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Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge

  • Nach acht Jahren an der Spitze der Aachener Musikschule verabschiedet sich Harald Nickoll Ende Dezember in den Ruhestand.
  • Viel Wertschätzung von Bürgern, Verwaltung und Politik für seine Aufgabe, die musikalische Bildung von Kindern zu gewährleisten.
  • Jede Menge Pläne für die Zukunft – mehr Zeit und Muße für seine Arbeit als Chorleiter und für die Chorbiennale.

Der Mann liebt und lebt Musik, vor allem Chormusik. Er sprüht vor Elan. Er ist umgänglich und umtriebig. Netzwerke und Kooperationen sind ihm wichtig. Und so verlässt er Ende des Jahres mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Musikschule am Blücherplatz. Dann nämlich geht Harald Nickoll (65) nach acht Jahren als deren Leiter in den wohlverdienten Ruhestand. Er sagt: „Ich bin sehr zufrieden. Es waren acht gute Jahre. Ich habe unheimlich viel erreicht.“

Und das hat er ohne Zweifel. Eine seiner ersten Amtshandlungen als Musikschulleiter war die Gründung des Fachbereichs Kooperationen, um so unterschiedlichen Einrichtungen in der Stadt die Möglichkeiten vorzustellen, die eine Musikschule „outdoor“ umsetzen kann. Die monatliche Schulgeldabbuchung, eine neue Schulordnung, die Kooperationspartnerschaft für Praktika und Mentorenschaft mit der „Hochschule für Musik und Tanz“ und ein Forschungsprojekt mit dem UKA/RWTH Aachen kann er sich ebenso auf seine Fahnen schreiben. Und nicht zu vergessen das „Aachener Modell“ für den Einsatz von Honorarkräften, das mittlerweile auch in Leverkusen umgesetzt wird.

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Musikschulleiter Harald Nickoll verabschiedet sich Ende Dezember in den Ruhestand. (Foto: Stadt Aachen / Timo Pappert)


Der große Jekiss-Chor sorgt für eine Gänsehaut

Gemeinsam mit Kollegen hat Nickoll das Modell der Instrumentalen Orientierungsstufe für Kinder entwickelt und auch in Aachen installiert. Das Projekt „Jekiss – jedem Kinde seine Stimme“ hat er ebenfalls mit angestoßen, und ist einfach stolz auf das Ergebnis „Die Auftritte auf der Rathaustreppe mit dem großen Jekiss-Chor bei den vergangenen Chorbiennalen haben mir schon eine Gänsehaut besorgt“, erinnert er sich.

13 Chöre singen an der Musikschule

Was Jekiss für inzwischen 24 Grundschulen in der Stadt ist, das bedeutet das so genannte „Drehtürmodell“ für die weiterführenden Schulen. Harald Nickoll: „Wir bieten das Drehtürmodell aktuell an fünf Aachener Gymnasien an. Die Kinder können während der Schulzeit ihren Instrumentalunterricht nehmen“. Wichtig sind ihm auch die Instrumentale Orientierungsstufe in der Musikschule und die Tatsache, dass sich inzwischen 13 Chöre an der Musikschule etabliert haben – angefangen beim Kinderchor, über die Schulchöre und einem integrativen Chor bis hin zu Flow, Ars Cantandi und dem erfolgreichen Popchor unter Leitung von Tanja Reich. Summa summarum werden wöchentlich über 4.000 Schülerinnen und Schüler in der Musikschule der Stadt Aachen unterrichtet.

Die Musikschule sei „gegenwartsbezogen und zukunftsorientiert“, erklärt Nickoll und wünscht sich für die Zukunft noch mehr als bisher eine „Musikschule für alle“: mit Schülern ab dem Kleinkindalter bis hin zu Senioren. Arbeit in wohlsituierten Vierteln, aber auch in sozialen Brennpunkten. Aktionen in der gerade renovierten Musikschule am Blücherplatz, aber auch vor Ort in der Stadt. Apropos Renovierung - Harald Nickoll lacht: „In meiner achtjährigen Tätigkeit bin ich mit der Musikschule sage und schreibe fünfmal umgezogen. Beim Umzugsmanagement macht unserem Kollegium inzwischen niemand mehr etwas vor. Hier sind wir echte Profis geworden.“

Leiter des A-cappella-Chors „Carmina Mundi“

Harald Nickoll ist geboren in Aachen und studierte an der Musikhochschule Rheinland die Hauptfächer Chor- und Orchesterleitung, Gitarre und Gambe sowie die Nebenfächer Klavier und Gesang. Von 1991 bis 2011 war er Leiter der Musikschule Rhein-Kreis Neuss und seit 2011 Leiter der Musikschule Aachen. Seit 1983 ist Nickoll Leiter des A-cappella-Chors „Carmina Mundi“, in dem begeisterungsfähige Nicht-Berufsmusiker aus dem Aachener Raum sich erfolgreich der anspruchsvollen Musik widmen – von den Anfängen der Polyphonie bis zu Werken von zeitgenössischen Komponisten. Zudem ist er Mitglied der künstlerischen Leitung der Chorbiennale sowie Regionalvorsitzender von „Jugend musiziert“.

Und jetzt der Abschied von der Musikschule. Mit einem weinenden Auge, weil er gern deren Leiter war, weil die Arbeit Spaß gemacht hat. Weil er als Person und für seine Aufgabe, die musikalische Bildung von Kindern zu gewährleisten, immer Wertschätzung erfahren hat - von Bürgern, Verwaltung und Politik. Und mit einem lachenden Auge, weil er nun endlich mehr Zeit und Muße für seine Arbeit als Chorleiter hat, für die Chorbiennale. Quer durch die Welt reisen, wie das so viele andere frischgebackenen Pensionäre tun, das möchte er nicht - „Keine Zeit eben“.

Chor-Konzerte in rumänischer Sprache

Was kaum jemand weiß: Carmina Mundi, „sein“ Chor, gibt seit fast drei Jahrzehnten auch Konzerte in rumänischer Sprache. Angemeldet hat Harald Nickoll Carmina Mundi deshalb auch zur Teilnahme am Rahmenprogramm der Karlspreisverleihung an den rumänischen Präsidenten Klaus Johannis. Im Herbst steht sowieso eine Konzertreise nach Rumänien an. „Und jetzt“, sagt er zum Schluss des Gesprächs, „wenn ich ab Januar nicht mehr die Verantwortung für die Leitung nicht Musikschule habe, habe ich hoffentlich endlich die Ruhe, Kinder - und Hörbücher zu schreiben und heraus zu geben. Ideen habe ich genug, teilweise hab ich auch schon angefangen…“.

Herausgegeben am 23.12.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
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