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Médaille Charlemagne 2019

  • Die interdisziplinäre Studentenorganisation in Europa erhält den Preis für ihre Verdienste als transeuropäisches Netzwerk.
  • In der Begründung heißt es, dass durch Studieren und Leben, durch Begegnung und Austausch in einem anderen Land Beziehungen auf- und Ressentiments abgebaut werden können. In einer Zeit, in der die Stimmen gegen ein einheitliches Europa immer lauter werden, trete das ESN damit öffentlich für ein gemeinsames Europa ein.
  • Die Preisverleihung findet am 23. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. João Pinto, Präsident des ESN, wird die Auszeichnung in Empfang nehmen.
Bild Stadt Aachen
(v.l.n.r.) Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“, Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“, sowie Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, präsentieren den aktuellen Träger der Médaille Charlemagne: das Erasmus Student Network (ESN). Copyright © Stadt Aachen / Andreas Herrmann.

Das Erasmus Student Network (ESN), eine der größten interdisziplinären Studentenorganisationen in Europa, erhält am 23. Mai in Aachen die Karlsmedaille für europäische Medien, die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens", erhalten. Mit dieser Medaille wird seit dem Jahr 2000 im Vorfeld der Karlspreis-Feierlichkeiten eine europäische Persönlichkeit oder Institution ausgezeichnet, die sich auf dem Gebiet der Medien in besonderer Weise um den Prozess der europäischen Einigung und um die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht hat. Der Portugiese João Pinto, amtierender Präsident des Erasmus Student Network, wird die Auszeichnung an diesem Tag im Aachener Rathaus in Empfang nehmen.

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João Pinto, Präsident des Erasmus Student Network, Copyright © Aurélia Cefis

Weltoffene und neugierige junge Menschen
Mit Vergabe dieser 19. Karlsmedaille würdigt das Kuratorium des Vereins „Médaille Charlemagne“ dessen Verdienste als transeuropäisches Netzwerk, welches Studenten nicht nur dabei unterstützt, Auslandssemester zu absolvieren, sondern dabei im Wesentlichen auch das Ziel verfolgt, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammen zu bringen. In der Begründung des Kuratoriums heißt es entsprechend, dass ein einheitliches Europa nur funktionieren könne, wenn Menschen sich als Europäer begriffen, ohne ihre nationale Identität zu verlieren. Im Wortlaut: „Hierfür ist es unumgänglich, dass wir andere Länder, deren Kulturen und Mentalitäten kennen lernen. Durch das Studieren und Leben, durch Begegnung und Austausch in einem anderen Land werden Beziehungen auf- und Ressentiments abgebaut. Wir brauchen weltoffene und neugierige junge Menschen, die als Unterstützer eines einheitlichen Europas für dessen Werte einstehen. In einer Zeit, in der die Stimmen gegen ein einheitliches Europa immer lauter werden, tritt das ESN öffentlich für ein gemeinsames Europa ein“.

Das Erasmus Student Network (ESN) ist eine der größten interdisziplinären Studentenorganisationen in Europa. Es betreut Austauschstudenten, die in der Regel vom Erasmus-Programm vermittelt werden, und erleichtert ihnen die Integration vor Ort. Allein in Deutschland gibt es 29 Sektionen, die Erasmus-Plus-Teilnehmer unterstützen und beraten. Weltweit umfasst das Netzwerk 472 Sektionen in 37 Ländern, die insgesamt über 150.000 Studenten im Erasmus-Stipendium zur Seite stehen.

Menschen zusammenbringen
„Europa steckt in einer tiefen Krise. Es ist beängstigend, wenn man sieht, wie fahrlässig wir mit den Errungenschaften der letzten siebzig Jahre umgehen. Ich stelle mir manchmal die Frage, wie lange es dieses Europa noch geben wird und ob uns nicht irgendwann einmal die Grundlage für die Auszeichnung der Médaille Charlemagne abhandenkommt“, fragte sich Michael Kayser, Vorsitzender des Vereins „Médaille Charlemagne“, heute (26. März 2019) bei der Bekanntgabe des aktuellen Preisträgers in Aachen. Was fehle, seien Emotionen. Vielen Menschen sei bislang in erster Linie ein Europa bekannt, dass vor allem wirtschaftliche Gesichtspunkte in den Vordergrund stelle. Kayser weiter: „Das Erasmus Student Network bringt dagegen Menschen zusammen und erweckt diese Emotionen, die so wichtig sind, um sich mit Europa zu identifizieren.“

