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Pressekonferenz für die Krisenstäbe der Stadt und StädteRegion Aachen

  • Oberbürgermeister und Städteregionsrat deuten die aktuellen Corona-Zahlen als Hinweis darauf, „dass die in unserer Region schon sehr früh und sehr konsequent umgesetzten Maßnahmen, gegriffen haben.“
  • Sie fordern die Bürgerinnen und Bürger auf, den ruhigen und nachvollziehbaren Weg, der bislang beschritten wurde, mit den nach wie vor geltenden Regeln geduldig fortzusetzen.
  • Auch Prof. Dr. Thomas H. Ittel, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Aachen, warnt eindringlich: „Das epidemische Geschehen ist in vollem Gange. Covid-19 ist eine tödliche Krankheit.“

Die aktuellen Corona-Zahlen, die die Krisenstäbe der StädteRegion Aachen und der Stadt Aachen aktuell veröffentlichen (siehe Pressemitteilung 507/20), deutet Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp als „Hinweis auf eine bis hierhin gut gelungene und gut gelingende vorbeugende Arbeit. Wir dürfen das so sagen: Die in unserer Region schon sehr früh und sehr konsequent umgesetzten Maßnahmen haben gegriffen. Sie wirken.“

 

 

„Der Weg ist nach wie vor richtig“: Philipp und Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier sprachen in einer Pressekonferenz am heutigen Tag (29. April 2020) ihren Dank an alle aus, die bislang dazu beigetragen haben, „dass wir das alles diszipliniert und besonnen im Schulterschluss zwischen Stadt und Städteregion, im Miteinander der Organisationen, der Hauptamtler und Ehrenamtler, vor allem aber im Zusammenspiel mit der Bevölkerung bei allen Entbehrungen durchgesetzt und vollbracht haben“. Aber der Weg sei nach wie vor richtig, es gebe keine Alternative. Philipp präzisierte mit Blick auf den bisweilen laut vernehmbaren Ruf und schnelleren Lockerungen der Maßnahmen: „Wir hoffen nicht, dass aus dem Erfolg der Arbeit der vergangenen Wochen unser Problem für die kommenden Wochen wird.“

Und Städteregionsrat Grüttemeier stellte klar: „Die Zahlen des heutigen Tages ergeben sich aus unseren Maßnahmen, die wir vor dem 20. April, also vor den ersten markanten Lockerungen, ergriffen haben.“ Die Krisenstäbe von Städteregion und Stadt Aachen begrüßten Lockerungen der aktuell geltenden Regeln, betonte er. „Aber wir plädieren sehr klar dafür, den ruhigen und nachvollziehbaren Weg, den wir bislang beschritten haben, fortzusetzen.“ Es gelte nun, die Auswirkungen der erfolgten Lockerungen in Zahlen abzuwarten, bevor nächste Schritte gegangen würden. Er bemühte ein Bild aus der Welt des Fußballs: „Wenn du endlich mit viel Anstrengung gegen einen harten Gegner 1:0 führst, kommst du nicht auf die Idee, übermütig den Torwart vom Feld zu holen.“

Deutliche Warnung aus dem Klinikum: Eindringlich warnte auch Prof. Dr. Thomas H. Ittel, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Aachen (UKA): „Die schlimmsten Szenarien sind bislang nicht eingetreten, das sollte uns aber keinen Grund zur vorschnellen Entwarnung geben, denn es ist auch Ergebnis unserer präventiven Bemühungen.“ Das epidemische Geschehen sei nach wie vor in vollem Gange, wie die Reproduktionszahl des Virus zeige. Und ja, so unterstrich Ittel, der die Schwere der im Krankenhaus behandelten Krankheitsverläufe schilderte, Covid-19 sei eine tödliche Krankheit. „Wir müssen im Blick auf den Betrieb der Krankenhäuser nach wie vor behutsam und in einer disziplinierten Schrittfolge vorgehen, wenn wir die Infektionsrate weiterhin beherrschbar und die Gesundheitsversorgung entsprechend leistungsfähig halten wollen.“ Eine schnelle Rückkehr in die altbekannte Normalität werde es trotz der moderaten Entspannung also schwerlich geben können.

Ittel betonte zudem die Verantwortung der Krankenhäuser für die übrigen Patientinnen und Patienten außerhalb des Infektionsgeschehens, die nun schon seit Wochen auf ihre Behandlungen und Eingriffe warten: „Wir werden im Mai wieder step-by-step in einen – wohlgemerkt: abgesicherten – Modus im OP- und Klinikbetrieb zurückkehren.“

Abstrichzentren: Grüttemeier stellte es als eine gute Entscheidung der Krisenstäbe heraus, schon frühzeitig ein eigenes kommunales Abstrichzentrum in Eschweiler gegründet zu haben. In der Zwischenzeit ist ein weiteres Zentrum am Aachener Tivoli dazugekommen. Rund 18.000 Abstriche wurden seitdem in den Zentren genommen, stark wachsend (mit 8835 Abstrichen im April) ist der gut erreichbare Standort Tivoli. „Wir haben das Zentrum Eschweiler sukzessive in mobile Teams umgewandelt“, sagte Grüttemeier, wies aber darauf hin, dass Eschweiler schnell wieder reaktiviert werden könne.

