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OBin Sibylle Keupen besuchte die städtische Unterkunft in der Beginenstraße

  • Sie möchte sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Kältewelle einen Eindruck von der Situation vor Ort verschaffen.
  • In der Notschlafstelle sind zurzeit etwa 35 obdachlose Menschen untergebracht. In einem eigenen Trakt leben gleichzeitig etwa 40 Geflüchtete.
  • Sibylle Keupen bedankte sich bei den engagierten Akteuren vor Ort und dem Netzwerk der Wohnungslosenhilfe, sie sieht Aachen gut aufgestellt für die Herausforderungen.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen besuchte jetzt das städtische Übergangswohnheim in der Beginenstraße, in dem zurzeit auch eine Notschlafstelle für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten eingerichtet ist. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der aktuellen Kältewelle wollte sie sich einen Eindruck von der Situation verschaffen und gleichzeitig den Alltag der Menschen vor Ort kennenlernen.

Professor Manfred Sicking, städtischer Beigeordneter für Wohnen, Soziales und Wirtschaftsförderung, begrüßte Sibylle Keupen in der Einrichtung und erklärte: „Obdachlosigkeit ist ein bundesweites Thema mit gesellschaftlicher Relevanz, aber schwierig strukturell zu lösen“. Er sei deshalb sehr zufrieden, dass den obdachlosen Menschen in Aachen gute Angebote gemacht werden könnten, um die Notlage zu lindern. „Das kommt nicht zuletzt dadurch, dass die Stadt gut mit den Trägern der freien Wohlfahrtshilfe zusammenarbeitet, wir uns die Bälle zuspielen und so sehr agile Angebote kreieren können“, bestätigte auch Sibylle Keupen.

Dieses Netzwerk hat dazu geführt, dass in der Pandemie schnell und unbürokratisch Lösungen gefunden wurden: so wurde das Übernachtungsangebot des Café Plattform zur Einhaltung der erforderlichen Abstandsregeln in die Beginenstraße verlegt. In der Notschlafstelle sind in einem Trakt zurzeit 35 obdachlose Männer untergebracht; 40 können es maximal werden. Allesamt Menschen, die das bestehende Unterbringungsangebot in den Übergangswohnheimen nicht annehmen können oder wollen. So können sie von 22 bis 7.30 Uhr in der Beginenstraße übernachten, betreut durch Mitarbeiter des Caritasverbandes. Ein Angebot, dass Oberbürgermeisterin Keupen besonders am Herzen liegt und das sie selbst mit auf den Weg gebracht hat, ist in der Kirche St. Peter entstanden: da Corona-bedingt viele Aufenthaltsorte nicht mehr zu Verfügung standen wird hier seit Mitte Januar montags bis samstags von 10 bis 22 Uhr sowie sonntags von 15 bis 22 Uhr ein sicherer und warmer Ort für die obdachlosen Menschen angeboten, an dem warme Speisen ausgegeben werden und auch Beratungsgespräche stattfinden können.

Starkes soziales Netz in Aachen
Sandra Knabe, Leiterin der Abteilung für Übergangswohnen im Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration, ist ebenfalls stolz auf die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen und das Engagement jedes Einzelnen: „Es ist klasse, dass wir in Aachen dieses starke soziale Netz haben. Trotz der Pandemie hat sich niemand versteckt, die Kolleg*innen sind alle im Einsatz geblieben.“ Mohammed Fatmi, seit etwa einem Jahr als Hausmeister in der Unterkunft tätig, bekräftigt das: „Das Virus hat uns alle getroffen und ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Aber mit einer guten Organisation haben wir die Situation gemeistert. Wir haben vor allem viel mit den Bewohnern gesprochen und Infos verteilt. Das hat den Menschen schon oft die Angst genommen.“

Das konnte Sibylle Keupen nur bestätigen und betonte, dass sie vor der Arbeit der Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen „tiefen Respekt“ habe.

Während des zweistündigen Besuches nahm sich die Oberbürgermeisterin viel Zeit für das persönliche Gespräch mit den Menschen vor Ort. Patrick Hoenen arbeitet im Querbeet-Projekt der Suchthilfe und übernachtet regelmäßig in der Notschlafstelle an der Beginenstraße. Er berichtete Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen von seiner persönlichen Situation. Aktuell gehe es ihm aber trotz der Kältewelle gut. OBin Keupen: „Darüber freue ich mich sehr. Trotzdem ist diese Zeit zwischen der Corona-Pandemie und eisigen Temperaturen für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eine echte Herausforderung.“

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(v. l.) Marco Breuer und Patrick Hoenen vom Querbeet-Projekt sowie Mark Krznaric von der Caritas im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann 

Neben den Obdachlosen leben zurzeit auch 40 geflüchtete Menschen in der Beginenstraße – so wie seit zwei Jahren und zehn Monaten Ouamane Bah. Der 26-Jährige erzählte Sibylle Keupen von seiner Flucht aus Guinea aufgrund politischer Repressalien. In Deutschland hat er bereits verschiedene Praktika als Elektroinstallateur gemacht und hofft, auch bald eine Ausbildung in diesem Bereich zu finden. Ouamane Bah würde gern in Aachen bleiben. Er lächelt: „Ich finde Aachen einfach cool. Die Menschen hier sind so nett.“ Die beiden unterhalten sich lange miteinander. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wies auf die dramatische Situation der Geflüchteten in Moria hin und bekräftigte das Aufnahmeangebot, das die Stadt Aachen gemeinsam mit vielen anderen NRW Kommunen unterbreitet hat.    

500 freie Plätze vorhalten
Zum 31. Januar sind 1750 geflüchtete Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen, Übergangsheimen und in im Stadtgebiet verteilt liegenden Wohnungen untergebracht. Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration: „Zurzeit kommen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Plätzen zur Unterbringung von Geflüchteten aus. Unter Berücksichtigung der aktuellen Prognose, des politisch geforderten Leerstands in Höhe von 500 Plätzen und des Wegfalls von nur befristet angemieteten beziehungsweise genehmigten Plätzen stehen uns zum Ende des Jahres aber voraussichtlich nur noch 200 Plätze zur Verfügung. Wir haben also weiterhin Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten und sind ständig auf der Suche nach Immobilien.“

Herausgegeben am 16.02.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
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