Dienst“ verdiente er sich zu recht mit seinen Dienstreisen quer durch  Europa. Dabei konnte es auch mal passieren, das er für Deutschland bedeutende historische Ereignisse außerhalb seiner Heimat-Grenzen miterleben musste: Vom Mauerfall zum Beispiel erfuhr er aus dem russischen Fernsehen in Moskau.

Die Zeit im Ausland brachte ihm fremde Menschen und Kulturen näher, von denen er nach eigener Aussage viel lernte, wie Offenheit, Gastfreundlichkeit und Dankbarkeit. Viele waren damals bereit zu teilen, obwohl sie selbst sehr bescheiden lebten. Selbst kleine Aufmerksamkeiten seinerseits wurden stets belohnt - wenn auch "nur" mit einem selbstgebackenen Schokoladenkuchen. Aus diesen Erfahrungen schöpft Eckhard Schaffrath bis heute die Motivation und  Kraft für sein soziales Engagement.

Anita SchaffrathDer Ruhepol
Die Jahre der jungen Anita Schaffrath verliefen damals wie im Flug - früh abgeschlossene Berufsausbildung zur Einzelhandelskauffrau, Heirat mit 19 Jahren, das erste Kind mit 20, dann die Geburt der zweiten Tochter. Zwei weitere Mädchen nahmen die Schaffraths später als Pflegekinder auf. Das „Familienkleinunternehmen“ verlangte seinen Tribut – Frau Schaffrath gab ihren Beruf auf, um sich mit voller Leidenschaft ihrer Familie zu widmen.

Später, als die Kinder aus dem Gröbsten heraus waren, begleitete Anita Schaffrath sehr häufig ihren Mann auf seinen Dienstreisen. Nach der Frühpensioniereung ihres Mannes und nach dem Umzug in den Preuswald nahm sie eine Stelle als Reinigungskraft an. Zusammen mit  Tochter Sabine sorgt sie  für die Sauberkeit in der Grundschule Bildchen.

Sabine SchmitzDas Gesangstalent
Sabine Schmitz ist die jüngere Tochter der Schaffraths. Zusammen mit ihrer eigenen Tochter wohnt sie im Haus der Eltern - und lebt nicht nur dort ihre Leidenschaft: das Singen. Vom Kinderkirchenchor über den Jugendchor - für den sie mit damals zehn Jahren eigentlich noch zu jung war - bis zum Kinder- und Jugendchor im Stadttheater Aachen begeisterte sie mit ihrer Stimme nicht nur in Aufführungen wie  „Der Wildschütz“, „ Im Weißen Rössl“ und in der „Carmina Burana“.

Doch nach der Geburt ihrer Tochter musste Sabine das Singen vorerst aufgeben - bis vor sechs Jahren. Mittlerweile geht Sabine Schmitz die Sache professionell an. Sie singt auf Hochzeiten, Sommer-und Weihnachtsfesten, Karnevalsveranstaltungen und in Gaststätten, präsentiert dabei ihr Repertoire von Schlager über Pop bis zu Klassik - und das in sieben Sprachen. Auch bei der Eröffnung des Stadtteilbüros im September 2011 sowie beim Weihnachtsbasar  in der Grundschule Bildchen bewies sie ihr Talent. Ihr Ziel: eine Gesangskarriere mit eigenen Aufnahmen und Produzenten.

Karneval, Kunst und soziales Engagement
Drei Säulen stützen die Familie Schaffrath in ihrem Leben. Aktiv ist sie im Karnevalsverein „AKC Turmschwalben“, Eckhard Schaffrath war eine Zeit lang Geschäftsführer. Sabine Schmitz begleitete die Öcher Landknechte und aktuell die Moulenshöher Jonge bei ihren Auftritten, für die besondere Leistung wurde sie vom Aachener Karneval sogar  mit dem Posten der Ehrenhusarin geehrt.

„Die Liebe zur Kunst habe ich vom Vater  und das soziale Engagement von der Mutter geerbt“, sagt Eckhard Schaffrath und zeigt stolz seine Werke in Öl und Aquarell. Einige seiner Bilder haben einen direkten Bezug zu besonderen Ereignissen in seinem Leben. Lebenslange Freundschaft verband ihn mit dem Künstler David Serbu, der ihn das handwerkliche Wissen lehrte Die Ratschläge und Hilfen des Kunstfreundes waren besonders dann hilfreich, als Herr Schaffrath sich die Restaurierung des Bildes „Maria im Tann“ vornahm, das in der Marienkapelle im Gemeindezentrum Preuswald hängt. Mit von der Partie bei den Restaurierungs-Arbeiten war  Anita Schaffrath.

Begleitung der Armenbegräbnisse, Spendensammlung für die Bedürftigen im Preuswald, Lehrhilfe beim Zusatzunterricht in der Grundschule Bildchen, verlässliche Stammhelfer  bei verschiedenen Gemeinde- und Stadtteilfesten, Kirchenkaffee,  jahrelange Jugendarbeit in  der Gemeinde St. Katharina in Aachen-Forst, aktive Mitglieder im Gemeindeausschuss „Maria im Tann“ - das Engagement der Familie reicht weit über das normale und selbstverständliche hinaus.

Im Jahr 2010 organisierte die Familie im Rahmen des Pfarrfestes der Gemeinde „Maria im Tann“ eine Benefizveranstaltung für das im Nordosten Brasiliens liegende „Centro Social Sao José do Monte“ in Caruaru 140 Kilometer westlich von Recife. Das Sozialzentrum baute die Schwester von Eckhard Schaffrath seit 1969 wieder auf.

Vor 27 Jahren legten die Schaffraths  den Grundstein für die jährliche Pilgerwanderung nach Trier. Sie erschlossen die Wege zunächst auf eigene Faust, legten die Strecke fest, begutachteten die Übernachtungsstätten und stellten dann den fertigen  Plan in den Pfarren St. Marien Kohlscheid Bank und St. Konrad Aachen vor. Der Familienwagen wurde zu einer mobilen Küche umgebaut. Eckhard Schaffrath - ein leidenschaftlicher Koch -  ließ es sich nicht nehmen, die ganze Truppe zu bekochen. Dankbare Abnehmer seiner Kochkünste bekam er immer.

Wunschliste für den Preuswald
Das ganze Engagement der Familie Schaffrath gilt dem Preuswald. Was sie sich für ihr Viertel wünschen? Mehr Lust und Freude der Bewohner an der Gestaltung des Lebens im Preuswald. Kurz: mehr Miteinander, mehr Nähe, mehr Nachbarschaft. Und ihr Rezept lautet Mehr Freundschaften schließen! Denn „Nur mit den Freunden lässt sich etwas bewegen“,  so das Familienmotto. „Jeder der etwas für die Allgemeinheit und der Kontaktmöglichkeiten tun will, darf uns gerne ansprechen.“