Fünf mobile Teams mit jeweils bis zu sechs Personen sowie drei Hygieneberatungsteams machen sind nun gezielt auf unterwegs, um weitere Infektionen zu verhindern und Infektionsketten zu unterbrechen. „Die ersten Teams haben wir schon Anfang April initial gestartet“, so der Städteregionsrat. „Inzwischen haben wir mit den mobilen Abstrichteams vor allem die stationären Pflegeeinrichtungen in der Städteregion besucht, kommende Woche werden wir alle Einrichtungen erreicht haben.“ 5100 Abstriche wurden genommen, 144 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 99 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden positiv getestet. Zwischenfazit von Grüttemeier: „Es gibt in den stationären Pflegeeinrichtungen keine massenhafte Ausbreitung, keine Dunkelziffer, wir haben aber einzelne Hotspots identifiziert – wegen der guten Präventionsarbeit unserer Teams ist die Lage sehr gut im Griff.“

Kritisch angemerkt: Tim Grüttemeier unterstrich, dass noch mehr getestet werden könnte, wenn es denn eine Regelung für die Kostenübernahme geben würde. „Die so genannten indikationslosen Abstriche will keiner bezahlen. Wir sind deshalb sehr gespannt, was in der überfälligen neuen Aufnahmeverordnung stehen wird zum Thema Reihentestungen.“

Umsetzung der Lockerungen: Oberbürgermeister Philipp zollte allen kommunalen Teams seinen größten Respekt, die die in Bund und Land beschlossenen Lockerungsmaßnahmen an der Basis besonnen umsetzen, im persönlichen Gespräch, mit FAQ-Listen und an Telefon-Hotlines unermüdlich zur Stelle sind. „Wir erleben ja gerade eine sehr turbulente Zeit mit vielen Erlassen und Verordnungen, die zum Teil kurzfristig kommen und die nicht selten auch noch einmal überarbeitet, ersetzt oder differenziert werden. Die Umsetzung ist einfach anstrengend, die Tücke steckt in den vielen Details, unser Handeln muss zudem rechtssicher sein.“ Dies gelte für die Ordnungsämter wie für das Gesundheitsamt, diese gelte auch für Kitas, Schulen und die Jugendhilfe.

Die schrittweise Rückkehr ins „normale“ Leben brauche viel Augenmaß, Kommunikation und umsichtige Planung, unterstrich Grüttemeier. Er hob hervor, dass „unklare Rahmenbedingungen vom Land zum Beispiel die Vorbereitung der Schulöffnung erschwert haben“. Vor diesem Hintergrund haben die Schulträger jetzt ein gemeinsames Positionspapier abgestimmt und an die kommunalen Spitzenverbände sowie die regionalen Abgeordneten des Landtages NRW geschickt. Als Erfahrung von der Basis reichten Oberbürgermeister und Städteregionsrat die Erkenntnis weiter, dass weitere Öffnungen in Schulen und Kitas immer abhängig seien von den tatsächlichen Gegebenheiten. Grüttemeier: „Die Öffnung der weiterführenden Schulen für zusätzliche Schülergruppen ist an einigen Standorten aufgrund begrenzter Raum- und Personalkapazitäten unter den bestehenden Hygiene- und Abstandsvorschriften nicht möglich.“ Er erwähnte auch, dass alle Schulformen, also auch die Berufskollegs und die Förderschulen, bedacht werden müssten. Und weiter: „Insbesondere für die Förderschulen ist aktuell noch kein Konzept des Landes für eine Wiederinbetriebnahme unter Berücksichtigung der Herausforderungen durch einen angemessenen Infektionsschutz erkennbar.“

Der positiv getestete Fall in der Schule: Auch erwarten die beiden Hauptverwaltungsbeamten vom Land Leitlinien für den Umgang mit neuerlichen Corona-Fällen an Schulen. „Wir können uns nicht vorstellen, dass dann wieder gleich die ganze Schule geschlossen wird“, sagte Philipp. „Hier müssen wir differenzierter zu Werke gehen.“

Beitragsfrei: Abschließend erwähnte der Städteregionsrat noch, dass die Beiträge für Kindertagesbetreuung und Offene Ganztagsschule auch für den Mai ausgesetzt werden. Damit müssen die Eltern, unabhängig von der Wahrnehmung eines Betreuungsangebots, auch für den Monat Mai keine Elternbeiträge aufbringen.

Herausgegeben am 29.04.2020 von:

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