Symbol für die Zukunft des europäischen Projekts
Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp erinnerte daran, dass eine längere Zeit im Ausland zu lernen und zu arbeiten weit mehr sei als nur ein fachdisziplinärer Ausbildungsabschnitt. Damit verbunden sei das Eintauchen in eine andere Kultur, das Leben und Denken in einer fremden Sprache und das Kennenlernen anderer Sichtweisen. Vor allem aber seien es die Begegnungen mit Menschen anderer Länder, durch die oft lebenslange Freundschaften entstehen und berufliche Netzwerke aufgebaut würden. Philipp im Pressegespräch: „Das Erasmus-Programm hat seit 32 Jahren dafür gesorgt, dass genau dies für Millionen junger Europäerinnen und Europäer möglich wurde. Gerade in den derzeit schwierigen Zeiten, in denen Europa unter Druck steht, ist Erasmus ein ermutigendes Symbol, das für die Zukunft des europäischen Projektes steht, für Toleranz und Akzeptanz, für grenzüberschreitende Kontakte und Kooperation, für Vielfalt und zugleich europäische Einigkeit“.

Europa als Chance
Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, betonte, dass die innereuropäischen Ressentiments gegen ein vereinigtes Europa immer größer würden - und die Rufe nach nationale Abschottung immer lauter. „Die besten Botschafter eines solchen Europas sind“, so Linden, „diejenigen jungen Menschen, die Europa nicht nur aus der Zeitung oder den Nachrichten kennen, sondern die Europa selbst erlebt haben, die selbst erfahren haben wie es ist, sich grenzenlos in Europa zu bewegen und fremde Menschen und Kulturen kennen zu lernen.“ Er erklärte, dass das Erasmus Student Network genau an dieser Stelle in seiner Arbeit ansetze: „Das Erkunden der Vielfalt Europas, das Kennenlernen anderer Kulturen ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Europa wird ausnahmslos als Chance begriffen. Offenheit und Neugierde gegenüber anderen Menschen und Kulturen sind maßgebliche Kriterien, welche die Studenten erfüllen sollten.“

Die bisherigen Preisträger
Bisherige Preisträger der Médaille Charlemagne waren der Publizist Lord George Weidenfeld (GB), der Autor Cees Nooteboom (NL), der Produzent Jan Mojto (D), der Regisseur Jean-Jacques Annaud (F), der ehemalige Intendant des Westdeutschen Rundfunks Köln Fritz Pleitgen (D), die polnische Schauspielerin Krystyna Janda, die Stiftung Berliner Philharmoniker, gemeinsam die Regisseure Fatih Akin (D) und Abdellatif Kechiche (F), die Organisation „Reporter ohne Grenzen“, der Musiker André Rieu (NL), die Verlegerin Inge Schönthal-Feltrinelli (I), die russische Zeitung Novaya Gazeta, Timothy Garton Ash (GB), die European Film Academy (EFA), die OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien Dunja Mijatović, der Eurovision Song Contest, der deutsche Fernsehjournalist und ehemalige Leiter des ARD-Studios Brüssel Rolf-Dieter Krause sowie im vergangenen Jahr der britische Schriftsteller und Historiker Sir Ian Kershaw.

Die Stifter des Preises
Gestiftet wird der Preis vom Verein „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens“, dem folgende Institutionen angehören: Stadt Aachen, Stadt Maastricht, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Landesanstalt für Medien NRW, Film- und Medienstiftung NRW GmbH, Arte - der Europäische Kulturkanal, BBC World News, Deutsche Welle, EOS Entertainment GmbH, Discovery Networks Deutschland, der Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen e. V. sowie die Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen e. V. Der Verein wurde 2006 auf Initiative der Landesanstalt für Medien NRW und der Stadt Aachen ins Leben gerufen.

Angela Katzy gestaltet die Medaille
Die Medaille selbst wird von der in Köln lebenden Künstlerin Angela Katzy gestaltet. Sie hat einen Durchmesser von etwa 10 cm und ist in 925er Silber gearbeitet. Der Lapislazuli ist in 750er Gelbgold gefasst, auch die innere Strebe ist in gelbgold gestaltet. Sie steht für den Strich, den Karl der Große einer Unterschrift gleich seinem Siegel selbst beifügte, da er selbst nicht schreiben konnte.

Herausgegeben am 26.03.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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